„Die kleine Raupe Nimmersatt“ – das Buch hat sich an einem Geländer an der Bahnstrecke längs des Vichtbachs in Stolberg verfangen. Daneben zwei Holzschilde einer Ritterausrüstung für Kinder, ein kleines Rutschauto, ein Brautkleid.
Wie viele Kinder ihr Spielzeug, wie viele Familien ihr Hab und Gut und wie viele Menschen auch in unserer unmittelbaren Umgebung in Kornelimünster, Eschweiler, Stolberg, Vicht, Eupen … ihre berufliche Existenz verloren haben, lässt sich auch eine knappe Woche nach der Hochwasserkatastrophe nicht annähernd beziffern. Allein in Stolberg sind laut Pressesprecher Tobias Schneider tausende Menschen direkt betroffen.
Ein kleiner Trost ist die große Hilfsbereitschaft, die unmittelbar nach dem Unglück eingesetzt hat. Freiwillige helfen beim Ausräumen von Kellern, Häusern, Ladenlokalen, historischen Gebäuden, spenden Dinge und Geld, kochen, backen, liefern Essen, bieten Wohnraum an, betreuen Kinder und Tiere. Viele Firmen springen mit ihren Fahrzeugen ein und beteiligen sich an der Räumung oder planen Benefizaktionen.
Wenn der erste Schock und dann die Euphorie des Zusammenhalts verflogen sein werden, wird es noch sehr lange dauern, das Unglück aufzuarbeiten, Orte und Infrastruktur wieder aufzubauen.
Gerade haben wir nach mehreren kalenderlosen Ausgaben nochmal einen Kalender im Heft, schon mussten wir wieder Termine canceln oder verschieben – auch zahlreiche unserer Anzeigenkunden und Veranstaltungsorte in der Region wurden vom Wasser getroffen. Das Walheimer Freizeitgelände ist zerstört, der Krewelshof Lohmar, das Freilichtmuseum Kommern, der Seepark Zülpich, der Brückenkopfpark Jülich und Burg Satzvey sind in Mitleidenschaft gezogen, wollen jedoch unbedingt weitermachen und das wichtige Programm für Familien aufrechterhalten, auch um etwas Ablenkung zu bieten. Sogar das Open-Air-Kino in Stolberg haben wir nach Absprache im Programm gelassen. Wenn irgend möglich, soll es stattfinden und für ein paar heitere Stunden zwischen den Aufräumarbeiten sorgen.
Wäre diese Katastrophe nach der Coronazeit Teil eines Drehbuchs, würde man das zu Recht für etwas dick aufgetragen halten. Ich hoffe, dass alle Kinder, Familien, Menschen diese Zeit irgendwie verarbeiten können. Eine berührende Szene habe ich in Stolberg beobachtet: Am Rande eines Schuttberges bauten sich Kinder eine Hütte aus Sperrmüll. Hoffentlich besinnen wir uns etwas und nach dieser Zeit entsteht etwas Schönes – wie bei der kleinen Raupe Nimmersatt.
Wer helfen möchte, findet eine aktualisierte Liste mit Möglichkeiten und weiterführenden Links hier:
kingkalli.de/helfen-hilfe-hochwasser-in-der-region-aachen-dueren
Die aktuelle Ausgabe befindet sich ab heute in der Verteilung.
Hier kann das Heft online eingesehen werden:
kingkalli.de/infos/aktuelle-ausgabe/
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