Feriencamp für von Hochwasser betroffene Kinder in Stolberg

Auf dem Gelände des VfL 08 Vichttal bei Stolberg werden noch bis zum Ende der Sommerferien täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr bis zu 100 Kinder betreut, damit ihre Eltern sich in Ruhe um die Wiederherstellung von Wohnraum und Ladenlokalen kümmern können, die durch das Hochwasser in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli zerstört wurden. Möglich wird diese private Initiative durch den großen Einsatz zahlreicher Freiwilliger.

Auf einem Kunstrasenplatz des VfL 08 Vichttal stehen eine Hüpfburg und ein Wagenpark mit Bobby Cars, vor dem Vereinsheim wird der Grill angeschmissen. Daneben hat das THW große Zelte aufgebaut – für den Fall, dass es regnet, können sich die Kinder hier aufhalten und das Mittagessen einnehmen. Das Vereinsheim ist randvoll mit Spenden, neben einem Basteltisch und einer Station mit Snacks für den Vormittag hat vor der Vereinstheke nicht mehr viel Platz. Eine weitere Hüpfburg ist nebenan in der Indoorhalle aufgebaut, denn es soll heute regnen und die Kinder sollen möglichst unbelastet drinnen spielen können.

Die Idee zu dieser Initiative hatte Patricia Simons am Montag nach der Flutkatastrophe beim Bügeln. Sie machte sich Gedanken um die Kinder, die in dieser Krisensituation inmitten von Trümmern und Matsch bei den Aufräumarbeiten ihren belasteten Eltern eher im Weg stehen. Bei Facebook postete sie die Frage, ob sich nicht ein Gelände finden lasse, wo man den Kindern täglich ein paar unbelastete Stunden bieten könne – schließlich sind ja auch noch Sommerferien.

Es meldete sich Andrea Ervens, ihrerseits Mitglied beim VfL 08 Vichttal. In Windeseile sagte der Vereinsvorstand zu, und da konnte es auch schon losgehen.

Gerd vom VfL 08 Vichttal hat sich extra freigenommen | Foto: Birgit Franchy

Überwältigt sind die beiden Initiatorinnen vom Zuspruch, den die Aktion auf allen Seiten findet. Dankbare Familien auf der einen Seite, unzählige Spenden und Freiwillige auf der anderen Seite. Hüpfburgfirmen lieferten Hüpfburgen, Kindertherapeutinnen und -therapeuten samt Therapiehund boten Dienste an, Vereinsmitglieder wie Trainer und Spielekoordinator Gerd nahmen Urlaub, um täglich vor Ort sein zu können, ein Kühlwagen wurde gestellt, ein Shuttledienst zum Holen und Bringen der Kinder organsiert, eine Pizzeria sponserte Pizza, an einem anderen Tag gab es Grillgut. Inzwischen wurde der Service weiter professionalisiert, man arbeitet mit dem Krisenstab der Stadt Stolberg zusammen. So baute das THW Zelte auf und ab Montag, den 26. Juli, wird eine Cateringfirma, organisiert über das Jobcenter, die Bewirtung übernehmen.

Patricia und Andrea zeigen sich begeistert von der Aktion, die in Stolberg gut angenommen wird, auch wenn längst nicht alle Kinder und Familien erreicht werden. Über Social Media sei die Organisation besonders schnell und unkompliziert vonstattengegangen, man erreiche sehr viele Menschen. Drei Damen aus Stuttgart hätten an diesem Tag nagelneue Schultaschen samt Ausstattung vorbeigebracht, um weitere Schulausrüstung kümmere sich der ortsansässige Lions Club.

Auch Yvonne aus Gürzenich hat sich eingeschaltet. In diesem Dürener Stadtteil war sie selbst nicht vom Hochwasser betroffen, hat jedoch sofort beschlossen, aktiv zu werden. Inzwischen koordiniert sie 50 Menschen, hat 30.000 Euro an Spenden eingenommen. Sonntagmittag schaut sie beim Sportplatz des VfL 08 Vichttal vorbei, fragt, was konkret benötigt wird. Über den Kontakt habe man auch schon einer Stolberger Tagesmutter, die die Räumlichkeiten für die Kinderbetreuung verloren hat, zu einer neuen Einrichtung verholfen. Man sei mit Amazon in Kontakt, habe günstig eine große Anzahl an Kühlschränken und Waschmaschinen bestellt. Schnelle, unbürokratische Hilfe ist gefragt.

Jetzt geht es um den Stadtteil Mühle, den sozialen Brennpunkt von Stolberg. Sind die Familien dort erreicht worden? Wie kann man noch unterstützen? Yvonne wird gleich mit Patricias Mann in die Stadt hinunterfahren und sehen, was zu tun ist.

Am Montag wird das Feriencamp weitergehen. Eine Firma hat Kartons gespendet – es soll eine riesige Kartonstadt mit „Traumhäusern“ entstehen.

Zahlreiche Spenden für die Kinder in Stolberg | Foto: Birgit Franchy

Derzeit braucht es bis auf Bastelmaterial für Schultüten und Sprühkreide keine weiteren Sachspenden vor Ort.
Wer Hilfe anbieten oder spenden möchte, möge dies bitte im Vorfeld mit Andrea Ervens absprechen: 0177 3686556

KingKalli hat einen unserer Aachen-Spielteppiche gespendet, der sofort angenommen wird :)

Hier findet man noch mehr Möglichkeiten in der Region zu helfen:

kingkalli.de/helfen-hilfe-hochwasser-in-der-region-aachen-dueren/

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