Pünktchens (gespielt von Nicole Sydow) Familie hat keine Geldsorgen, bei ihrem Freund Anton (Fabian Vogt) sieht es anders aus. Um Geld für die Klassenfahrt zusammen zu bekommen, sammelt er Pfandflaschen und -dosen. Regisseur Mehdi Salim hat den Klassiker von Erich Kästner, das eigentlich im Jahr 1930 verortet ist, für unsere Zeit adaptiert. Am 30. Oktober ist Premiere im Europasaal des Eurogress.
Pressetermine im Herbst 2020 sehen anders aus als noch zu Beginn des Jahres. Man trifft sich vor dem Das Da Theater auf einer Terrasse. Theaterleiter Tom Hirtz trägt Maske, die Pressevertreter nehmen an Einzeltischen Platz. Kerzen und Kaffee sorgen für ein bisschen Stimmung. Einige Meter weiter ist eine Baustelle, das Theaterfoyer gleicht einer riesigen Baustelle, Bauarbeiter eilen während des Pressetermins durchs Bild.
Der Foyerumbau ist Corona geschuldet. Von 70 Quadratmetern wird der Raum auf luftige 170 vergrößert, um in Zukunft auf diese und andere Pandemien eingestellt zu sein und eine bessere Luftzirkulation zu ermöglichen, erläutert Tom Hirtz.
Auf diese Spielzeit zu verzichten kam für seine Crew nicht in Frage, so wurden ständig neue Konzepte entwickelt, denn „Man kann nicht auf Kultur verzichten, das wäre wirklich schädlich. Kultur ist systemrelevant“, bringt Hirtz es auf den Punkt. Da gerade auch die Kleinen darunter leiden, dass im Jahr 2020 fast nichts mehr stattfindet, hält das Das Da Theater daran fest, seine Kinderstücke auf die Bühne und auch in die Kindergärten und Grundschulen zu bringen.
Gespielt wird diesmal im Europasaal im Eurogress. Die Stadt hat diesen dem Das Da Theater kostenlos zur Verfügung gestellt. So wollte es ein Ratsbeschluss und das ist auch gut so, denn sonst könnte sich das Theater den Spielort nicht leisten. 200 Besucher finden dort Platz. Je 10 Besuchern wird es jeweils einen Ordner oder eine Ordnerin geben, die dafür sorgen, dass die Regeln eingehalten werden. Die Schauspieler/innen werden zudem regelmäßig auf Corona getestet, um die Sicherheit des Publikums zu garantieren.
Das Gesundheitsamt sei begeistert von ihrem Konzept und dem Einsatz, freut sich Hirtz.
Und so bleibt auch das Interesse an dem Stück nicht aus, schließlich muss man auch in Aachen 2020 auf einiges verzichten, beispielsweise auf das Familienstück des Theaters Aachen.
Nach dieser Einführung stapft die versammelte Presse durch die Baustelle und darf sich auf einen Appetizer freuen. Die ersten 20 Minuten des 60-minütigen Stücks verfliegen wie im Nu. Zunächst startet das Stück in einer Kulisse und mit Kostümen, die zum ursprünglichen Stoff von 1930 passen, doch dann besinnen sich die Schauspieler, springen in moderne Garderobe und verändern mit ein paar Handgriffen das Bühnenbild und schon sind wir mitten in der Gegenwart. Das Thema „arm“ und „reich“ lasse sich perfekt auf heute adaptieren, erklärt Mehdi Salim. Um das den Kindern verständlicher zu machen, hat der das Stück umgeschrieben. Die musikalische Leitung hat wie immer Christoph Eisenburger. Als besonders musikalisch bezeichnet er die Schauspieler dieser Inszenierung und hat deshalb diesmal sogar sieben Lieder geschrieben.
Der Appetithappen ist viel zu schnell vorbei, gerne hätte man das ganze Stück gesehen, denn ein gutes Kinderstück bereitet auch den Erwachsenen immer Freude!
Ab dem 30. Oktober kann man in den Genuss des Stückes kommen, bei den Karten sollte man schnell zugreifen.
Infos:
https://dasda.de
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