Erlebniswelt oder Lernort? Die neue DinoXperience in Königswinter

Foto: Christina Gielchen

Dinos sind immer der Renner. Deshalb konnten wir es kaum erwarten, die neue „Dinoxperience“ in Königswinter zu besuchen. Leider blieb das Erlebnis hinter den Erwartungen zurück. KI-Inhalte, enge Räume und der Umgang mit Wahrheit konnten nicht überzeugen.

Am Samstag, dem 28. März 2026, öffnete die DinoXperience in Königswinter ihre Pforten für Dino-Fans. Die Besucher werden als Expeditionsteam auf eine wissenschaftliche Reise 67 Millionen Jahre zurück in die Vergangenheit eingeladen. Die rund 2.000 Quadratmeter große Fläche wird als Baustelle inszeniert, in der es rätselhafte Funde zu betrachten gibt. Ein Highlight des Rundgangs ist die Entdeckung eines Zeitportals, das die Gäste auf eine Forschungsstation in die Zeit der Dinosaurier befördert.

Zwischen Paläontologie und Gewusel

Die Reise wird durch immersive Elemente und Objekte zum Anfassen begleitet. So soll man sich mittendrin fühlen statt nur dabei. Ein Überbleibsel des ehemaligen SeaLife-Gebäudes ist der beeindruckende Tunnel. Jetzt schwimmen hier keine echten Fische mehr, sondern Wassersaurier, welche man über einen Bildschirm hervorrufen kann. Eine Art Forschungskapsel mit großflächigen Bildschirmen und einer einhüllenden Geräuschkulisse hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Man bekommt fast das Gefühl, tatsächlich von Sauriern außerhalb der Kapsel umringt zu sein. Die Animationen zeigen einen Einblick in das damalige Ökosystem: Als ein Triceratops-Baby von einem Wasserdinosaurier gefasst und aus der Familie gerissen wird, sind die Kinder zunächst schockiert. „Man muss wissen, was mal passiert ist, aber das ist halt traurig“, sagt eine junge Besucherin dann verständnisvoll.

Foto: Christina Gielchen

Für die wissenschaftliche Richtigkeit wurde die Entwicklung der Ausstellung durch den Paläontologen Armin Schmitt begleitet. Doch trotzdem kommt der Lerneffekt zu kurz. In den teils engen Räumen fällt es Kindern schwer, sich auf die wenigen interaktiven Informationstafeln zu konzentrieren. Hier und da gibt es ein paar Eckdaten zu verschiedenen Dinosauriern auf kleinen analogen Schildern. Bei Schulklassen und größeren Gruppen wird es schnell wuselig.

Glaubwürdigkeit bye-bye?

Ein Teil der Videoinhalte ist KI-generiert, was ohne sichtbare Kennzeichnung vor Ort Fragen zur wissenschaftlichen Authentizität aufwirft. Lediglich auf der Website findet sich ein Hinweis zu einer „KI-gestützten Konzeptvisualisierung“. Ist einem das erste KI-Video aufgefallen, kann man ins Grübeln kommen. Es ist schwer, zu unterscheiden, welche Inhalte menschengemacht sind und welche nicht. Die Glaubwürdigkeit aller Inhalte bleibt damit auf der Strecke.
Mit KI erzeugte Fotos und Videos basieren auf Wahrscheinlichkeiten und sind häufig inhaltlich und optisch fehlerhaft. So verschwimmen die Grenzen zwischen wissenschaftlichen Fakten und visuellem Tamtam.

„Ist das echt?“

Die Guides haben bei tiefergehenden Fragen oft nicht wirklich Antworten. Spannende Funfacts oder eine kindgerechte Einordnung der teils düsteren Videos bleiben aus. Obwohl kein einziges der Exponate ein echtes Fossil ist, wird die Frage „Ist das echt?“ konsequent bejaht. Es stellt sich die Frage, ob die Ausstellungsmacher die Magie für die Kinder nicht auch hätten bewahren können, wenn sie bei der Wahrheit geblieben wären. Trotzdem werden die Kinder skeptisch. Rufe wie „Das ist Fake, das ist Plastik, das sind keine echten Fossilien!“ machen deutlich, dass das junge Publikum die Kopien schnell erkennt und sich nicht an der Nase herumführen lässt. Zwar hat das Verwenden von Fakes den Vorteil, dass alles angefasst werden darf, wer jedoch echte Fossilien und Skelette erwartet, wird enttäuscht.

Foto: Christina Gielchen

Ein Animatronic-Triceratops-Junge sorgt bei den Kindern für Begeisterung. Der realistisch wirkende Robo-Dino darf von nahem betrachtet und gestreichelt werden. Hier sind selbst einige der jungen Skeptiker von der Echtheit überzeugt.

„Richtig süß“ oder richtig teuer?

Besonders den interaktiven Dino-Roboter finden die Kinder „richtig süß“. Die immersiven Videoräume sorgen für Begeisterung, manche der Videos finden sie aber auch zu gruselig. Hier sollte wirklich an der Einordnung durch die Mitarbeiter gearbeitet werden. Dazu äußerten die Kinder vermehrt den Wunsch nach mehr und echten Fossilien. Ein richtiges Dinosaurierskelett fehlt ihnen sehr. Sie finden es „blöd, dass nichts echt ist“. Allerdings freut es die kleinen Forscher, dass sie alles anfassen dürfen. Trotz der Kritikpunkte verlassen die meisten Kinder die Ausstellung vergnügt, Pläne, nochmals zu kommen, werden geschmiedet. Ob das stark ambitioniert wirkende Preis-Leistungs-Verhältnis diese Pläne unterstützt, ist fraglich.

Wer sich selber ein Bild machen möchte findet hier Infos und Tickets:

explorado.de/dinoxperience

 

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2 responses to “Erlebniswelt oder Lernort? Die neue DinoXperience in Königswinter

  1. Wir waren am Samstag, den 4.04.26 mit zwei Schulpflichtigen Kindern und 4 Erwachsenen dort.
    Es hat uns nicht gefallen, zu simpel in den alten Becken liefen Filme ab. Was sollten die zwei Laborräume den Kindern sagen. Also Preis – Leistung nicht ok.
    Das Personal brachte die Erzählungen auch nicht richtig den Kindern nahe. Es gibt ein Nachbesserungsbedarf.

    1. Hallo Hans, danke für die Rückmeldung. Das habe wir genauso gesehen. Keine Empfehlung auch von uns!
      Liebe Grüße, Birgit / KingKalli