Dass es an einem Feiertag bei schönem Wetter voll werden würde, damit hatten wir gerechnet – allerdings nicht mit so langem Anstehen am Parkhaus. Unsere drei Kinder bleiben zum Glück geduldig. Sie beobachten die Umgebung und stellen neugierige Fragen zu dem, was sie entdecken. Die beiden Großen (4 und 6 Jahre) interessieren sich besonders für die Autokennzeichen vorbeifahrender Fahrzeuge. Sie rätseln, aus welchen Städten die Autos stammen, und freuen sich besonders über Kennzeichen aus Aachen oder Köln – diese können sie bereits zuordnen.
Nach 25 Minuten Wartezeit springt die Ampel am Parkhaus endlich auf Grün. Mit Bollerwagen und Rucksäcken voller Proviant und Wickelutensilien machen wir uns auf den Weg in den Kölner Zoo. Dort findet derzeit auch die Sonderausstellung „Dinoworld“ statt. Lebensgroße Modelle verschiedener Dinosaurier sind im gesamten Zoo verteilt – teilweise sogar in den Gehegen anderer Tiere. Die Ausstellung ist im Eintrittspreis enthalten, während eine VR-Zeitreise mit den Dinosauriern gegen Aufpreis angeboten wird.
Kaum sind wir durch den Eingang, entdeckt mein sechsjähriger Sohn auch schon die ersten Dinosaurier. Die Modelle sind beeindruckend groß und realistisch gestaltet. Besonders faszinierend sind die Bewegungen und Soundeffekte, die die Dinosaurier noch lebendiger wirken lassen. Mein Sohn ist begeistert und möchte am liebsten direkt zum nächsten Dino weiterziehen. Die eigentlichen Zootiere interessieren ihn zunächst kaum – aber natürlich besuchen wir auch sie.
Am Erdmännchengehege ist einiges los. Doch bald wird ein Platz an der Scheibe frei, und unsere Kinder drücken sich die Nasen platt, um die Tiere beim Wachehalten zu beobachten. Einige flitzen durch das Gehege, was für zusätzliche Begeisterung sorgt. Leider zeigen sich nicht alle Tiere so aktiv. Die Bären bleiben zunächst verborgen, bis sich schließlich einer aus seiner Höhle wagt. Die Löwen lassen sich an diesem Tag gar nicht blicken.
Foto: Julia V.
Wir spazieren weiter, vorbei an den Großen Maras und den Flamingos. Letztere ziehen unsere Aufmerksamkeit besonders auf sich, da hier ein weiterer Dinosaurier ins Gehege integriert wurde: ein Lourinhasaurus, ein 18 Meter langer Pflanzenfresser, der vor 150 Millionen Jahren lebte. Seine Überreste wurden in Portugal gefunden – solche spannenden Informationen finden sich auf Tafeln neben jedem Modell, ganz ähnlich wie bei den Tiergehegen.
Ein Stück weiter wartet ein kleiner Spielplatz auf unsere Kinder. Auf einem Balken mit Sprungfedern kann man versuchen, wie ein Klammeräffchen zu gehen, und an Stangen, die weit oben angebracht sind, kann man sich von einer zur nächsten hangeln. Dafür sind meine Kinder noch etwas klein, aber sie genießen es, sich an diese Stangen zu hängen und baumeln zu lassen, bis sie schließlich den Sprung nach unten wagen. Direkt neben dem Spielplatz befindet sich das Regenwaldhaus, das unter anderem Affen und tropische Vögel beherbergt. Es ist ziemlich voll, und leider sind nur wenige Tiere zu sehen. Dafür entdecken wir draußen noch einen weiteren Dino. Ein Vater hebt seinen Sohn hoch, damit dieser das Modell streicheln kann – was bei anderen Kindern Nachahmungsdrang weckt. Als wir uns umdrehen, entdecken wir in der Ferne einen riesigen Dinosaurier, der schon aus großer Entfernung beeindruckt. Besonders faszinierend bei einem weiteren Dinomodell sind auch die Dinosauriereier, aus denen scheinbar gerade ein Jungtier schlüpft.
Foto: Julia V.
Im Tigergehege beobachten wir, wie sich ein Tiger ausgiebig streckt. Die meisten Tieranlagen im Zoo sind großzügig gestaltet und an den natürlichen Lebensraum der Tiere angepasst. Ein Highlight ist für uns das Affenhaus mit Gorillas und Orang-Utans. Mein Mann erklärt den Kindern, dass der große Gorilla ein Silberrücken ist, das ranghöchste Männchen der Gruppe. Prompt fragt unser Sohn, wer ihm denn die Haare grau gefärbt habe.
Bei den Elefanten verweilen wir besonders lange. Auch wenn Elefantenbaby Taro bereits im März geboren wurde, ist es mit seinen drei Monaten immer noch niedlich anzusehen. Als ein großer Elefant ihm das Heu wegnimmt, protestiert unsere vierjährige Tochter empört. Besonders schön sind die persönlichen Infos zu vielen Zootieren. Auf den Tafeln finden sich Namen, Geburtsdaten und interessante Details. Bei den Elefanten lesen wir sogar ihre aktuellen Gewichte: Baby Taro bringt schon 200 Kilogramm auf die Waage.
Foto: Julia V.
Gegenüber dem Elefantengehege liegt ein weiterer großer Spielplatz. Unsere zweijährige Tochter entdeckt begeistert eine kleine Rutsche für sich, während unser Sohn sich durch ein Klettergerüst kämpft, um zur großen Rutsche zu gelangen. Allmählich wird es Zeit zum Wickeln. Leider gibt es in unmittelbarer Nähe nur einen Wickelraum, und eine Schlange hat sich bereits gebildet. Während wir anstehen, hören wir das Gebrüll der Seelöwen, und später berichtet unser Sohn aufgeregt, wie sie aus dem Wasser gesprungen seien.
Ein Stück weiter stehen wir schließlich direkt vor dem Argentinosaurus, den wir zuvor schon aus der Ferne gesehen hatten. Mit einer Länge von 35 Metern wirkt er wirklich gigantisch. Ebenfalls beeindruckend ist das Tierhaus mit Flusspferden und Krokodilen. Unsere Tochter bleibt bei den Aquarien stehen, in denen viele bunte Fische schwimmen. Auf ihre Frage, warum ein bestimmter Fisch so „böse guckt“, finden wir keine rechte Antwort. Die Krokodile, auf die sich unsere Kinder besonders gefreut haben, schlafen anscheinend. Denn ihre Augen sind geschlossen. Sie sind aber dafür bestens zu sehen. Beim Verlassen des Tierhauses läuft meine Vierjährige in den Tierspuren, die in den Boden eingeprägt sind, und stellt fest, dass die Tiere doch etwas größere Füße haben als sie. Mein Sohn möchte unbedingt sein erstes eigenes Geld ausgeben und prägt als Erinnerung an einem der Automaten eine Münze mit Krokodil und Elefant als Motiv.
Foto: Julia V.
So langsam neigt sich der schöne Tag im Zoo dem Ende und die Kinder werden müde, sodass wir entscheiden, nicht mehr ins gegenüberliegende Aquarium zu gehen, das sehr groß ist und eine Vielfalt an Wassertieren bietet. Am nächsten Tag haben die Kinder aber im Morgenkreis der Kita sicherlich einiges vom Wochenende zu berichten.
Text & Fotos: Julia V.
Der Text ist zuerst in der KingKalli-Printausgabe August/September 2025 erschienen.
Die Saurier können noch bis zum Herbst 2026 angetroffen werden.
koelnerzoo.de/dinoworld-koeln
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