Zu Hause ist alles doof, findet Oskar. Seine nervende Schwester, seine Mutter, die nur Augen für den kleinen schreienden Bruder hat, die blöden Jungs aus seiner Klasse, die ihn immer hänseln und auslachen und Linus, der früher mal sein Freund war und ihn jetzt nur noch ignoriert.
Wie gut, dass sein Vater ein altes, halb verfallenes Schloss geerbt hat, auf dem Oskar drei Wochen nur mit ihm verbringen kann. Dort kann er Papa auch von seinem geheimen Plan berichten, nämlich, dass er von nun für immer bei ihm bleiben möchte. Den richtigen Moment, seinem Vater seine Zukunftspläne mitzuteilen, findet Oskar aber irgendwie nicht. Der Männerurlaub wird auch schon bald gestört durch den Besuch von Fritz, einem Freund seines Vaters, der mit seinen Kindern auf dem Weg nach Spanien ist. Jetzt muss Oskar sich mit Tim und Clarissa rumquälen, weil Papa nur noch mit Fritz beschäftigt ist. Total ätzend, findet Oskar, wo er doch gerade mehr Zeit mit seinem Vater verbringen wollte! Doch mit der Zeit merkt er, dass es eigentlich ganz schön ist, das Schloss und die Umgebung nicht alleine erkunden zu müssen, und irgendwie ist Clarissa ja doch ganz nett … Wer hätte gedacht, dass Oskar am Ende ganz traurig über die Abfahrt der Besucher ist und sich sogar wieder nach seinem alten Zuhause mit Familie und Freunden sehnt.
Durch die sehr kindgerechte und einfache Ausdrucksweise kann sich der Leser gleich in die Gedankenwelt Oskars hineinversetzen und sich mit ihm identifizieren. Sigrid Zeevaert verpackt hier die teilweise naiven Vorstellungen und Wünsche eines Scheidungskinds in eine sehr unterhaltsame Geschichte.
Die Bücher der Aachener Autorin sind in verschiedene Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet. Sie gehören fast ausnahmslos dem Genre des realistischen Kinderbuchs an. Erst kürzlich ist ein neues Buch erschienen: „Liebe, liebe Fanni“ beschreibt die Geschichte einer 7-Jährigen während des Zweiten Weltkriegs, ab 11 Jahren.
Sigrid Zeevaert: Oskars geheimer Ferienplan
Gerstenberg-Verlag | Hildesheim 2011 | ab 8 Jahren | 12,95 Euro
Text: Anne Bonczek
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