Die sechste Ausgabe des Lothringair wurde heiß. Das war seit Tagen schon im Wetterbericht angekündigt. Dieses Jahr unterstütze das Teams vom Musikbunker erstmals die Lothringair Crew rund um Andrea Nickisch. Und auch das Crowdfunding-Ziel von 3.000 Euro wurde im Vorfeld erreicht und sogar leicht übertroffen. Gute Voraussetzungen also für eine erfolgreiche Edition 2019.
Gegen Mittag waren schon die meisten der Stände aufgebaut, offizieller Start war wie immer 14:00 Uhr. Wir waren in diesem Jahr wieder selber vor Ort – mit Einhörnern, Spielteppich und natürlich den aktuellen Ausgaben unserer Hefte MOVIE, KingKalli und „rundum Baby“. Zum Glück hatten wir ein weitgehend schattiges Plätzchen erwischt – an der Ecke zur Herzogstraße – an dem auch die meiste Zeit ein kühles Lüftchen wehte.
Bereits am frühen Nachmittag war die Straße dies- und jenseits der Wilhelmstraße gut gefüllt. Am Start in Höhe der Kreuzung Friedrichstraße begrüße ein ausgewachsenes Soundystem von Small Axe Sound Europe die Besucher mit eher basslastigen Klängen – Dub, Reggae, Dancehall und Artverwandtes. Daneben ein kleiner Skateboard-Parcours mit Halfpipe, der rege genutzt wurde und an dem die Challenges parallel zu den Temperaturen anstiegen.
Im musikalischen Bereich war sowieso viel los: Auf den Bühnen – die beiden größten am Platz zwischen Lolaparoli und Alfonsstraße und vor dem Berufkolleg gegenüber der Raststätte – spielten über ein Dutzend Sängerinnen, Sänger und Bands, darunter Sophie Knopps, In Vallis, Figur Lemur und The Dial Ups, dazu gesellten sich weitere DJ-Stages vom Hochschulradio, dem Poebel und lassmatanzen (äußerst idyllisch gelegen im Hinterhof der Kratzenfabrik). Kunst und Design fand ebenfalls reichlich statt – vor und in Poebel-Halle, in der Galerie ProZitron, in der Dreifaltigkeitskirche, im Büro der Piratenpartei mit einer Auswahl des Projektes SHIFT Photo, in der Raststätte und natürlich an zahreichen Ständen mit kleinen Sondereditionen, Plakaten, Siebdrucken, Illustrationen und anderen Design-Objekten. Und kulinarisch ist das LothringAir sowieso seit je her sehr breit aufgestellt: Wagen, Stände und Buden mit Angeboten aus aller Welt, ergänzt durch unzählige (und bei dem Wetter auch definitiv begehrte) Getränkestände.
Dass das Lothringair auch soziales und gesellschaftliches Engagement proaktiv fördert und ihm breiten Raum bietet zeigte sich an vielen Infoständen verschiedener Initiativen, etwa zum Radentscheid, bei Queerbeet vom Troddwar e. V. und natürlich beim Sommerfest am Hirschgrün, das wie immer parallel zum Lothringair stattfand.
Familien mit kleinen Kindern fanden sich wie auch in den Vorjahren gerne bei uns ein – die beiden Einhörner, die wir immer zum Reiten mitbringen waren im Dauereinsatz und auf dem Aachen Spieleteppich tummelten sich kleine und größere Kinder. So entspannt es bei uns vor Ort auch war – beim Verlassen des Standes spielten sich dann natürlich einige Dramen ab, weil die Kleinen garnichtmehr wegwollten. Sorry dafür ;-)
Ein rundum gelungenes, fröhliches und vielseitiges Fest also, beim dem nur eine Frage unbeantwortet blieb: Warum um alles in der Welt muss so ein Festival mitten im Sommer schon um 22 Uhr zu Ende sein? Zu einer Zeit, wo es gerade einmal anfängt, dunkel zu werden und sich noch Tausende Menschen auf der Straße aufhielten? Vielleicht sollte man bei der Stadt Aachen einmal über die Genehmigungspraxis und ihre Sinnhaftigkeit nachdenken. Gerne bei einem kühlen Mate-Tee.
Fotos: Birgit Franchy & Markus Jansen
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