Denkt man an Sommer und Katschhof, fällt einem der große „Archimedische Sandkasten“ ein. Doch in den letzten Ferienwochen regnet es nahezu ohne Unterlass, und da gilt der nächste Gedanke noch einem ganz anderen Highlight am Platz: Die Ausstellung „Der Bend ist auf!“ im Centre Charlemagne eignet sich sehr gut für einen Familienbesuch – und danach kann man sich immer noch schön einmatschen. Geöffnet hat die Ausstellung bis zum 20. August und schließt dann mit einer großen Finissage ab. Wir haben uns das Ganze mal angeschaut.
Ein Kirmesbesuch ist immer ein Highlight, und das war schon sehr lange so. Eigentlich war es mal ein kirchliches Fest und irgendwann hatte jede Gemeinde in Aachen ihre eigene Kirmes. Es wurde quasi nur noch gefeiert! Zu viel des Guten, befanden die Stadtoberhäupter. Das war die Geburtsstunde des Öcher Bend.
Viel zur geschichtlichen Einordnung und zahlreiche Anekdoten kann man in der Ausstellung „Der Bend ist auf!“ erfahren und zudem gibt es natürlich alles Mögliche zu sehen. Alte Karussellautos, Modelle von Riesenrad und Kettenkarussell, einen Schaustellerwagen samt Inventar und natürlich jede Menge tolle alte Fotos. Fotos vom Aufbau, vom Rummel, Fotos mit Tanzbär, von Gauklern und Kirmesbesuchern, die der Liebsten eine Rose oder das erste gemeinsame Foto schießen (rührend: Wer ganz genau hinschaut, findet auf einem Foto ein Pärchen nach 20 Jahren wieder auf einem Bild am Schießbudenstand!). Auch die schwierige Zeit der Coronamaßnahmen, die viele Schausteller in Existenznot brachte, wird nicht ausgeklammert.
Nette Idee: Auf der Höhe von Kinderaugen hängen außerdem Extraschildchen mit kurzen Texten. Denn natürlich ist es nicht gerade ansprechend für Kinder, wenn sich die Erwachsenen eine gefühlte Ewigkeit in den längeren Texten verlieren.
Wer mehr Zeit mitbringt (also nicht unbedingt mit dem Nachwuchs unterwegs ist), dem seien noch die Videos mit O-Tönen ans Herz gelegt. Besonders Gaukler Gilbert hat eine wunderbare Geschichte zu erzählen. Darüber, wie er als Heimkind nach Paris abhaute und Gaukler wurde – und später nach Aachen kam, um die Stadtpolitik aufzumischen und für seine Zunft zu kämpfen. Er ist übrigens bei der Finissage am 20. August vor Ort!
Kostspielig ist so ein Ausflug nicht. Kinder und junge Leute bis 21 Jahre zahlen keinen Eintritt.
Wer es gleich kostenlos haben möchte, kommt am 20. August zum Abschlussfest vorbei.
Finissage am 20. August
Das Centre Charlemagne bietet am letzten Tag der Ausstellung noch einmal die Gelegenheit zum kostenlosen Ausstellungsbesuch. Darüber hinaus wird ein buntes Familienprogramm geboten: Der bekannte Gaukler Gilbert tritt als Automatenmensch auf, zeigt verblüffende Zaubertricks und präsentiert eine tolle Show mit seiner Flohdame Fifine. Die Wahrsagerin Cassandra liest aus der Hand. Kuratorin Carmen Roebers führt gemeinsam mit Schaustellern durch die Ausstellung und blickt mit den Gästen hinter die Kulissen. Der Eintritt zu allen Angeboten ist frei.
Programm am 20. August:
11:00-13:00 Uhr: Familienprogramm inkl. Workshop
13:30-14:00 Uhr: Eine Ikone der Straßenkünstler-Szene zu Gast im Haus – Gaukler Gilbert
14:00-18:00 Uhr: Weissagung mit der Wahrsagerin Cassandra
15:00-16:30 Uhr: Führung mit Kuratorin Carmen Roebers und den Schaustellern Peter Loosen und Hans-Bert Cremer
16:30-17:00 Uhr: Eine Ikone der Straßenkünstler-Szene zu Gast im Haus – Gaukler Gilbert
Centre Charlemagne
Katschhof, Aachen
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