Familienfilme – rund um Halloween, Monster, Geister und Vampire

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Die besten Familienfilme für Halloween – Grafik: iStock, RomoloTavani

Monster, Geister und Vampire – sie faszinieren und gruseln zugleich. Was gibt es Schöneres, als sich an einem düsteren, regnerischen Abend zusammenzukuscheln und mit der ganzen Familie einen Film zu schauen? Passend zur Halloweenzeit hat unsere Filmredaktion ein Best-of der letzten Jahre zusammengestellt. Es geht los mit Elliot dem Schmunzelmonster (1977) und endet bei dem aktuellen Film „Daffy Duck und Schweinchen Dick retten den Planeten“ (2024). Die Liste wurde im September 2024 mit fünf Tipps von Peter aktualisiert und damit haben wir inzwischen 25 Filme zusammengestellt. Nicht jeder Monstergeistervampirfilm der letzten Jahre wurde aufgenommen, sondern nur Empfehlungen unserer Filmkenner. Wo die Filme gerade gestreamt werden, bitte selber nachgucken, denn das ändert sich ja auch schonmal.

Ein klebriges Abenteuer – Daffy Duck und Schweinchen Dick retten den Planeten

Ein klebriges Abenteuer| Foto: WBEI

Die Looney Tunes sind für Warner Bros. das, was Micky Maus & Co. für den Disney-Konzern sind. Seit 1930 entstanden über 1.000 Cartoons rund um Charaktere wie Bugs Bunny oder Tweety und Sylvester. In den beiden „Space Jam“-Filmen und „Looney Tunes: Back in Action“ interagierten sie auch schon in drei Kino-Mischfilmen neben realen Darstellern. „Ein klebriges Abenteuer“ ist nun ihr erster komplett animierter Kinofilm, dessen Protagonisten zwei der beliebtesten Figuren des Ensembles sind. Die abgedrehte Handlung dreht sich um einen Außerirdischen, dessen Kaugummis alle Erdbewohner zu ferngesteuerten Zombies machen, und nur Daffy Duck, Schweinchen Dick und Petunia Pig stellen sich ihm mutig entgegen. Wer den chaotisch-überdrehten Looney-Tunes-Humor mag, kommt hier durchaus auf seine Kosten, ebenso wie Science-Fiction- und Horrorfans jeden Alters – was allerdings auch dafür sorgt, dass kleinere Kinder den Kinobesuch besser meiden sollten, da es in einigen Szenen doch unerwartet gruselig zugeht.

USA 2024 | Regie: Peter Browngardt | 85 Min. | FSK noch unbekannt

Hui Buh und das Hexenschloss

Die Europa-Hörspielreihe um das Schlossgespenst Hui Buh ist legendär: Seit 1969 erschienen rund sechzig Folgen, ein Spin-off für Kleinkinder nicht eingerechnet. 2006 erlebte der Hausgeist von Schloss Burgeck, der so gerne gruselig wäre, erstmals ein Kinoabenteuer, das mit rund zwei Millionen Besuchern auch durchaus erfolgreich war. Eine Fortsetzung wurde dennoch lange Zeit nicht angegangen, nun ist es aber so weit – und erfreulicherweise sind Michael Herbig als Sprecher des erneut digital animierten Hui Buh sowie Christoph Maria Herbst als König Julius 111. und Rick Kavanian als Adjutant Charles wieder mit dabei. Diesmal müssen die drei Schlossbewohner Hui Buhs Nichte helfen, der jungen Hexe Ophelia. Die steht eines Tages mit dem mächtigen Zauberbuch Necronomicon vor ihnen, das ihr ihre Mutter – Hui Buhs Schwester – anvertraut hat, um es vor ihrer Entführerin, der bösen Hexe Erla, in Sicherheit zu bringen. Gemeinsam mit der dauerfluchenden Knusperhexe als Szenendiebin begibt man sich auf eine höchst amüsante und nur mild gruselige Rettungsmission, an der nicht nur Kinder Freude haben werden.

D 2022 | Regie: Sebastian Niemann | mit Nelly Hoffmann, Christoph Maria Herbst, Stimme von Michael Herbig | 88 Min. | FSK: ab 6 Jahren

 

Wolfwalkers

Mitte des 17. Jahrhunderts reist der Wolfsjäger Bill von England nach Irland, um die Gemeinde Kilkenny von einem Wolfsrudel zu befreien. Der Witwer wird von seiner Tochter Robyn begleitet, die ihn nur zu gerne bei seiner Arbeit unterstützen würde. Bei einem unerlaubten Ausflug in den Wald tappt sie in eine Falle, aus der sie ein junger Wolf befreit. Weil sie sich dafür mit einem Armbrustpfeil „bedankt“, beißt das Tier sie und entpuppt sich wenig später als das Mädchen Mebh. Wenn Mebh schläft, wird sie zum Wolf, eine Fähigkeit, die sie durch den Biss auch an Robyn weitergegeben hat, mit der sie sich anfreundet. Der recht düstere Abschluss von Tomm Moores kunstvoll eigenwillig animierter, inhaltlich unzusammenhängender Irland-Folklore-Trilogie – zuvor begeisterte er bereits mit „Das Geheimnnis von Kells“ und „Die Melodie des Meeres“ – ist bisher leider nur auf dem Exoten Apple TV+ zu sehen.
IRL/GB/LUX/F/DK/USA 2020 | Regie: Tomm Moore, Ross Stewart | mit den Stimmen von Tilda Kortemeier, Rosalie Seidl, Torsten Michaelis | 104 Min.
 | FSK: ab 6 Jahren

 

UglyDolls

2001 erfanden Sun-Min Kim und ihr späterer Ehemann David Horvath die erste von heute zahllosen Puppen, deren Markenzeichen ihre beabsichtigte Hässlichkeit ist. Die ursprünglich als Designerobjekt entwi­ckelte Figur wurde zum Verkaufsschlager, seitdem ist jede Menge Merchandising um die „UglyDolls“ entstanden. Dazu gehört ab sofort auch ein Kinofilm, der leider in weiten Teilen wie eine lange Produktwerbung anmutet. Die Handlung dreht sich um die pinkfarbene Moxy, die ihren Traum verwirklichen will, endlich Uglyville zu verlassen, um von einem Menschenkind geliebt zu werden. Gemeinsam mit ihren Freunden Lucky Bat, Ugly Dog, Babo und Wage begibt sie sich deshalb ans „Institut der Perfektion“, in dem Schönling Lou das Sagen hat, dem die Neuankömmlinge ein Dorn im Auge sind. Eine Flut eingedeutschter Popsongs, die kunterbunte Optik und eine überschaubare Geschichte mit der universellen Botschaft „du wirst geliebt, egal wie du aussiehst“ machen aus „UglyDolls“ einen gerade noch annehmbaren Film für Kinder unter acht Jahren, Ältere dürften sich aber schnell genervt oder gelangweilt abwenden.

Peter Herrmann

USA 2019 | Regie: Kelly Asbury | mit den Stimmen von Lina Larissa Strahl, Rubina Nath, Konrad Bösherz | 88 Min. | 
FSK: ab 0 Jahren

 

Die Addams Family

Vor über achtzig Jahren tauchte in Zeitungscartoons des Zeichners Charles Addams erstmals eine verschrobene Sippschaft mit Lust am Morbiden und Übernatürlichen auf, die der vermeintlich perfekten amerikanischen Familie schwarzhumorig den Zerrspiegel vorhielt. Erst für die darauf basierende TV-Serie Mitte der 1960er Jahre wurde dann der Name „Addams Family“ kreiert, deren Erlebnisse mit der „normalen“ Welt bis 2010 immer wieder in Filmform oder als Musical zu sehen waren, am erfolgreichs­ten 1991 und 1993 in zwei Kinokomödien. Nach einer längeren Medienpause kehrt sie in Form eines aufwendig produzierten Animationsfilms nun zurück zu ihren gezeichneten Anfängen. Über die Handlung geht selbst aus den vorab veröffentlichten, witzigen Trailern wenig hervor. Fest steht nur, dass das Ehepaar Gomez und Morticia Addams und ihre Verwandten nach New Jersey ziehen und dort bald von der miss­trauischen Nachbarschaft beäugt werden, allen voran einer Reality-TV-Moderatorin, die eine Karrierechance darin sieht, öffentliche Hetze gegen die Neulinge mit ihren gewöhnungsbedürftigen Interessen zu betreiben.

Kinostart: 24.10.2019 | USA 2019 | Regie: Conrad Vernon, Greg Tiernan | Laufzeit, deutsche Stimmen I FSK 6

 

Unheimlich perfekte Freunde

Für Grundschüler Frido wird es eng: Mit den letzten Klassenarbeiten soll ermittelt werden, auf welche weiterführende Schule er kommt, und allzu gut sind seine Chancen nicht, dass er es aufs Gymnasium schaffen wird. Sein bester Freund Emil leidet unterdessen darunter, stets der perfekte Sohn sein zu müssen, weswegen er auch von vielen Mitschülern angefeindet wird. Im Spiegelkabinett eines Jahrmarkts, in das beide Jungs zufällig geraten, scheint auf magische Weise die Lösung aller Probleme zu liegen: Ein Zauberspiegel verschafft ihnen Doppelgänger, die charakterlich nicht verschiedener sein könnten. Fortan kann Frido sich amüsieren, während sein Klon gute Noten schreibt, während der doppelte Emil mit dreisten Sprüchen die Klasse für sich einnimmt. Doch dann entwickeln die Duplikate ein gefährliches Eigenleben und drohen die Originale zu verdrängen. Geschickt zwischen Humor und Fantasy-Spannung pendelnd, vermischt der ansprechend inszenierte Film das Doppelgänger-Motiv bekannter Hollywoodvorbilder mit echten Kinderthemen um Freundschaft, Familie, Schulsorgen und Anerkennung.

D 2018 | Regie: Marcus H. Rosenmüller | mit Luis Vorbach, Jona Gaensslen, Margarita Broich | 92 Min.

Hotel Transsilvanien 3 – Ein Monster Urlaub

Sommerzeit ist Urlaubszeit – das sieht auch Vampirtochter Mavis so und lädt ihren vom Hotelbetrieb extrem gestress-ten Vater Dracula und den kompletten Rest der Sippschaft kurzerhand zu einer Überraschungs-Kreuzfahrt auf einem Luxusschiff speziell für Ungeheuer jeder Art ein. Gebucht ist die volle Erholungspackung samt Bordanimation und exotischen Ausflügen. Dass alle Touri-Events mit dem gewissen monströsen Dreh versehen sind, versteht sich von selbst. Zunächst tut Dracula sich schwer mit dem Wellnessgeschenk. Dann begegnet der Vampirwitwer jedoch Ericka, der Kapitänin des Gruseldampfers, und verliebt sich buchstäblich unsterblich in sie. Was aber anfangs nach dem Höhepunkt der Ferienreise klingt, entpuppt sich als wahrer Albtraum, denn Ericka ist nicht die, die sie vorgibt zu sein. Der fertige Film war bis Redaktionsschluss nicht zu sehen, die in den Trailern gezeigten Gags sind aber weitestgehend witzig, sodass man hoffen darf, dass das dritte Abenteuer der Blutsaugerfamilie samt menschlichen Anhängen wie schon die Vorgängerfilme ein kurzweiliger, wenn auch eher oberflächlicher Animationsspaß sein wird.

Peter Herrmann

USA 2018 | Regie: Genndy Tartakovsky ⁄ mit den Stimmen von Rick Kavanian, Janina Uhse, Anke Engelke | Laufzeit und FSK noch unbekannt

 

Gänsehaut 2 – Gruseliges Halloween

Angelehnt an die Geschichten von R. L. Stine und die auf ihnen basierende 90er-Jahre-Jugendfernsehserie konnte das Gruselabenteuer „Gänsehaut“ im Winter 2015/16 in den Kinos einen Achtungserfolg verbuchen. Kurz vor Halloween erscheint nun Teil 2, der sonderbarerweise auf die im Vorgänger etablierten menschlichen Charaktere und damit auch auf Jack Black in der Rolle des Autors höchstselbst verzichtet. Immerhin kehren einige bekannte Kreaturen zurück auf die Leinwand, allen voran die Bauchrednerpuppe Slappy, die dem Yeti und dem Wolfsmenschen, aber auch neuen Wesen wie der Riesenspinne, dem kopflosen Reiter und den mörderischen Gummibären den Weg aus einem von Stines Gruselbüchern in unsere Realität weist, damit Halloween niemals endet. Mitten hinein geraten die Teenager Sonny, Sam und Sarah, nachdem sie einen versiegelten Roman geöffnet haben und abermals monströses Chaos in der Kleinstadt Madison ausbricht. Der Film wurde vor Redaktionsschluss nicht gezeigt, dürfte aber wie schon Teil 1 höchstwahrscheinlich in Begleitung eines Erwachsenen auch schon für Gruselfans ab zehn Jahren geeignet sein.

Peter Herrmann

USA 2018 | Regie: Ari Sandel | mit Jeremy Ray Taylor, Caleel Harris, Madison Iseman | FSK 12

 

Meine teuflisch gute Freundin

Sie mag zwar die Tochter des Teufels sein, die Probleme der 14-jährigen Lilith unterscheiden sich jedoch kaum von denen normaler Teenager. Gelangweilt von der eintönigen Hölle will sie sich endlich beweisen und macht Papa Satan dazu einen Vorschlag: Wenn sie es innerhalb einer Woche schafft, einen braven Erdenbürger zum Bösen zu verführen, darf sie dauerhaft auf der Welt Übles tun. Schafft sie es nicht, droht ihr auf ewig ein öder Bürojob in der väterlichen Unterwelt. Dumm nur, dass Liliths ahnungslose „Gastfamilie“ aus lauter Gutmenschen besteht, allen voran Greta, die im selben Alter wie sie ist und mit ihr zur Schule geht. Mit verschiedenen Gemeinheiten versucht das Teufelsmädchen, Greta für seine Zwecke zu manipulieren, macht stattdessen aber selbst unerwartete Erfahrungen. Die solide Teenagerkomödie basiert auf dem Roman „How to be really bad“ von Hortense Ullrich und punktet mit spielfreudigen Darstellern und einer zielgruppengerechten Variante thematisch ähnlich gelagerter Filme wie „Teuflisch“ oder „Little Nicky“ fernab von Reiterhöfen, Sommercamps und Tanzschulen.

D 2017 | Regie: Marco Petry | mit Emma Bading, Janina Fautz, Emilio Sakraya
100 Min. | FSK: ab 6 Jahren

 

Happy Family

Um Familie Wünschmann steht es nicht zum Besten: Der Buchladen von Mutter Emma steht kurz vor der Pleite, Vater Frank in seinem Bankerjob vor dem Burnout, Tochter Fee pubertiert heftig vor sich hin und der hochintelligente Sohn Max wird von seinen Mitschülern gemobbt. Nach dem Besuch einer desaströsen Kostümparty kommt es noch schlimmer: Hexe Baba Jaga belegt die vier mit einem Fluch und verwandelt Emma in eine Vampirin, Frank in Frankensteins Monster, Fee in eine Mumie und Max in einen Werwolf. Hinter allem steckt Graf Dracula, der sich in Emma verliebt hat und sie um jeden Preis für sich gewinnen will. Zunächst scheint sein Plan auch aufzugehen, treibt doch die Suche nach Baba Jaga trotz der Entdeckung übernatürlicher Fähigkeiten weitere Keile zwischen die Wünschmanns. Am Ende dürfte in dieser familienkompatiblen und aus Marketinggründen amerikanisierten Adaption von David Safiers Erfolgsroman natürlich alles gut ausgehen, wenn Emma, Frank, Fee und Max auf hoffentlich beste Animationsfilmmachart enger zusammengeschweißt werden, eine Pressevorführung gab es bis Redaktionsschluss leider noch nicht.

Peter Herrmann

D 2017 | Regie: Holger Tappe | mit den Stimmen von Maximilian Ehrenreich, Ulrike Stürzbecher, Tobias Meister | 93 Min., FSK: ab 0 Jahren

 

Der kleine Vampir

1979 veröffentlichte Angela Sommer-Bodenburg den ersten Band ihrer inzwischen 21-teiligen Reihe um den kleinen Vampir Rüdiger von Schlotterstein und dessen Menschenfreund Anton Bohnsack. 1985 und 1992 wurden die ersten vier Geschichten in zwei voneinander unabhängigen TV-Serien umgesetzt, 2000 folgte dann noch ein US-amerikanischer Kinofilm, der außer den Charakteren aber nichts mit der literarischen Vorlage zu tun hatte. Diese neue und erste Trickfilmversion bedient sich ebenfalls nur der Grundkonstellation und Figuren der Ursprungsstory und verlegt die Handlung nach Transsylvanien und in den Schwarzwald, wo Rüdiger in Anton zunächst einen Freund, dann auch einen Helfer darin findet, die Gäste seiner Geburtstagsfeier aus einer Falle des fiesen Vampirjägers Geiermeier zu befreien. Insgesamt ist diese jüngste Adaption ein inhaltlich wie visuell solider, amüsant „angegruselter“ Kinderfilm mit milden Actioneinlagen geworden. Ärgerlich sind jedoch einige grammatische Patzer im Dialogdrehbuch und die nicht immer korrekt betonenden Synchronstimmen: Hier hätte etwas mehr Sorgfalt zu einem runderen Endergebnis geführt.

Peter Herrmann

D/NL/GB/DK 2017 | Regie: Richard Claus, Karsten Kiilerich | mit den Stimmen von Bennet Pappe, Ben Boxberg, Thomas Balou Martin | 82 Min. | FSK noch unbekannt

 

Der kleine Vampir

1979 veröffentlichte Angela Sommer-Bodenburg den ersten Band ihrer inzwischen 21-teiligen Reihe um den kleinen Vampir Rüdiger von Schlotterstein und dessen Menschenfreund Anton Bohnsack. 1985 und 1992 wurden die ersten vier Geschichten in zwei voneinander unabhängigen TV-Serien umgesetzt, 2000 folgte dann noch ein US-amerikanischer Kinofilm, der außer den Charakteren aber nichts mit der literarischen Vorlage zu tun hatte. Diese neue und erste Trickfilmversion bedient sich ebenfalls nur der Grundkonstellation und Figuren der Ursprungsstory und verlegt die Handlung nach Transsylvanien und in den Schwarzwald, wo Rüdiger in Anton zunächst einen Freund, dann auch einen Helfer darin findet, die Gäste seiner Geburtstagsfeier aus einer Falle des fiesen Vampirjägers Geiermeier zu befreien. Insgesamt ist diese jüngste Adaption ein inhaltlich wie visuell solider, amüsant „angegruselter“ Kinderfilm mit milden Actioneinlagen geworden. Ärgerlich sind jedoch einige grammatische Patzer im Dialogdrehbuch und die nicht immer korrekt betonenden Synchronstimmen: Hier hätte etwas mehr Sorgfalt zu einem runderen Endergebnis geführt.

Peter Herrmann

D/NL/GB/DK 2017 | Regie: Richard Claus, Karsten Kiilerich | mit den Stimmen von Bennet Pappe, Ben Boxberg, Thomas Balou Martin | 82 Min. | FSK noch unbekannt

 

Die Vampirschwestern 3 – Reise nach Transsilvanien

Auf bisher dreizehn Bände hat es die „Vampirschwestern“-Kinderbuchreihe von Franziska Gehm in den letzten acht Jahren gebracht. Nun erhalten auch die beiden davon inspirierten Filme eine weitere Fortsetzung – kein Wunder, strömten doch immerhin zusammen eineinhalb Millionen junge Vampirfans für die vorangegangenen Teile in die Kinos, wenngleich mit sinkender Tendenz. Im Zentrum der Handlung steht diesmal – zumindest indirekt – der Familiennachwuchs der Familie Tepes, Baby Franz. Der knapp ein Jahr alte Mini-Halbvampir hat es nämlich der Vampirkönigin Antanasia angetan, die ihn in ihrer transsilvanischen Heimat zu ihrem Thronfolger ernennen möchte und deshalb in einem günstigen Moment entführt. Da ist es natürlich an den Titelheldinnen Daka und Silvania, ihren kleinen Bruder zu befreien, unterstützt von „Krypton Krax“-Sänger Murdo und ihrem einstigen Erzfeind, dem Vampirjäger Dirk van Kombast. Das Vorhaben wird nicht unbedingt dadurch erleichtert, dass die beiden Schwestern getrennt unterwegs sind und Daka bald den verführerischen Angeboten der bösen Königin zu erliegen droht. Der dritte Leinwandausflug von Daka und Silvania dürfte aufgrund des Alters der beiden Hauptdarstellerinnen vermutlich der letzte gewesen sein. Wem die etwas angestaubt-brave Inszenierung der Vorgänger zugesagt hat, dürfte auch an dieser vergnüglichen, bewusst ungruseligen Fantasy-Komödie Gefallen finden.

Peter Herrmann

D 2016 | Regie: Tim Trachte | mit Marta Martin, Laura Antonia Roge, Jana Pallaske | 95 Min. | FSK: ab 0 Jahren

 

Rubinrot

Teenager-Liebe und Fantasy-Epos. Das sind zwei Begriffe, die im Moment ganz gut funktionieren. Vorbild und Auslöser für die glattpolierten Franchise-Monstren ist selbstverständlich die kürzlich zu Ende gegangene Vampir-Knutschfetzen-Reihe „Twilight“.

Mit „Rubinrot“ startet nun mit der Adaption einer Romanreihe von Kerstin Gier, die bereits Wochen und Monate die Bestsellerlisten schmücken konnte, so etwas wie ein ureigener deutscher Versuch, an diese Erfolge anzuknüpfen. In groben Zügen geht es um die spätpubertierende Gwendolyn Shepard (Maria Ehrich), deren Familie sich durch ein besonderes Gen vom Ottonormalverbraucher unterscheidet – es ermöglicht seinen Trägern Reisen in die Vergangenheit. Gwen wird in der Annahme erzogen, keine Trägerin des Gens zu sein, die Familie vermutet hinter ihrer Cousine Charlotte (Laura Berlin) das außerordentliche Talent. Das ist Gwen eigentlich ganz recht, bis sie sich unversehens im viktorianischen London (mit großem Aufwand zur glaubwürdigen Kulisse erhoben) wiederfindet. Die Fähigkeit bringt neben unglaublichen Erfahrungen allerdings auch Neid und handfeste Gefahrensituationen hervor.

Peter Herrmann

Deutschland 2013 | Regie: Felix Fuchssteiner | Mit Maria Ehrich, Jannis Niewöhner, Laura Berlin

 

Breaking Dawn – Biss zum Ende der Nacht – Teil 2

Es ist so weit, das derzeitig wichtigste popkulturelle Phänomen für Jugendliche findet auch in Filmform sein Ende. Die Schmonzette um Bella und ihre beiden feschen Jungs wird von der Kritik zwar weitgehend verlacht, ist aber als Katalysator für Bedürfnisse und Sehnsüchte von Teenies auf der ganzen Welt von Bedeutung.

Zudem ist Bill Condon mit dem Vorgänger – der in diesem Fall ja einfach die erste Hälfte des Films war – der tiefste und ästhetisch interessanteste Vertreter der Reihe gelungen. Teil 2, knüpft fraglos direkt an den spektakulären Soap-Cliffhanger aus „Biss zum Ende der Nacht“ an. Qualitativ und inhaltlich, wohlgemerkt. Fans wissen ohnehin, worum es geht und wie das Drama endet. Sicher ist jedenfalls, dass Bill Condon die queere Seite der Reihe noch einmal nachdrücklich herausarbeitet und wie wollüstig er besonders auf den männlichen Körpern verweilt, während die schöne Bella eher keusch bleiben muss und von der Kamera nie als wirklich anziehendes Sexualobjekt inszeniert wird. Es bleibt festzuhalten: Mit diesem Film endet eine der einträglichsten Filmserien unserer Zeit, die man in einigen Jahren vielleicht als unterschätzt und zu wenig ernst genommen aufnehmen wird.

Peter Herrmann

USA 2012 | Regie: Bill Condon | Altersfreigabe: ab 12 Jahren

 

Hotel Transsilvanien

Das Hotel Transsilvanien ist die exquisiteste Adresse für Monster aller Art, denn es ist ein 5-Sterne-Hotel, welches von Graf Dracula (Originalstimme: Adam Sandler) persönlich betrieben wird.
Werwölfe, Untote und Monster kommen hierher, wenn sie fernab der Menschen ein wenig Entspannung suchen und einfach nur so sein wollen, wie sie eben sind. Anlässlich einer Feier hat der Graf die bekanntesten Ungetüme der Welt eingeladen: Frankenstein (Kevin James), Quasimodo (Jon Lovitz), die alte ägyptische Mumie (Cee-Lo Green) und viele mehr. Der Grund der Einladung ist für den Vampir eine Herzenssache, denn seine Tochter Mavis (Selena Gomez) feiert ihren 118. Geburtstag, was für einen Vampir immer noch ein Teenageralter ist. Mitten in den Vorbereitungen zur Feier kommt es aber zum größten Unglück, das sich Dracula nur ausmalen kann – der Mensch Jonathan (Andy Samberg) stolpert durch Zufall ins Hotel und bringt die gesamte Idylle durcheinander. Erst recht verzwickt wird es, als sich Mavis und der ungebetene Gast näherkommen …
(Quelle: Filmstarts)

D/FR 2012 | Regie: Genndy Tartakovsky ⁄ Altersfreigabe: ab 6 Jahren

 

Ein Monster in Paris

Paris zum Ende der Belle Epoque: Die Stadt leidet an einer großen Überflutung und die Gassen werden von einem mysteriösen Monster unsicher gemacht. Doch auch dieses Monster leidet eher selbst unter dem Schrecken, den es eher unfreiwillig verbreitet. Der introvertierte Filmvorführer Emile und sein chaotischer Freund Raoul haben das „Monster“ entfesselt, als die beiden in ein verlassenes Gewächshaus eingestiegen sind und dort mit verschiedenen Tinkturen ein heilloses Durcheinander veranstaltet haben. Ein harmloser kleiner Floh bekommt das wild gemischte Wachstumsserum ab und verwandelt sich auf skurrile Weise. Schon bald ist die gesamte Stadt auf der Jagd nach der vermeintlichen Bedrohung. Der Film lässt die prächtige Epoche in leuchtenden Farben erwachen und muss sich keinesfalls hinter den übermächtigen Konkurrenten aus den USA verstecken. Romantisch und wundervoll verklärend taucht „Ein Monster in Paris“ auch in die Frühphase der Kinokunst ein und erweist den damals entstandenen Pionierwerken den entsprechenden Respekt. Die französische Hauptstadt wird von der Kamera in ihrer Tiefe durchmessen – der Film ist als 3D-Werk entstanden und nutzt diese Technik weniger als Gimmick (wie etwa „Monster vs Aliens“ es tut), sondern als raumerweiterndes, multifunktionales Stilmittel.

Marco Siedelmann

Frankreich 2011 | Regie: Bibo Bergeron | ohne Altersbeschränkung | 90 Minuten | erhältlich auf DVD und Blu-Ray

 

Der Grüffelo

Die literarische Vorlage zu diesem Kurfilm erschien 1999 und zog schnell den Siegeszug zum weltweit gelesenen modernen Kinderbuchklassiker an – der mit dreißig Minuten schon fast mittellange Film nähert sich sowohl inhaltlich als auch zeichnerisch mit größtem Respekt einer möglichst adäquaten Adaption, scheitert aber an der hausbackenen Inszenierung und den wenig ausgereiften Animationen.

Die parabelhafte Geschichte hat aber auch in dieser stilistisch wenig magischen Version einen speziellen Reiz und dazu einen unaufdringlichen pädagogischen Wert: Eine Maus erfindet einen imaginären Freund, ein erschreckendes Monster, um sich die zahlreichen natürlichen Feinde des Waldes vom Leib zu halten. Das der Grüffelo dann urplötzlich wirklich in ihr Leben tritt ist schließlich eine faustdicke Überraschung für das fabulierfreudige Tier. Eine starke Freundschaftsgeschichte und ein leicht zu lesendes Plädoyer gegen von Äußerlichkeiten bestimmte Vorurteile.

Warum dieser Kurzfilm mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, bleibt dennoch nicht ganz nachvollziehbar.

Marco Siedelmann

GB/D 2009 | Regie: Max Lang, Jakob Schuh | ohne Altersbeschränkung | erhältlich auf DVD

 

Monsters vs Aliens

Mehr Monster gab’s nie: Für Susan Murphy soll es der schönste Tag des Lebens werden, der Tag ihrer Hochzeit. Kurz bevor sie vor den Traualtar tritt um den aufstrebenden Nachrichtensprecher Derek zu ehelichen, passiert das Unglaubliche. Susan wird von einem Meteoriten getroffen,was von den Hochzeitsgästen unbemerkt und in den ersten Minuten noch ohne Folgen bleibt.

Vor dem Altar beginnt sie in rasender Geschwindigkeit zu wachsen und auch die Regierung ist schon zur Stelle – nach diesen chaotischen Ereignissen findet sich die auf gigantische Größe angewachsene Susan in einer streng geheimen militärischen Einrichtung wieder. Hier werden seit den 1950er Jahren verschiedene Monster vor der Öffentlichkeit versteckt, wie der Fischmensch Missing Link, die gallertartige Masse B.O.B., der stumme haarige Riese Insektosaurus (der einst Tokio angriff) und der geniale Dr. Kakerlake. Abgeschlossen von der Außenwelt, ist der einzige menschliche Kontakt für die Gruppe General Monger, der den Stützpunkt seit Anbeginn kontrolliert und überwacht. Auftakt für ein bonbonbuntes und sehr liebevoll ausgeschmücktes Action-Abenteuer, das trotz seiner vielen filmhistorischen Anspielungen auch für Kinder konsumierbar und unterhaltsam bleibt. Dem Studiogiganten DreamWorks ist es in keinem Film besser gelungen, alt und jung sympathisch zu unterhalten und dabei eine fesselnde Geschichte zu erzählen.

Marco Siedelmann

USA 2009 | Regie: Rob Letterman & Conrad Vernon I FSK: ab 6 | 94 Minuten | erhältlich auf DVD und Blu-Ray

 

Monster House

DJ ist ein gewöhnlicher amerikanischer Junge, der in seiner gemütlichen Vorstadt aufwächst – gegenüber wohnt der griesgrämige Nebbercracker, ein miesepetriger Zeitgenosse. Er ist dafür bekannt, mit Argusaugen über seinen Vorgarten zu wachen und jedes sich nähernde Kind rücksichtslos zu verjagen. Als ein Ball in besagtem Vorgarten landet, fasst sich DJ ein Herz und versucht, ihn zurückzuholen. Der Nachbar ist sofort zur Stelle, um ihn aufzuhalten – doch mitten in seiner Schimpftirade stirbt er. Im Anschluss scheint sein nun leerstehendes Haus ein Eigenleben zu entwickeln.

Mit seinen Freunden macht sich DJ auf, um das Geheimnis zu finden. Es ist im Grunde kein Wunder, dass dieser außerordentlich großartige Animationsfilm relativ unbeachtet blieb und an den Kinokassen abgesoffen ist. Viele Sequenzen im unheimlichen Haus, sind beängstigend suggestiv ausgefallen und könnten labile Kinder nachhaltig erschrecken. Es ist faszinierend, wie der Film geschickt die Architektur des Hauses variiert und bis ins letzte Detail ausreizt. Das Monster ist hier das ganze Haus und im Gegensatz zu den anderen hier vorgestellten Filmen ist es wirklich garstig gestimmt und will einem ans Leder. Dennoch trägt es auch ein tragisches Schicksal in sich, welches jenem von „Casper“ ähnelt, wird im Vergleich aber wesentlich weniger süßlich und melancholisch aufbereitet.
Der Film ist zwar ab 6, aber eher etwas für ältere Kinder und erwachsene Filmfans.

Marco Siedelmann

USA 2006 | Regie: Gil Kenan | Altersfreigabe: ab 6 | 91 Minuten I erhältlich auf DVD und Blu-Ray

 

Die Monster AG

„Die Monster AG“ sticht zeitgenössische Konkurrenten gnadenlos aus: Sowohl der etwas rüde „Shrek“ als auch der cartooneske „Ice Age“ bleiben erzählerisch und optisch zurück, beide wirken dagegen steif, unbeweglich und vor allem bereits jetzt enorm gealtert. Pixar erweist sich dagegen als absolute Bastion des technisch Machbaren, und wie schon in den vorigen Meisterwerken der Firma lehnt man sich eben nie so weit aus dem Fenster wie die Konkurrenz.

Nachdem Filme wie „Toy Story“ eher glatte Oberflächen präsentierten, sind die Kuschelmonster in diesem Film vor allem wegen ihrer komplex animierten Felle sehenswert. Dass ein computergeneriertes Wesen so flauschig und anschmiegsam wirken kann, war bis dato nicht vorstellbar und ist bis heute noch die Referenz im Genre. Abseits dieser gestalterischen Merkmale ist auch die Geschichte um einiges klüger als bei den genannten Filmen anderer Firmen. Schon die Grundidee begeistert durch ihre Doppelbödigkeit und ihre clevere Umgestaltung von Kindermythen: Nachts kommen die Monster in Kinderzimmer, um die Kinder zu erschrecken. So weit, so bekannt. Doch in vorliegendem Fall müssen sie das tun als Angestellte einer Firma, die die Kinderschreie benötigt, um Energie herzustellen. Was die Kids nicht wissen: Die Monster fürchten sich ebenso sehr vor ihnen und glauben, bei der geringsten Berührung von einem Kind sterben zu müssen. Köstliches Pflichtprogramm!

Marco Siedelmann

USA 2001 | Regie: Pete Docter, Lee Unkrich, David Silverman | Altersfreigabe: ab 6 | 93 Minuten I erhältlich auf DVD und Blu-Ray

 

Casper

Casper ist so ganz anders als seine drei bösartigen Onkel, die nichts anderes im Sinn haben, als Menschen zu erschrecken. Gemeinsam stecken die vier in einem verwunschenen Haus fest, das nun von einem ambitionierten Geisterjäger (Bill Pullman) und seiner kleinen Tochter (die junge Christina Ricci) bezogen wird. Während seine Verwandten eine Gemeinheit nach der anderen planen, offenbart sich für Casper endlich die Möglichkeit auf eine echte Freundschaft. Nachdem er Kate von seiner Harmlosigkeit überzeugt hat, rückt dieser Traum in greifbare Nähe.

Casper, der freundliche Geist. Er blickt auf eine lange Tradition zurück, spukte bereits in den frühen Fünfzigerjahren durch zahlreiche Cartoons. Die ehrgeizige Spielfilmadaption dieser Figur war 1995 keineswegs ein leicht zu hebender Schatz: Die verwendeten Computereffekte, damals State of the Art, sind verblüffend schön gealtert und sehen in ihren besten Momenten sehr zeitlos aus. Zu verdanken ist diese einerseits behutsam emotionale, andererseits technisch elaborierte Verfilmung dem Produzenten Steven Spielberg, der dieser melancholischen und zum Schluss tränentreibenden Familiengeschichte seinen unverkennbaren Stempel aufdrückt. Bis zum rührseligen Showdown findet der Film immer wieder rasante Actionmomente und nutzt die aufregende Kulisse des Spuk-Hauses bis zum Äußersten.

Marco Siedelmann

USA 1995 | Regie: Brad Silberling I 100 Minuten | Altersfreigabe: ab 6 I erhältlich auf DVD

 

Little Monsters

Ein kleines Monster namens Maurice taucht eines Tages unter Brians Bett auf und nimmt den abenteuerlustigen Jungen mit in eine Unterwelt, in der jegliche Regeln ausgehebelt sind und nur die Kinder regieren. Nach anfänglicher Begeisterung wird ihm die verrückte Anarchie dieser Welt unheimlich und er kehrt zurück nach Hause – kurz darauf wird aber sein Bruder von den Monstern entführt und Brian muss sich zurück in die Unterwelt wagen.

Die Achtzigerjahre kleben an diesem Film, der sich hartnäckig im Festtags-Fernsehprogramm hält und im Moment mangels Veröffentlichung auch nur dort zu sehen ist. Wer in den Neunzigern vor dem TV-Schirm aufgewachsen ist, der wird diesen Heuler mit großer Sicherheit irgendwann ins kindliche Herz geschlossen haben. Die trashigen Masken, die indiskutablen Klamotten und die simpel gestrickten aber zahlreich eingesetzten Effekte weisen „Little Monsters“ als Kind seiner Zeit aus, welches weniger künstlerischer Ausdruck ist als ein pures Bekenntnis zur infantilen Wunscherfüllung. Fred Savage („Wunderbare Jahre“) und Daniel Stern („Kevin – Allein zu Haus“) haben sichtlich Spaß an ihren Rollen und stechen aus dem sonst eher trist agierenden Cast ziemlich hervor. Insgesamt eine recht veraltete Mischung aus Irrwitz, blankem Kitsch und detailreichem Fantasyabenteuer: Ein echter Jungsfilm, der die Erwachsenen konsequent außen vor lässt.

Marco Siedelmann

USA 1989 | Regie: Richard Greenburg I FSK: ab 12 | 97 Minuten I derzeit nicht auf DVD oder BluRay erhältlich

 

Krieg der Vampire

Der altehrwürdige Graf Dracula ist tot, es leben seine untoten Nachfolger. Der exzentrische Vampir und Wissenschaftler Werner Amadeus sieht sich nach diversen gescheiterten Experimenten dazu veranlasst, seine Heimatstadt Düsseldorf zu verlassen und gemeinsam mit seinem Sohn nach Kuba zu ziehen. Dort können sie die neueste Errungenschaft des Blutsaugers erst recht gut gebrauchen – als Prototyp bekommt der Sohn von Werner Amadeusals ein Serum, das es ihm ermöglicht, sich auch bei Sonnenlicht draußen aufzuhalten.

Während der Traum für die Vampire erwächst, endlich auch in der kubanischen Sonne rösten zu können, werden auch Artgenossen auf dem Rest der Welt aufmerksam: Vampirische Mafiafamilien aus Düsseldorf und Chicago haben sich an die Fersen des Pioniers geheftet und wollen die neue Medizin für eigene, düstere Zwecke nutzen. Dieser in sehr simplen und flächigen Zeichnungen gehaltene Film ist aufgrund der kruden Ästhetik, den vielen popkulturellen Anspielungen, seinem politischen Gehalt und nicht zuletzt seinen sanften Gewaltspitzen nicht für jüngste Zuschauer geeignet. Die warmen Farben, der herzige Humor und der eingängige Jazz-Soundtrack lullen allerdings auf behagliche Weise ein. Die Vampire werden jedenfalls nicht als Monster gezeichnet, sondern erscheinen mit ihren allzumenschlichen Bedürfnissen sehr ambivalent und garantieren Identifikationspotential für jedes Alter.

Marco Siedelmann

Deutschland/Spanien/Kuba 1985 | Regie: Juan Padron I FSK: ab 12 | 70 Minuten I erhältlich auf DVD

 

Elliot, das Schmunzelmonster

Der kleine Pete wächst im Neuengland des 20. Jahrhunderts unter schlimmen Umständen auf: Als Waisenkind wird er von seinen Zieheltern misshandelt und ausgenutzt – erst als er sich mit dem gutmütigen Drachen Elliot anfreundet, kommt Licht in sein Leben. Gemeinsam begeben sich die unterschiedlichen Freunde auf eine abenteuerliche Reise voller Gefahren.

Obwohl der Film in seinen Musicaleinlagen zentimeterdicken Staub angesetzt hat, er deutlich an seiner Überlänge krankt und die Songs trotz aller Beschwingtheit eher Fremdschamqualitäten entfalten, handelt es sich immer noch um eine bemerkenswerte Disneyproduktion. Zu den Stärken zählt nicht nur der von Chef-Animator und späterem Disneygegner Don Bluth wunderschön zum Leben erweckte Drache, vielmehr ist es die nahtlose Interaktion der gezeichneten Titelfigur mit seinem real gefilmten Umfeld. Ein alter Hut im Hause Disney, der in Klassikern von „Saludos Amigos“ bis hin zu „Mary Poppins“ zwar schon zur endgültigen Reife gekommen war, hier aber nochmal eine entscheidendere dramaturgische Funktion erfüllt. Unterm Strich bleibt „Elliot“ eine leicht vulgärpoetische Hymne auf die Imaginationskraft der Kindheit und deren endgültiges Verschwinden im Erwachsenenalter. Hermann Hesse trifft hier auf Busby Berkely, was zu einer höchst seltsamen, aus der Zeit gefallenen und dennoch ungebrochen charmanten Mischung führt.

Marco Siedelmann

USA 1977 | Regie: Don Chaffey | 134 Minuten | ohne Altersbeschränkung I erhältlich auf DVD

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