Coronazeit: Geburt im Ausnahmezustand – was haben werdende Eltern erlebt?

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Ultraschall | Foto: iStock, Kemal Yildirim

Auch in Krisenzeiten kommen Babys zur Welt. In der Coronakrise versuchte man in den letzten Monaten durch diverse Maßnahmen, der Ausbreitung einer Pandemie Einhalt zu gebieten. Alltägliche Abläufe mussten überprüft und großenteils außer Kraft gesetzt werden. Fast täglich gab es neue Vorgaben – besonders auch im Gesundheitswesen und damit auch rund um die Geburt. „Väter dürfen nicht mit in den Kreißsaal“, „Besucher sind im Krankenhaus verboten“ und „unter der Geburt muss eine Maske getragen werden“ – mit diesen Szenarien hatten sich werdende Eltern auseinanderzusetzen. Wie hat die Realität in unserer Region ausgesehen und wie haben die angehenden Eltern sie erlebt? Wir haben rund 15 Eltern gefunden, die von ihrer Schwangerschaft und Geburt in der Coronazeit berichtet haben. Außerdem gibt Rebecca Gerber, leitende Hebamme des Luisenhospitals, einen Einblick in die Arbeit in den letzten drei Monaten.

„Die Konsequenzen, die sich ergaben, waren deutlich schlimmer als die Sorgen über eine mögliche Erkrankung“

Corona, eine potentiell todbringende Krankheit, veranlasste die Bundesregierung in Deutschland – so wie auch die Regierungen aller anderen Länder – dazu, Maßnahmen zu ergreifen, um Leben zu schützen. Werdende Eltern haben bei Gefahren naturgemäß genau eins im Kopf: ihre Familie und besonders den Nachwuchs sicher und gesund durch die Krise zu navigieren.
Was lösen Schreckensmeldungen um eine Erkrankung mit Covid-19 da in den Köpfen aus? Recht wenig, wie vierzehn Mütter aus der Region versicherten. Zumindest recht wenig, was die Angst vor einer eigenen Erkrankung anbelangt. „Schwangere scheinen nach bisherigen Erkenntnissen aus China kein erhöhtes Risiko gegenüber nicht schwangeren Frauen mit gleichem Gesundheitsstatus zu haben. Bei Kindern wurde bislang kein erhöhtes Risiko für einen schweren Erkrankungsverlauf berichtet.“ So kommuniziert es das Robert-Koch-Institut auf seiner Website. Dementsprechend fühlte sich kein Elternteil, mit dem wir sprachen, durch die Krankheit bedroht.
Markétas Tochter kam am 2. März zur Welt und damit genau zu Beginn der Maßnahmen. Ab dem 3. März durfte kein Besuch mehr in die Krankenhäuser kommen, vorher war noch alles wie gewohnt abgelaufen. Besonders zu schaffen machte Markéta die Betreuung ihrer Tochter im Kindergartenalter, da der Kindergarten geschlossen wurde. Im Wochenbett musste sie sich nun um die zwei Kleinen kümmern, wobei die neugeborene Tochter sehr viel weinte. Ihr Mann konnte nicht einspringen, da er nachts arbeitet und tags schlafen muss. Trotzdem versucht Markéta, den Humor nicht zu verlieren: „Unsere Tochter könnte Corona heißen“, meint sie scherzhaft.

Von emotionalen Problemen berichtet Nicole, die in den Niederlanden lebt und deren Sohn am 9. März zur Welt gekommen ist. Direkt nach der Geburt gab es erste Einschränkungen, also kein Familienzimmer, und es durfte kein Besuch mehr ins Krankenhaus kommen. Zu Hause habe sie dann im Wochenbett das Geschwisterkind betreuen müssen, schwerer sei ihr jedoch gefallen auf alle Kontakte verzichten zu müssen. Lediglich die Hebamme sei vorbeigekommen.
Die den Niederlanden typische Tradition der „Krambesuche“ nach der Geburt fiel aus, eine Taufe konnte noch nicht geplant werden. Nicole fühlte sich einsam und richtiggehend eingesperrt, das Fehlen der sozialen Kontakte hat sie sehr belastet.

„Da wir auf dem Land wohnen, haben wir uns keine Sorgen gemacht“, berichtet Lara, deren Sohn am 25. April und damit schon mitten in der Coronazeit zur Welt gekommen ist. Sie sei viel mit dem Hund auf dem Feld spazieren gegangen, habe sich auch zum Spazierengehen verabredet. Nur bei Besuchen in der Stadt sei es notwendig gewesen, eine Maske zu tragen.

Durch Berichte in den Medien sind bei Jennifer, deren Tochter am 27. April zur Welt kam, Ängste entstanden, „und zwar nicht vor der Krankheit, sondern vor den Umständen“. So sorgte sie sich darum, dass ihr Partner nicht bei der Geburt dabei sein könnte. Als anstrengend empfand Jennifer, dass sie das Geschwisterkind die ganze Zeit alleine betreuen musste, der Vater arbeitete zehn Stunden am Tag, Besuche bei den Großeltern mussten ausfallen.

Von ähnlichen Problemen berichtet Melanie, deren Tochter am 15. Mai geboren wurde. Über eine mögliche Erkrankung machte sie sich ebenfalls keine Sorgen. „Die Konsequenzen, die sich ergaben, waren deutlich schlimmer als die Sorgen über eine mögliche Erkrankung“, zieht sie ihr persönliches Resümee. Der Kindergarten für ihre vierjährige Tochter war geschlossen, und trotz Übelkeit und Komplikationen, bei denen sie hätte liegen müssen, musste Melanie die komplette Betreuung ihres Kindergartenkindes übernehmen. Eine Notbetreuung im Kindergarten stand ihr nicht zu, als Schwangere war sie „nicht systemrelevant“. Eigentlich hatte sich Melanie auf die Schwangerschaft gefreut, diese dann jedoch nicht als so schöne Zeit empfunden, da alles ausfallen musste, was geplant war. Es konnten keine Besuche stattfinden, niemand konnte den Babybauch sehen, Shoppen fürs Baby musste ebenso ausfallen wie die Babyparty und das Babybauchshooting stand auch auf der Kippe. Der Geburtsvorbereitungskurs fiel ins Wasser und Besuche beim Frauenarzt mussten ohne Mann und Geschwisterkind absolviert werden. „So was kann man ja nicht wiederholen, wenn es ausfällt, wird einem viel genommen“, so Melanie. Emotional sei das für sie schwer auszuhalten gewesen.
Traurig gestimmt hat sie zudem ein Erlebnis mit ihrer kleinen Tochter. Die Vierjährige weinte eines Abends und sagte auf Nachfrage der Mutter: „Mama, Corona ist wirklich schlimm – es sperrt Spielplätze ab.“ Obwohl die Eltern versucht hatten, „kein Drama aus der Situation zu machen“, litt die Kleine unter der Tatsache, dass Kita und Spielplätze geschlossen waren, sie nicht zum Einkaufen mitgenommen wurde und ihr Tanz- und Schwimmkurs ausfiel.

Lina, deren Tochter als erstes Kind am 5. Mai geboren wurde, fand es sehr schade, auf einen Austausch mit anderen vor der Geburt verzichten zu müssen. Sie sorgte sich darum, ob ihr Partner bei der Geburt dabei sein konnte und ob sie Besuch empfangen durfte. „Angst vor Corona hatte ich nicht“, sagt auch sie.

Carina, deren zweite Tochter am 31. Mai im Geburtshaus zur Welt kam, empfand die Zeit im Lockdown im Gegensatz zu den anderen Müttern als wunderschön, da sich ein individueller, nicht vorgegebener Alltag zu Hause gemeinsam mit der zweieinhalbjährigen Tochter ergeben habe. Um die Geburt im Geburtshaus nicht zu gefährden, hatte sie sich freiwillig in Quarantäne begeben und alle sozialen Kontakte eingeschränkt.
Eltern und Großeltern habe man sehr vermisst, das sei wirklich hart gewesen. Die fehlenden Treffen mit Freundinnen habe sie mit WhatsApp und Co. kompensiert.

Vivian, deren Geburtstermin Mitte Juni noch bevorsteht, berichtet von einem besonders unangenehmen Umstand. Da sie in der Schwangerschaft unter Kurzatmigkeit leidet, kann sie keine Maske tragen. Obwohl ihre Ärztin davon wusste, da es das Problem mit der Kurzatmigkeit bereits in der ersten Schwangerschaft gegeben hatte, verweigerte man ihr ohne Maske in der 30. Schwangerschaftswoche einen Besuch in der Praxis. Selbst mit Attest des Hausarztes musste sie in zehn Frauenarztpraxen anrufen, ehe sich eine bereiterklärte, ihr einen Termin für den dritten Ultraschall anzubieten. Für die Geburt hat Vivien das Geburtshaus gewählt, „dort ist man entspannter“. Eine Maskenpflicht gebe es nicht, da es keinen Publikumsverkehr gibt. Sie und ihr Partner haben sich auf eine ambulante Geburt eingestellt.

Keine Väter im Kreißsaal und die Sache mit der Maske – so ist die Geburt gelaufen

Dass man keine Maske tragen kann, mag der Ausnahmefall sein, eine Maske unter der Geburt zu tragen, ist jedoch allgemein schwer vorstellbar, da es doch darum geht, die Schmerzen intensiv wegzuatmen. „Bei der Geburt muss Maske getragen werden“ war neben „keine Väter im Kreißsaal“ und „keine Besucher in den Krankenhäusern erlaubt“ eine der Meldungen, die Eltern im Vorfeld am meisten umgetrieben hat. Wir wollten von den frischgebackenen Eltern wissen, wie es nun wirklich gelaufen ist und ob etwas dran war an diesen Meldungen.

Lara und ihr Mann wussten bis zuletzt nicht, was auf sie zukommen würde. Am 25. April musste der werdende Vater im Empfangsbereich warten, bis er das „Go“ bekam, in den Kreißsaal zu kommen. Eine Maske musste Lara nicht tragen. Da ihr Mann nicht mit auf Station kommen durfte, blieben die jungen Eltern bis abends gemeinsam im Kreißsaal.

Melanie hatte sich diesmal telefonisch zur Geburt angemeldet. Die Stimmung am Tag der Geburt im Mai erlebte sie als beklemmend und verhalten. Ihr Mann durfte nur bei der finalen Geburtsphase dabei sein, also wenn der Muttermund fünf Zentimeter geöffnet ist, und es war nur ein kurzes Kennenlernen von 1,5 Stunden im Kreißsaal gestattet. Familienzimmer standen nicht zur Verfügung, ein Babyfotograf kam nicht vorbei. Alles in allem eine „sehr abgespeckte Version“ einer schönen Geburt und aufgrund der schlechten und gedrückten Stimmung entschied sich Melanie, direkt nach Hause zu gehen und nicht im Krankenhaus zu bleiben.

Jennifer hatte im ganzen Betrieb zu Hause und bei der Betreuung ihres Kindergartenkindes gar nicht wirklich gemerkt, dass sie einen Blasensprung hatte. Erst drei Tage später wurde dies im Krankenhaus festgestellt, und für sie hieß es: sofort dableiben. Natürlich ohne Partner. Auf Station lag sie alleine auf einem Zimmer, alles war sehr ruhig, die Schwestern blieben die ganze Zeit in ihrem Schwesternzimmer. Jennifer lag also die meiste Zeit alleine da und wartete darauf, dass die Einleitung der Geburt funktionierte und die Wehen einsetzen.
Die Stunden im Kreißsaal verliefen „abwechslungsreich“, wie Jennifer es beschreibt. Während die eine Hebamme auf Maskenpflicht bestand, war es bei der nächsten anders. Einmal war die Maske ein Muss, dann wieder unnötig. Ihren Mann dürfe sie erst zur Geburt rufen, wenn der Muttermund vier Zentimeter geöffnet sei, sagte man ihr. Schließlich bestand sie bei einer Öffnung von drei Zentimetern darauf, ihren Mann anzurufen – er schaffte es dann gerade noch, 40 Minuten dabei zu sein, bis sein Kind das Licht der Welt und das bemaskte Gesicht seines Vaters erblickte.
Die Zeit im Krankenhaus empfand Jennifer dennoch als schön. Zunächst habe sie sich ausgeruht, dann ihren Mann auf dem Parkplatz getroffen, der sie mit einer Pizza überraschte. Dadurch dass der Vater nicht im Kreißsaal dabei sein konnte, war immer eine Hebamme vor Ort, die Betreuung sei liebevoll gewesen und man habe sie gut abgelenkt. Bleiben wollte Jennifer nach der Geburt nicht. Noch fünf Stunden habe sie mit ihrem Mann und dem Neugeborenen im Kreißsaal verbringen dürfen, dann sind sie nach Hause gegangen.

Wenige Einschränkungen hat es für Jenny am 19. Mai bei der Geburt in Stolberg gegeben. Sie erwartete ihr fünftes Kind. Samt Partner durfte sie sofort in den Kreißsaal, die Maske durfte sie nach zehn Minuten ausziehen. Jenny entschied sich, noch zwei Tage im Krankenhaus zu bleiben. Ihr Partner durfte sie dort besuchen. Auf einen Vorbereitungskurs und eine eigene Hebamme hätte Jenny sowieso verzichtet, da es ihr fünftes Kind war.

Lilis Kind ist am 6. April nach 17 Stunden Wehen dann doch per Kaiserschnitt geholt worden. Am 5. April war sie noch mit ihrem Mann mit Masken und Abstandhalten zur Kontrolle gewesen, schon da gab es quasi stündlich neue Regelungen.
In der Nacht zum 6. April fuhr sie mit ihrem Mann ins Krankenhaus, und er durfte auch mit in den Kreißsaal. Bei beiden wurde Fieber gemessen, und es wurden ihnen ein paar Fragen zu einer möglichen Infektion gestellt. Lili und ihr Mann durften sich ohne Maske frei bewegen, nur die Hebammen und Ärzte hatten Masken auf. Anders als bei Lilis erster Schwangerschaft durfte man jetzt nicht in den Flur gehen, um sich Getränke zu holen, oder Treppen steigen, um die Wehen zu fördern. Als man sich dann für den Kaiserschnitt entschieden hatte, wusste keiner so recht, ob der werdende Vater mit in den OP-Raum durfte oder nicht. Jeder hatte eine andere Information und am Ende musste er im Kreißsaal warten. Im OP-Raum waren alle sehr bemüht und freundschaftlich. Gleich vier Personen kümmerten sich nur um die werdende Mutter und erzählten Geschichten, um von der OP abzulenken.
Auf Station haben die Eltern die Corona-Regelungen zu spüren bekommen. Der frischgebackene Papa musste direkt das Krankenhaus verlassen und durfte nicht mehr zu Besuch kommen, um seiner Frau nach der OP zur Seite zu stehen. Die Hebammen und Schwestern auf der Station waren jedoch sehr familiär und haben sich alle sehr viel Mühe geben, damit Lili sich nicht alleine fühlte. 40 Stunden nach der Geburt wollte die junge Mutter nach Hause. Feierlich wurde sie nach draußen begleitet, denn ihr Mann durfte nicht einmal das Krankenhaus betreten, um den Kindersitz zu bringen. Alles wurde immer schnellstmöglich erledigt, und das Personal hat sich selbst bei der Entlassung sehr beeilt, was bei einem Kaiserschnitt sonst nicht üblich ist. Weil ihr Mann in Kurzarbeit war, konnte er Lili zum Glück unterstützen und sich um den zweijährigen Sohn kümmern, der eigentlich in der Kita gewesen wäre.

Und die angehenden Väter?

Bei allen befragten Familien hatte die Situation rund um die Geburt eins gemeinsam: Die werdenden Mütter mussten Zusatzaufgaben wie die Betreuung von Geschwisterkindern so gut wie alleine meistern, zudem haben die Maßnahmen rund um Corona die Möglichkeiten der Väter beschnitten, sich aktiv bei den als normal etablierten Aktivitäten rund um die Geburt zu beteiligen. Gemeinsame Kurse und Frauenarzttermine fielen aus, im Kreißsaal waren die Väter nur zum Schluss dabei, selbst nach einem Kaiserschnitt konnte der Vater seiner Frau im Krankenhaus nicht beistehen.
Welche Gedanken haben die Väter in dieser Situation umgetrieben?
Carina berichtet von den Gedanken ihres Partners: „Der Papa hatte keine bestimmten oder andere Sorgen als ich: Können wir im Geburtshaus entbinden? Bleiben die Hebammen gesund? Wenn wir doch ins Krankenhaus müssen, kann er dabei sein?“ Schließlich waren beide glücklich, dass alle Sorgen umsonst waren.
Chris, der Partner von Lina, hatte Sorge, nicht bei der Geburt dabei sein zu können und die ersten Momente mit seiner Tochter nicht erleben zu können. Er sorgte sich darum, seine Freundin in dieser einzigartigen Situation alleine zu lassen und den Weg nicht gemeinsam mit ihr gehen zu können.
„Auch wenn alles sehr gut gelaufen ist, war das ja nicht von Anfang an klar und Informationen dazu waren rar gesät – es hat sich ja auch ständig etwas geändert. Aber es ist alles gut gelaufen, es war eine schöne Erfahrung und ein weiterer Abschnitt, den wir gemeinsam gehen konnten!“, zeigt sich Chris glücklich über den gelungenen Start ins Leben zu dritt.

Die Sorgen der Hebammen

Doch nicht nur die werdenden Eltern machten sich im Vorfeld Gedanken, was auf sie zukommt – auch das Krankenhauspersonal und die Hebammen in den Geburtsabteilungen waren zunächst beunruhigt. „Corona war für uns alle Neuland“, berichtet Rebecca Gerber, leitende Hebamme des Luisenhospitals. Die ersten Sorgen hätten sich darum gedreht, den Betrieb der Geburtsabteilung nicht zu gefährden. Sollte sich jemand vom Personal anstecken, müsse die Abteilung geschlossen werden, hieß es. Durch die Unterstützung der Hygieneabteilung, die ein Konzept erarbeitet hatte, habe man sich dann aber gut vorbereitet und gut aufgestellt gefühlt.
Unter den Hebammen sei die Verunsicherung groß gewesen, da man nah am Menschen arbeite. Aus diesem Grund habe man die Gebärenden aufgefordert, so lang wie möglich den Mundschutz aufzubehalten.
Väter durften im Luisenhospital bei der Geburt im Kreißsaal dabei sein, es habe keine „Muttermundregelung“ gegeben und auch bei Kaiserschnitten seien die Väter anwesend gewesen, es sei denn, es habe sich um einen Kaiserschnitt unter Vollnarkose gehandelt, dort seien Väter jedoch nie anwesend. Für Unmut unter manchen werdenden Elternpaaren habe gesorgt, dass unter Corona keine Familienzimmer angeboten wurden.

Etliche Paare hätten aufgrund der Umstände eine ambulante Geburt gewählt. „Das schönste Familienzimmer ist eh zu Hause“, pflegt Rebecca Gerber auch außerhalb von Coronazeiten anzumerken. Für die auf der Station verbliebenen Mütter habe es aber auch Vorteile gegeben. So sei es deutlich ruhiger gewesen als sonst, und die Mütter hätten mehr Zuwendung des Personals genießen können.

Für den Fall, dass eine werdende Mutter mit Covid-19-Verdacht eingeliefert würde, habe es ein Isolationszimmer gegeben. Nur in einem Fall habe man es für Untersuchungen nutzen müssen. Die junge Frau sei jedoch zum Zeitpunkt der Geburt schon wieder gesund gewesen und habe normal im Kreißsaal entbinden können.
Die wichtigste Aufgabe der Hebammen sei es in dieser Zeit gewesen, Ängste zu nehmen. Da Angebote wie Kreißsaalführungen ausfallen mussten, habe man online eine Botschaft der Kreißsaaloberärztin veröffentlicht, zudem ein Merkblatt zu Covid-19 und eine „virtuelle Kreißsaalführung“ in Form einer Powerpointpräsentation. Sobald es gehe, wolle man wieder „live“ mit allen Angeboten da sein, freut sich Gerber bereits auf noch mehr Normalität, auch wenn sie beteuert, im laufenden Betrieb habe alles viel besser geklappt als zunächst befürchtet.

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