Ein Zeichen gegen den Verpackungswahn

in Aktionen und Initiativen, Aktuelles um die Ecke

„Wollen Sie heute nicht mal den Verpackungsmüll hier lassen?“ Am Karlsgraben stapeln sich Kartons, Tupperdosen und Einmachgläser vor einem Supermarkt. Die Gruppe „Aachen unverpackt“ hat sich getroffen, um mit einem Flashmob die Öffentlichkeit auf den Verpackungswahn in Deutschland aufmerksam zu machen. Hierzu kaufen sie zunächst ganz normal im Laden ein, um anschließend alle Produkte Vorort auszupacken und den entstandenen Müll gesammelt im Supermarkt zurückzulassen. Selbst bei einer kleinen Gruppe von zunächst etwa 20 Leuten kommt eine erstaunliche Menge an Plastik und Kartonabfall zusammen. Während einige Passanten erst mal verwirrt von der Aktion sind, machen andere spontan mit. Deutlich wird hierbei: Unverpackt einzukaufen bedarf einer gewissen Vorbereitung. Wenn an Gläser, Dosen, Beutel und Kartons gedacht wird, ist es aber durchaus machbar – und setzt ein Zeichen. Denn mit unserem Einkaufsverhalten beeinflussen wir maßgeblich das Angebot.

Der Flashmob, eine sogenannte „Plastic Attack“, war eine Aktion der Gruppe Aachen unverpackt, die von Studenten auf die Beine gestellt wurde. Auf Facebook berichten sie seit einiger Zeit über die bisher noch begrenzten Möglichkeiten, in Aachen unverpackt einzukaufen und tauschen sich mit Interessierten darüber aus, wie man den Alltag durch kleine Schritte bereits nachhaltiger gestalten kann. Seit Ende Juli haben Paul und Marie die Facebook-Seite übernommen und setzen sich mit ihren Posts dafür ein, ein Bewusstsein für ein verpackungsfreieres Leben zu schaffen.

Des Weiteren haben sie sich das Ziel gesetzt, einen Unverpackt-Laden in Aachen zu gründen. Während es in einigen Städten wie Köln bereits mehrere Läden gibt, in denen man verpackungsfrei einkaufen kann, ist dies in Aachen noch nicht der Fall. „Oft steht beim Einkaufen noch die Bequemlichkeit im Vordergrund, man will nicht auf verpackte Waren verzichten, weil man sonst bis nach Köln fahren müsste, um in einem Laden ein gutes unverpacktes Sortiment zu bekommen“, so Paul, Student der Umweltingenieurswissenschaft. Möchte man hier plastikfrei einkaufen, so muss man auf den Markt, Bioläden oder türkische Supermärkte zurückgreifen und somit i.d.R. gleich in mehreren Läden einkaufen. Einiges bekommt man auch gar nicht in Aachen. „Selbst viele, die bereits jetzt ein starkes Bewusstsein für Nachhaltigkeit haben, wissen oft nicht, wo sie Hülsenfrüchte, Getreide etc. verpackungsfrei herbekommen sollen. Dazu fehlen die Vernetzung und die Öffentlichkeit, und oft auch das Angebot.“ Das möchten Paul, der bereits in den Niederlanden mit einer Freundin einen Unverpackt-Laden aufgebaut hat, und Aachen unverpackt nun ändern!

In Zukunft plant die Gruppe zunächst den Schritt zur Initiative. Neben dem Unverpackt-Laden als Langzeitprojekt sollen außerdem regelmäßige Treffen für interessierte Aachener und Aktionen wie die Plastic Attack oder auch Workshops – z. B. darüber, wie man Spülmittel und Kosmetik selbst herstellt – stattfinden.

www.facebook.com/Aachenunverpackt



Bleibe immer auf dem Laufenden

Ich will nichts verpassen und möchte wöchentlich den kostenlosen KingKalli-Newsletter erhalten und über aktuelle Themen und Termine auf dem Laufenden gehalten werden.

Ich bin damit einverstanden, den Newsletter zu erhalten und weiß, dass ich mich jederzeit problemlos wieder abmelden kann.

Weitere Artikel

Hinterlasse einen Kommentar