Extremitätentheater und andere Innovationen

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Seit September läuft das neue Theater-Starter-Programm in der Region. Dass viel Abwechslung auf uns zukommt, ist ja ganz normal, wenn die Theater Starter ein neues Programm auflegen. So auch in diesem Jahr: 16 Produktionen an zwölf Spielstätten in der ganzen Region für Theaterfreunde ab zwei Jahren stehen auf dem Spielplan. Schauspiel, Puppentheater, Licht- und Schattentheater, Musiktheater, Mitmach-Theater, Figurentheater und dieses Mal auch: Extremitätentheater.
Mit dem Stück „Hands up!“ ist das niederländische Theater Lejo am 26. Mai 2019 in Eupen zu sehen. Die Darsteller sind Hände mit aufgesteckten Holzaugen, die in verschiedenen Rollen lustige Anekdoten erzählen. Vom coolen Hund, von der etwas dümmlichen Kuh, den beiden Stepptänzern und vom Klötzchenbauer. Mit Musik, einfachen Requisiten und ganz ohne Worte. Die Geschichten, die auch im niederländischen Kinderfernsehen zu sehen sind, amüsieren kleine Zuschauer und sind so originell und überraschend, dass auch Erwachsene ihren Spaß haben.

Weniger puristisch, aber mindestens ebenso faszinierend ist das Stück „Der gestiefelte Kater“ der Nürnbergerin Anne Klinge. Die Eine-Frau- oder vielleicht besser Zwei-Füße-Show setzt das Märchen vom Müllerssohn mit unglaublicher Körperbeherrschung in Szene: Den Kater selbst spielt ein Kuscheltier, aber die übrigen Personen des Stücks sind Füße. Ohne Augen, dafür ausstaffiert mit Nasen und Perücken, sehen sie urkomisch aus und liefern eine beeindruckende Performance ab. Bereits nach wenigen Augenblicken vergisst man völlig, dass es sich bei den Figuren um Körperteile handelt, und taucht in das bezaubernde Spiel ein. Die sechs Vorstellungen im Dezember sind für Zuschauer ab drei Jahren zu empfehlen, aber auch hier gibt es eigentlich keine Altersgrenze nach oben, da das Stück mit Sprachwitz und Humor Zuschauer jeden Alters anspricht.
Das ist laut Sigrid Kerinnis, Leiterin des Theater-Projekts, auch so gewollt: „Wir versuchen, jedes Jahr wirklich innovative Künstler mit hochkarätigen Stücken in die Region zu holen. Viele Inszenierungen sind sehr humorvoll und arbeiten mit unkonventionellen Ansätzen. Solches Theater gefällt nicht nur Kindern.“

Das trifft auch auf das Stück „Zinnober in der grauen Stadt“ der Berliner Kompanie United Puppets zu. Hier wird eine Geschichte von Margret Rettich umgesetzt, die beschreibt, wie eine Idee sich verbreiten und die Welt verändern kann. Dieser Gedanke wird in einer unkonventionellen Mischung aus Schauspiel, Licht- und Schattentheater sowie (teilweise digitaler) Live-Malerei dargestellt, so dass eine bunte Traumszenerie entsteht, die den Zuschauern Lust macht, ihre reale Lebenswelt mitzugestalten. Zu sehen sind die vier Aufführungen im kommenden Januar (ab vier Jahren).

Um die Frage „Welchen Einfluss habe ich auf meine Umwelt?“ geht es auch in der Klassenzimmerproduktion „Bin ich rechts?“ von Treibkraft.Theater. Das Projekt für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit wird vom Bund finanziert und ist auf Schüler ab 15 Jahren zugeschnitten. Im Klassenzimmer findet eine Art Wahlkampfveranstaltung statt. Zwei Politiker treten auf, die in der Diskussion versuchen, das Publikum von ihren Argumenten zu überzeugen. Einer der beiden vertritt immer offener rechtsextreme Positionen. Und irgendwann eskaliert der Konflikt zwischen den Kandidaten, die Veranstaltung nimmt eine unangenehme Wende und die Zuschauer sind plötzlich mittendrin. Was werden die Schüler tun? Greifen sie ein oder sehen sie zu? Hier ist echte Zivilcourage gefragt.

Infos und Termine zu den einzelnen Stücken wie immer im KingKalli-Kalender und unter
theaterstarter.de



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