Papa, Mama und zwei Töchter, 7.500 Kilometer in 8,5 Wochen quer durch Kanada. Was nach großem Abenteuer klingt, hat Familie Schmetz selbst erlebt. Sie hat ihre Ersparnisse, Eltern- und Urlaubszeiten zusammengepackt und ist in einem Mietwagen durchs zweitgrößte Land der Erde getourt. Trotz aller Herausforderungen würde sie es jederzeit wieder machen.
Die beste Reisezeit
Bei Familie Schmetz erlaubten Urlaubs- und Elternzeiten zusammengenommen eine Reisedauer von über zwei Monaten im Mai und Juni 2023. In die Zeit fielen nicht nur der erste und der dritte Geburtstag der Töchter, sondern auch die Geburtstage der Eltern. Im Nachhinein die beste Zeit, wie Heiko Schmetz findet.
„Eine solche Gelegenheit wie die Elternzeit kommt so leicht nicht wieder. Und auch wenn viele sagen, dass dafür die Elternzeit eigentlich nicht gedacht sei, sind wir der Meinung, dass man gerade auf einer solchen Reise viel von- und übereinander lernen und zusammenwachsen kann.“

Die größten Herausforderungen
Vier Monate dauerte die akribische Planung mitsamt Mietwagen und sämtlichen Übernachtungsstationen. Feste Stopps auf der vorab festgelegten Tour waren 120 Spielplätze: Maximal vier Stunden pro Tag wurden im Mietwagen verbracht, spätestens nach zwei Stunden waren Pausen mit ausgiebigem Austoben angesagt. „Da ist Kanada Deutschland weit voraus! Die Spielplätze sind allesamt groß, hochwertig und langlebig gebaut und verfügen über ausreichend Geräte für Kleinkinder, sogar Eltern-Kind-Schaukeln und Geschwister-Rutschen. Und fast alle haben kostenfreie Splash Pads, also Wasserspielplätze, die bei Temperaturen um die 30 Grad Celsius im Juni ein Segen sind“, erinnert sich Heiko Schmetz begeistert. Übernachtet wurde in Airbnbs von Familien für Familien, meistens nur für eine Nacht. Einzig an den Niagarafällen blieb Familie Schmetz eine Woche in derselben Unterkunft. Hier wartete eine weitere Herausforderung: „Die Kleine zahnte gerade, und die Große hatte am ersten Tag Durchfall bekommen – und wir keinen Zugang zur Waschmaschine …“ Ein Telefonat mit dem Vermieter später war eine verschlossene Tür geöffnet und die Eltern waren eine Erkenntnis reicher: Beim Buchen immer an die Waschmaschine denken! Weitere Tipps zum Meistern von Herausforderungen? Nichts erzwingen und immer einen Plan B haben, dann kann man das Abenteuer entspannter genießen.

Die schönsten Erinnerungen
Einen Grizzlybären vom Auto aus beobachten, eine Schwarzbären-Mama mit zwei Kindern auf Armeslänge, ein Tag auf der Selbstpflück-Blaubeerfarm, der größte Dino-saurierpark der Welt mit echten Fossilien und lebensgroßen Nachbildungen inmitten der Prärie der kanadischen Badlands. Geburtstage an den Niagarafällen, an den noch 30 Meter höheren Montmorency- Wasserfällen bei Quebec und nicht zuletzt auf der frei schwingenden Golden Skybridge in über 140 Metern Höhe in den Rocky Mountains, auf der die Dreijährige begeistert spazierte. Was die Eltern auch nie vergessen werden: Wie sich die größere Schwester während der gesamten Reisezeit als wahre Beschützerin der kleineren entwickelte und ihre eigentlich natürliche Eifersucht offenbar beim Kofferpacken zuhause vergaß. Die Liste ließe sich endlos fortführen, denn die Familie ist sich einig:
„Wir hatten die beste Zeit unseres Lebens!“
Bisher. Denn die nächste Reise ist schon in gedanklicher Planung. Vielleicht geht es nach Neuseeland. Wir sind gespannt auf den Bericht!
Damit andere Familien von den Erfahrungen profitieren können, hat Heiko Schmetz im Anschluss an das Abenteuer elf Monate lang aus seinem Reisetagebuch einen Reiseführer speziell für Familien mit kleinen Kindern entwickelt:
„Abenteuer Familienzeit: Der Reiseführer für Elternzeitreisen und Familienurlaube mit (Klein-)Kindern in Kanada“, mit 120 Spielplätzen in West- und Ostkanada, Restauranttipps, Bäckereien und Eisdielen, Infos zu Wildlife-Sichtungen, Tourenvorschlägen und persönlichen Tipps.
Erhältlich als eBook oder Taschenbuch, 240 Seiten, 14,90 Euro
Text: Tanya Blümke | Fotos: Familie Schmetz / privat
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