Buchtipp: Don’t stop the Music – ein Buch wie ein Mixtape

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Foto: Birgit Franchy

Frühling 2026: Ich liege auf dem Sofa, ein Buch in der Hand, das ich soeben im Postshop abgeholt habe, und auf dem Smartphone läuft in voller Lautstärke „Last Christmas“. Als mein Partner in die Küche kommt, denkt er zuerst, ich sei verrückt geworden, aber schon im nächsten Moment unterhalten wir uns über Musik. Ich amüsiere mich köstlich über den Begriff „Whamageddon“, den ich gerade gelernt habe. In der Weihnachtszeit muss man dem Lied ausweichen, wer es doch hört, hat verloren. „Dieses Spiel wird sicher niemals irgendjemand gewinnen!“, schreibt Ariana Zustra im Buch „Don’t stop the Music“.

Die Journalistin und Musikerin hat lange für den Rolling Stone und beim Musikexpress gearbeitet. Da sie firm in Popgeschichte ist, wurde sie vom Verlag Mixtvision ausgewählt, um ein Buch über alte und neue Popstars zu verfassen. Jede Doppelseite zeigt unter einer anderen Überschrift eine Paarung aus einem früheren und einem neueren Star. Wham! und „Last Christmas“ stehen beispielsweise Apache 207 und „Roller“ gegenüber. „Roller“ ist der meistgestreamte deutschsprachige Song auf Spotify. Er war 224 Wochen in den Singlecharts und stieß damit „Last Christmas“ vom Thron.

Apropos Spotify. Per QR-Code am Ende des Buches kommt man zu einer über siebenstündigen Playlist mit allen im Buch vorgestellten Titeln. Quasi das Mixtape der Neuzeit. Und tatsächlich macht es sehr viel Spaß, Doppelseite für Doppelseite durchzugehen und dazu das entsprechende Lied anzuspielen. Wie zu erwarten ist mir keiner der älteren Stars und Hits unbekannt, bei den neueren Künstlerinnen, Künstlern und Bands muss ich jedoch öfters passen. Ob Madonna, Elvis Presley, Michael Jackson, Janis Joplin, Soft Cell mit dem Partyhit „Tainted Love“, David Bowie, Björk – alles ruft Erinnerungen hervor. Ich erinnere mich sogar, dass ich Britney Spears’ Song „Baby One More Time“ bei McDonalds am Aachener Markt zum ersten Mal über den Bildschirm flimmern sah und dachte: „Wow – das Mädchen hat es drauf.“

Immer wieder werde ich animiert, weitere Videos der Interpreten anzuspielen, Fotos zu suchen und Details nachzugehen. An mehreren Tagen hintereinander greife ich zu dem Buch und habe es immer noch nicht „durchgearbeitet“. Man kann sich wirklich lange damit beschäftigen, immer neue Facts und Fun Facts erfahren, sich in Lieder und Videos hineinziehen lassen und sich über die köstlich treffenden Illustrationen von Susanna Harrison amüsieren. Überrascht liest man sich durch die ganzen Superlative der Popgeschichte, und erfährt dabei auch, dass Popmusik mehr ist als ein Soundtrack, sie ist ebenso Zeitgeist, Protest, Statement oder Weltgefühl.

Gedacht ist das Buch sowohl, um sich allein damit zu beschäftigen, als auch zum gemeinsamen Schmökern für musikaffine Familien mit jugendlichem Nachwuchs. „Das haben wir damals gehört“ trifft auf neue Phänomene wie Ariana Grande, Harry Styles, Billie Eilish oder Taylor Swift, und es ist sicher zudem eine gute Fortbildung für populäre Spiele wie das beliebte „Hitster“ (haben wir hier vorgestellt). Musikbegeisterten Eltern dürfte es auch als Geschenk zum Geburtstag, Mutter- oder Vatertag eine Freude machen.

Foto: Birgit Franchy

Ariana Zustra (Text), Susanna Harrison (Illustr.)
Don’t stop the Music. Unsterbliche Popstars und was sie verbindet
Mixtvision, März 2026
128 Seiten, 25,70 Euro

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