Eine Meldung hat uns zuletzt erschüttert und für eine heftige Debatte in der Redaktion gesorgt. Ein Schüler war im Jahr 2013 im Sportunterricht kollabiert. Zwei Lehrer riefen zwar den Rettungsdienst, unterließen es aber, Erste Hilfe zu leisten. Der Schüler erlitt Sauerstoffmangel und ist heute ein Pflegefall. Nun sollte ein Gericht klären, ob Lehrer und Lehrerin dazu verpflichtet gewesen seien, zu helfen.
Was für eine Frage! Nicht nur unsere Redaktion, sondern auch das Gericht kam schließlich zu dem Schluss, dass Lehrer nicht nur zum Unterrichten da sind, sondern tatsächlich verpflichtet sind, alles zu tun, um das Leben ihrer Schützlinge zu retten. Im Grunde gilt ja sogar immer der Grundsatz, dass man einspringen muss, wenn ein Notfall vorliegt. Leider kommt es heutzutage aber oft vor, dass Menschen lieber zum Smartphone greifen, um zu filmen und zu fotografieren, anstatt tätig zu werden.
Um sich für den Notfall fit zu fühlen, lohnt es sich, sich zu einem Erste-Hilfe-Kurs anzumelden. Er ist zwar Pflicht, wenn man den Führerschein ablegt, doch noch lange nicht jeder hat einen Führerschein oder sein Erwerb liegt Jahre zurück.
Animiert von dieser Erkenntnis habe auch ich mich zu einem Kurs beim DRK angemeldet. Beim Blick auf die Website stellte ich überrascht fest, dass fast täglich ein Kurs stattfindet, eine Entschuldigung wie „keine Zeit“ kann man da nicht gelten lassen. Mit gemischten Gefühlen fand ich mich in der Robensstraße ein. Einen ganzen Tag mit fremden Leuten in einem Kurs verbringen? Worauf hatte ich mich da bloß eingelassen?
Im Nachhinein kann ich den Kurs nur jedem wärmstens empfehlen. Kursleiter Carsten Kohnen hatte die Gruppe gut im Griff. Mit einem Mix aus Theorie und Praxis fand er genau den richtigen Weg, das Programm lehrreich und kurzweilig zu gestalten. Der Lernfaktor war hoch, nach dem Kurs fühlt man sich wieder up to date. Tatsächlich musste ich feststellen, dass man heute einige Dinge anders macht als vor 20 Jahren (für die alten Hasen: heute wird bei Blutungen nicht mehr abgebunden!). Auch einen Defibrillator konnte ich erstmals ausprobieren und die Scheu vor dem Gerät ablegen.
Besonders toll fand ich die Erkenntnis, dass es Menschen gibt, die freiwillig diese Kurse belegen, um helfen zu können. Wünschen wir uns also, dass im entscheidenden Moment immer jemand vor Ort ist, der hilft.
Kurse:
drk.ac/nc/kurse/erste-hilfe/rotkreuzkurs-erste-hilfe.html
Zusätzlich gibt es spezielle Kurse „Erste Hilfe am Kind“
Nächster Termin: Sa 13.07.2019, 9:00-17:00 Uhr
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