Massig Filmstart-Tipps für Dezember 2019: Rotschühchen und die sieben Zwerge, Der kleine Rabe Socke – Suche nach dem verlorenen Schatz, Jumanji: The Next Level, Star Wars – Episode IX: Der Aufstieg Skywalker, Spione undercover – Eine wilde Verwandlun, Cats, Latte Igel und der magische Wasserstein, Als Hitler das rosa Kaninchen stahl.
Rotschühchen und die sieben Zwerge
Kinostart: 05.12. KOR 2019 | Regie: Hong Sung-ho | mit den Stimmen von Katrin Heß, Louis Friedemann Thiele, Ilya Welter | 91 Min. | FSK: ab 6 Jahren
Auf der magischen Märcheninsel hat die berühmte Heldentruppe „Die furchtlosen Sieben“ eine frisch gerettete Feenprinzessin wegen ihres Äußeren für eine Hexe gehalten und ihr übel zugesetzt. Die revanchiert sich dafür, indem sie die Oberflächler mit einem Fluch belegt, der sie für andere klein und grün aussehen lässt und der nur durch einen Kuss der schönsten Frau der Welt gebrochen werden kann. Parallel dazu wird die Geschichte der bösen Königin Regina erzählt, die ihre Anmut nur durch das Tragen roter Zauberschuhe aufrechterhält, die ab und zu auf einem besonderen Baum wachsen. Als ihre pummelige Stieftochter Schneewittchen zufällig die reifen „Früchte“ entdeckt und anprobiert, wird aus ihr eine klassisch schlanke Schönheit. Auf der Flucht vor Regina und ihren Schergen landet sie bei den Furchtlosen Sieben (Zwergen) und erhält von ihnen den Namen Rotschühchen. Der unterhaltsame südkoreanische Computeranimationsfilm bürstet im Stile von „Shrek“ manches Märchenklischee witzig gegen den Strich und verfügt auch visuell über einen erfrischend eigenen Stil.
Der kleine Rabe Socke – Suche nach dem verlorenen Schatz
Kinostart: 12.12. D 2019 | Regie: Verena Fels, Sandor Jesse | mit den Stimmen von Jan Delay, Nellie Thalbach, Ranja Bonalana | 73 Min. | FSK: ab 0 Jahren
1996 ließen die Autorin Nele Moost und die Illustratorin Annet Rudolph in „Alles meins!“ erstmals einen frechen Raben auftreten. Sie ahnten noch nicht, dass sie damit eine der erfolgreichsten Kinderbuchfiguren Deutschlands ersonnen hatten. Über einhundert Bilder-, Lern- und Malbücher gibt es inzwischen um die anfangs namenlose Figur, für „Unser Sandmännchen“ entstanden mehrere Kurzfilme, bevor 2012 und 2015 zwei Kinofilme sowie 2016 eine 52-teilige TV-Serie folgten. Nun steht ein neuer Ausflug auf die Leinwand an, in dem Rabe Socke, der kleine Dachs, Bibermädchen Fritzie und Eddi-Bär ein Abenteuer erleben, dessen Titel nicht von ungefähr an Indiana Jones erinnert. Darin machen die vier Freunde sich auf die Suche nach einem Schatz, dessen Besitzer sich König des Waldes nennen darf. Schnitzeljagd, Rätsel und Gegner fallen natürlich absolut kleinkindgerecht aus, gruseln muss sich hier niemand. Die stimmige Handlung führt die jüngsten Zuschauer aber gekonnt in das Genre ein, packt gängige Trickfilmweisheiten hinzu und macht so Teil 3 eindeutig zum bisher besten Kinospaß von Socke & Co.
Jumanji: The Next Level
Kinostart: 12.12. USA 2019 | Regie: Jake Kasdan | mit Dwayne Johnson, Karen Gillan, Jack Black, Kevin Hart | Laufzeit und FSK noch unbekannt
Als Ende 2017 eine indirekte Fortsetzung des 1995er-Abenteuerhits „Jumanji“ in die Kinos kam, war trotz namhafter Besetzung nicht unbedingt abzusehen, dass der Film weltweit fast eine Milliarde Dollar einspielen würde. Gute Kritiken und ein zufriedenes Publikum sorgten aber dafür, dass einem Sequel schnell grünes Licht gegeben wurde. Alle Stars des Vorgängers verkörpern erneut einen der vier Videospiel-Charaktere Anführer, Kämpferin, Rucksackträger und beleibter Professor, in die die menschlichen Protagonisten wortwörtlich hineinversetzt werden, wenn sie das titelgebende Konsolengame starten. Diesmal allerdings unter leicht veränderten Vorzeichen: Spencer ist im Spiel verschwunden, sodass auch seine Ex-Freundin Martha und Football-Crack Fridge sich wieder nach Jumanji begeben, um ihn zu retten, unpraktischerweise mit Spencers Opa Eddie und dessen bestem Kumpel Milo an ihrer virtuellen Seite. Zu sehen gab es den Film vorab nicht, die Trailer deuten aber eine bildgewaltige, actionreiche Fortsetzung an, die auch für Kids ab circa zehn Jahren geeignet sein dürfte.
Star Wars – Episode IX: Der Aufstieg Skywalkers
Kinostart: 18.12. USA 2019 | Regie: J. J. Abrams | mit Daisy Ridley, Adam Driver, John Boyega | 155 Min. | FSK noch unbekannt
42 Jahre sind es inzwischen, in denen Kinozuschauer weltweit bei den Irrungen und Wirrungen rund um das Schicksal der Familie Skywalker mitfiebern. Und auch wenn es zuletzt mit dem nur moderat erfolgreichen Ableger „Solo: A Star Wars Story“ und manch lauwarmer Fan-Reaktion auf die achte Episode „Die letzten Jedi“ etwas Sand im Getriebe des epischen Weltraummärchens gab, wird der Saga-Abschluss die Kassen garantiert wieder klingeln lassen. Regie führte J. J. Abrams, der 2015 mit „Das Erwachen der Macht“ die Reihe neu belebte, wenn auch nur als Best-of ohne durchgängiges Storykonzept. Der Inhalt von Episode IX ist noch geheim, man darf aber vermuten, dass Rey, die letzte Jedi-Ritterin, auf den zur dunklen Seite der Macht übergetretenen Kylo Ren treffen, das Geheimnis ihrer Herkunft lüften und die Erste Ordnung vernichten wird, Lichtschwertduelle und Raumschiffschlachten vor spektakulären Digitalkulissen inklusive. Im Kino gibt es danach eine dreijährige kreative Pause, beim Streamingdienst Disney+ geht es dafür aber mit „The Mandalorian“, einem Obi-Wan-Kenobi- und einem „Rogue One“-Spin-off in Serienform weiter.
Spione undercover – Eine wilde Verwandlung
Kinostart: 25.12. USA 2019 | Regie: Nick Bruno, Troy Quane | mit den Stimmen von Steven Gätjen, Jannik Schümann, Stephanie Stumph | Laufzeit und FSK noch unbekannt
Lance Sterling ist der beste Geheimagent der Welt, Experte in sämtlichen Kampftechniken und hat schon mehrmals den Planeten vor den Plänen finsterer Bösewichter bewahrt. Dass er darüber ziemlich selbstverliebt geworden ist, kümmert da kaum jemanden. Walter Beckett, ein junges Wissenschaftsgenie, arbeitet für dieselbe Behörde, ist jedoch schüchtern und sozial völlig ungeschickt. Eines Tages sucht Sterling ihn auf, um für eine Mission gegen den Erzschurken Tristan McFord nützliches Equipment zu erhalten. Insbesondere Walters neu entwickelte Tarntechnologie hat es ihm angetan, bis er versehentlich deren Prototyp schluckt und in eine sprechende Taube verwandelt wird. Gemeinsam macht sich das ungleiche Duo daran, McFord aufzuhalten und ein Gegenmittel zu finden, das Sterling zurückverwandelt. Das neueste Animationswerk aus den frisch von Disney übernommenen Blue Sky Studios, die vor allem mit ihren „Ice Age“- und „Rio“-Filmen Erfolge feierten, könnte eine ebenso temporeiche wie augenzwinkernde Agentenfilmparodie werden, wenn der fertige Film hält, was die Trailer versprechen.
Cats
Kinostart: 25.12. GB/USA 2019 | Regie: Tom Hooper | mit Jennifer Hudson, Judi Dench, Idris Elba | Laufzeit und FSK noch unbekannt
Mit seinem 1981 in London uraufgeführten Werk „Cats“ läutete Andrew Lloyd Webber 1986 auch hierzulande den Siegeszug des Musicalgenres ein: Im Hamburger Operettenhaus lief es bis 2001 ununterbrochen, seitdem gab es verschiedene Spielorte und Tourneen. Mit über 50 Millionen Zuschauern weltweit gehört „Cats“ zu den erfolgreichsten Shows aller Zeiten. Basierend auf „Old Possums Katzenbuch“ des großen Lyrikers T. S. Eliot von 1939 erzählt „Les Misérables“-Regisseur Tom Hooper die Episoden um eine Katzen-Wiedergeburtswahl nun fürs Kino. Dass die Darsteller digital in Katzenmenschen verwandelt wurden, sorgte im Internet bei Erscheinen des Trailers für einige Häme, das Ergebnis ist aber durchaus nah dran an der Bühnenversion. Auch viele musik- und tierbegeisterte Kinder mögen diese sehr gerne, weshalb die Verfilmung sicher auch manche Familie in die Kinos locken wird. Sollte sie ihr Weg ins englische Original führen: Hier wurden die Songs von den namhaften Schauspielern wie Judi Dench, Idris Elba und Ian McKellen, aber auch Popstars wie Taylor Swift, Jason Derulo und Jennifer Hudson selbst gesungen!
Latte Igel und der magische Wasserstein
Kinostart: 25.12. D 2019 | Regie: Nina Wels, Regina Welker | mit den Stimmen von Luisa Wietzorek, Timur Bartels, Henning Baum | 81 Min. | FSK: ab 0 Jahren
1956 veröffentlichte der skandinavische Autor Sebastian Lybeck sein Kinderbuch „Latte Igel und der Wasserstein“, das 1959 auch bei uns Beachtung und 1969 einen frühen sowie 2009 einen extrem späten Nachfolger erhielt. Mit diesem Computeranimationsfilm wurde die Geschichte nun in bewegten Bildern umgesetzt, hier und da zeitgemäß modifiziert und Latte Igel ist anno 2019 zudem kein Held mehr, sondern eine Heldin. Die Handlung ist die einer klassischen Fantasystory, die in kindgerechte Form gebracht wurde: Als wegen akuten Wassermangels der Wald verdorrt und die Tiere zu verdursten drohen, macht sich das wegen seiner Stacheln und Schusseligkeit von vielen gemiedene Igelmädchen Latte unterstützt vom Eichhörnchenjungen Tjum auf die gefährliche Reise zum Bärenkönig. Der ist nämlich für die ganze Misere verantwortlich, weil er den titelgebenden Stein geraubt hat. Die putzigen Animationen sind solider Standard, und dramaturgisch wurde das Gezeigte auch schon für Vierjährige verständlich und nicht zu aufregend umgesetzt – wer älter als acht Jahre ist, könnte sich aber womöglich langweilen.
Als Hitler das rosa Kaninchen stahl
Kinostart: 26.12. D 2019 | Regie: Caroline Link | mit Riva Krymalowski, Oliver Masucci, Carla Juri | 119 Min. | FSK: ab 0 Jahren
Basierend auf ihren eigenen Kindheitserlebnissen schrieb die im Mai verstorbene Autorin Judith Kerr 1971 den Roman „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“. Drei Jahre später erhielt sie dafür den Deutschen Jugendliteraturpreis, bis heute wurden alleine bei uns rund eineinhalb Millionen Exemplare verkauft. Nach einem Fernsehfilm von 1978 folgt nun die erste Adaption fürs Kino. Erzählt wird aus der Kindersicht der neunjährigen Anna Kemper, wie ihr Schriftstellervater wegen seiner jüdischen Wurzeln und politischen Aktivitäten 1933 vor den Nationalsozialisten aus der Berliner Heimat nach Frankreich flüchten muss und die Familie bald darauf nachholt. Dabei entsteht nicht nur ein schon für Grundschulkinder geeigneter Einblick in die damaligen Ereignisse, es wird auch – höchst aktuell – verständlich gemacht, was es bedeutet, ein Flüchtling zu sein. Der komplette Film war bis Redaktionsschluss nicht zu sehen, dass aber Caroline Link („Jenseits der Stille“, „Nirgendwo in Afrika“, „Der Junge muss an die frische Luft“) Regie führte, stimmt zuversichtlich, dass der Bestseller feinfühlig und sehenswert umgesetzt wurde.
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