Es geht voran: Nach vier Jahren kann der 1. Aachener Skateboard Club e. V. bald endlich loslegen

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Der neue Skatepark wird erschlossen | Foto April 2023: Lasse Falter

Seitdem 2019 der DIY-Skatepark im Molteparkk am Frankenberger Viertel aufgrund von Beschwerden der Anwohner geschlossen werden musste, wartet der 1. Aachener Skateboard Club auf die versprochene neue Fläche am Vennbahnweg. Wir waren – wie jedes Jahr – vor Ort, haben statt eines Maisfeldes endlich eine Baustelle vorgefunden und mit Tobias Kleinschmidt, Gründer des 1. ASC über den aktuellen Stand der Arbeiten gesprochen.

Die ehemalige Anlage im Moltkepark | Foto März 2019: Janneke Wergen

Skater warten seit vier Jahren auf neues Gelände

2019 war klar, der 1. Aachener Skateboard Club muss sein Gelände im Moltkepark aufgeben. Dort hatte der Verein in Eigenregie mit Erlaubnis der Stadt einen Skatepark erbaut und genutzt. Den Anwohnern aus der Turpinstraße, deren Gärten unmittelbar an den Skatepark angrenzten, hat diese Neuheit vor der Tür jedoch nicht zugesagt. Aufgrund des Lärms wurde bei der Stadt Beschwerde eingelegt. In einem gemeinsamen Mediationsgespräch mit Stadt, Anwohnern und Vereinsmitgliedern konnte man sich einigen: Die Fläche wurde geschlossen und dem Verein würde ein neuer Platz von der Stadt zur Verfügung gestellt werden. Die Stadt hatte versprochen, dass es im Oktober 2019 losgehen sollte, erinnert Tobias Kleinschmidt, Gründer und Vorsitzender des 1. ASC. Erst im Sommer 2020 wurde dann ein neuer Platz gefunden. Die neue Skateanlage sollte zwischen Eisenbahnweg, Madrider Ring und Vennbahnweg auf einem freien Feld entstehen. Lärmschutz, günstige Verkehrsanbindung, Sicherheit und passender Boden mussten berücksichtigt und gewährleistet werden. Ausschlaggebend für die Platzwahl war, so wirkt es zumindest, vor allem Lärmschutz und ausreichender Abstand zu umliegenden Wohnhäusern. Direkt neben dem Außenring, ohne Anwohner in der Nähe, sollte hier nun wirklich niemand gestört werden. Verkehrsanbindung hingegen lässt zu wünschen übrig. Ja, man kann mit dem Board über den Vennbahnweg kommen, jedoch liegt die Fläche ein gutes Stück abseits der Stadt. Bushaltestellen? Keine in Sicht.

Angehender DIY-Skatepark an der Vennbahntrasse | Foto Juni 2021: Birgit Franchy

Die Fläche, zu dem Zeitpunkt noch ein Maisfeld, sollte dem Verein baufertig zur Verfügung gestellt werden. Das hieß: Bodenarbeiten, eine Zufahrt von der Straße und dem Vennbahnweg, Parkplätze sowie Wasser- und Stromversorgung finanzierte und organisierte die Stadt, dann sollte die Fläche an den 1. ASC übergeben werden, der aus eigenen finanziellen Mitteln weiterbauen kann. Der Verein wurde verpflichtet, auf der Fläche ein Vereinsheim mit Toiletten und Strom einzurichten. Seit 2020 ist der Skateboardverein Pächter der Fläche, die Vorarbeiten sollten zügig fertiggestellt werden, so die Stadt damals. Wie lange es wirklich dauern sollte und wie viel zusätzliche Planungsarbeit er sich dabei aufgebürdet hatte, konnte Tobias Kleinschmidt, hauptberuflich Architekt, damals noch nicht ahnen. Als die Stadt keine Initiative zeigte, hat der Gründer des Vereins sich selbst darum kümmern müssen, eine Baugenehmigung für die Vorarbeiten zu bekommen, die Kosten dafür musste der Verein selbst tragen. Jetzt, drei Jahre später, steht endlich die Übergabe der Fläche unmittelbar bevor. Die Frist für die bereits gesammelten 185.000 Euro Landesmittel aus dem Topf „Moderne Sportstätte 2022“ musste in der Zwischenzeit verlängert werden, da sie eigentlich bis 2023 hätten ausgegeben werden müssen. Zum Glück hat die NRW.Bank den Förderzeitraum bis zum 31. Mai 2024 verlängert, bis dahin muss das Geld aber wirklich ausgegeben sein. So viel Zeit, wie die Stadt sich gelassen hat, wird man sich dementsprechend nicht lassen können.

Endlich wird gebaut | Foto April 2023: Lasse Falter

Hat das Warten auf die baufertige Fläche bald ein Ende? Bei unserem Ortsbesuch im April haben wir nun endlich eine Baustelle vorgefunden. Ein Teil des Eisenbahnwegs ist gesperrt, das Gelände, auf dem die Anlage entstehen soll, eingezäunt. Ein paar Baucontainer, ein Bagger, zwei Bauarbeiter vor Ort. Als wir 2021 das letzte Mal hier waren, konnten wir auf der Fläche verwundert noch frisch gepflanzten Mais bestaunen. Jetzt wird gearbeitet. Die Einfahrt vom Eisenbahnweg aus und der Parkplatz nehmen Gestalt an. Man erkennt auch bereits den Eingang am Vennbahnweg. Baufertig soll die Fläche am 8. Mai 2023 dem Verein übergeben werden. Das freut Tobias Kleinschmidt, er hat, seitdem der Bau auf dem Gelände begonnen wurde, versucht, jede Woche mindestens einmal vor Ort zu sein, um nach dem Stand zu sehen und den Instagram-Account (instagram.com/diy_aachen) des Vereins mit regelmäßigen Updates zu versorgen.

 
Foto April 2023: Lasse Falter

Vereinsheim soll noch im Mai geliefert werden

Bei der Übergabe am 8. Mai darf nun nichts mehr dazwischenkommen, denn der Container, der als Vereinsheim dienen soll und der den 1. ASC aufgrund gestiegener Kosten nun 90.000 Euro statt 60.000 Euro kosten wird, ist bereits bestellt und wird eine Woche später geliefert. Die gestiegenen Kosten für alle Materialien belasten den Verein finanziell und erzeugen Frustration über die Dauer des bisherigen Prozesses. Die 185.000 Euro reichen nun nicht mehr aus, um die ganze Anlage bebauen zu können. Da das Vereinsheim verpflichtend ist und daran nicht gespart werden kann, müssen die Skater auf einen Teil ihrer Skatefläche verzichten. Statt 1.200 Quadratmeter planen sie nun, vorerst 500 Quadratmeter zu bebauen – trotzdem eine größere Fläche als vorher am Moltkepark. Der Bau soll wie bei der alten Anlage in Eigenregie und von Vereinsmitgliedern selbst durchgeführt werden. Da die Mitglieder nun länger nicht mit Beton gearbeitet haben und man auch den Anspruch hat, die Fläche professioneller zu gestalten als die letzte, versucht der Verein gerade, eine Baufirma einzubeziehen, die in einem Workshop anleitend den Vereinsmitgliedern Fertigkeiten vermitteln kann. Helfende Hände wird es im Umfeld vermutlich reichlich geben.Von den etwa 80 Vereinsmitgliedern sind ungefähr 30 Personen aktiv, die bereits jetzt auf mehrere Arbeitsgruppen aufgeteilt sind. Zehn Mitglieder sind in der Arbeitsgruppe Ausbau, die sich um die Planung der Anlage und Beschaffung von Material kümmert. Da alle in ihrer Freizeit und ohne Bezahlung tätig sind, erhofft sich der Verein in der Bauphase wieder tatkräftige Unterstützung von weiteren Interessierten. Dahingehend ist der Vorsitzende zuversichtlich, schließlich wird der Funken bestimmt auf viele Skater und Skaterinnen überspringen, jetzt wo es endlich losgeht.
Auch wenn es über die letzten Jahre für Skater in Aachen extrem schwer war, hat der 1. ASC, gegründet 2016, nicht viele Mitglieder verloren. Skaten habe während Corona so wie andere Sportarten, die ohne viel Kontakt und draußen ausgeübt werden können, einen Hype erlebt, der auch dem Verein zugutegekommen ist. Die monatlichen Mitgliedsbeiträge von 5 Euro sind zudem keine allzu große finanzielle Belastung für die Mitglieder des Vereins.

Hier können sich keine Anwohner gestört fühlen – es gibt keine | Foto April 2023: Lasse Falter

Inklusive Anlage für alle mit Skateboard

Im nächsten Jahr sollen dann hoffentlich nach den abgeschlossenen Arbeiten die Tore offen stehen und viele Skater anlocken. Da es sich bei dem Gelände um Vereinsgelände handelt, wird es Öffnungszeiten geben. Geplant ist bisher, den Besuch der Anlage kostenfrei zu ermöglichen. Damit es sich auch lohnt, Mitglied im Verein zu werden, soll es zusätzliche Angebote oder Öffnungszeiten geben, die nur Vereinsmitglieder wahrnehmen können. Kleinschmidt betont: „Wir wollen auf jeden Fall nur Skateboarder, keine BMX, Longboarder oder Inliner. Wir sind ein reiner Skateboardverein, wie der Name schon sagt. Und auf einem Fußballplatz wird auch kein Tennis oder Handball gespielt.“ Inklusiv soll der Platz aber für Skateboarder dennoch werden, da sie ein Mitglied im Rollstuhl haben und auch weiteren den Besuch der Anlage ermöglichen wollen, wird es ein barrierefreies WC und spezielle Pipelines geben.
Der Verein ist weiterhin an vielen Stellen bemüht, finanzielle Förderungen und Spenden zu erhalten. Auch von der Stadt würden sich Tobias Kleinschmidt und seine Mitstreiter dabei weitere Unterstützung wünschen, die bisher aber ausbleibt. Dass die Skater hier so an den Rand der Stadt geschoben und finanziell wenig unterstützt werden würden, sei „ein Aachen-Ding“, andere Städte seien da anders und dort sei der Betrieb von Anlagen in der Nähe von Wohnhäusern kein Problem.
Auch wenn viel Zeit vergangen ist und sicherlich nicht alles wie geplant gelaufen ist, ist er dennoch froh, dass es bald richtig losgeht. Vorher habe er nicht gewusst, wie viel Arbeit er mit dem neuen Gelände auf sich nehmen würde, die neben seiner Berufstätigkeit und Privatleben geleistet werden muss. Deshalb erhofft sich Tobias Kleinschmidt, dass man ihm auf dem Gelände einen Thron baut, oder ihm einen Karlspreis für seine Arbeit verleihen wird … beides natürlich mit einem Augenzwinkern.

Beginners-Session 2023 ist am 26.05., 14:00 Uhr. Bei gutem Wetter im Kennedypark und bei schlechtem Wetter in der Unterführung am Audimax. Auf Instagram folgen weitere Infos.

Spendenkonto:
1. Aachener Skateboardclub e. V. c/o Tobias Kleinschmidt
IBAN: DE67 3905 0000 1072 7945
BIC: AACSDE33XXX

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4 responses to “Es geht voran: Nach vier Jahren kann der 1. Aachener Skateboard Club e. V. bald endlich loslegen

  1. Hallo Zusammen,

    wir sind auf der Suche nach einem Skateboard-Kurs, bei dem unsere 10-jährige Tochter Skateboard fahren lernen kann.
    Können Sie uns hierzu weiter helfen?
    Freundliche Grüße
    Kira Rentmeister

  2. Hallo Zusammen,
    Ich fahre jeden Tag mit dem Rad dort vorbei. Es sieht aus als ist die Anlage schon Jahre alt. Auch liegt viel Müll auf dem Gelände. Kurz und gut, es sieht schon sehr runtergekommen aus.

    1. Hallo Herr Goebele, danke für die Rückmeldung! Wir werden uns das nochmal anschauen.
      Schöne Grüße, Birgit Franchy