Auf dem Weg in Richtung Nachhaltigkeit: Kita Herz Jesu ist erste FaireKITA Aachens

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Foto: Sabrina Marx

Die dunklen Sonnenbrillen zeigen, dass die Händler etwas zu verbergen haben … Anhand eines kleinen Schauspiels stellen die Kinder der Kita Herz Jesu faire Händler unfairen gegenüber – die einen geben einen gerechten Anteil an die Landwirte weiter, die anderen behalten den Großteil lieber selbst und denken nur an den eigenen Profit. Auf kindgerechte Art und Weise lassen sich so die Grundzüge des fairen Handels bereits den Jüngsten anschaulich und spielerisch vermitteln.
Seit dem 22. Januar dieses Jahres darf sich die katholische Kita Herz Jesu, die zur Pfarre St. Gregor von Burtscheid gehört, als erste Kindertagesstätte in Aachen als FaireKITA bezeichnen. „Das letzte Jahr war ein aufregendes Jahr in Sachen Klimaschutz“, erzählt Standortleiter Florian Esser, der durch die Lektüre einer Fachzeitschrift auf das Konzept der fairen Kita gestoßen ist. „Ich habe mich gefragt: Was kann ich selbst bewirken? Und wie können wir dies altersgerecht an die Kinder weitergeben?“ Gemeinsam mit seinem Team fasste er den Entschluss, etwas verändern zu wollen, sich auf eine Zertifizierung als FaireKITA zu bewerben und somit auf den Weg in Richtung mehr Nachhaltigkeit zu begeben. Hierbei ist es Esser besonders wichtig, das Thema dauerhaft in den Kita-Alltag zu integrieren und bei den Kindern ein Bewusstsein für den Umgang mit endlichen Ressourcen zu schaffen. „Sie sollen verstehen, warum wir besser faire Produkte kaufen“, so Esser. „Wir überlegen zudem, im Sommer ein Hochbeet anzulegen und gemeinsame Besuche auf dem Markt zu machen. Außerdem würden wir gerne andere Kitas motivieren, sich anzuschließen.“
Das Projekt FaireKITA ist ein Angebot des Netzwerks Faire Metropole Ruhr. „Es geht um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und richtet sich an alle“, erklärt Mona Pursey vom Eine Welt Forum Aachen. „Wir wollen Kinder neugierig machen, sodass sie auch mal zu Hause nachfragen: Wo kommen denn unsere Orangen her?“ Seit 2016 besteht deutschlandweit für Kitas die Möglichkeit, sich für eine Zertifizierung zu bewerben. Hierfür gibt es fünf Kriterien, die es einzuhalten gilt. Darunter unter anderem, dass mindestens zwei Produkte aus dem Kita-Alltag gegen faire Produkte ausgetauscht werden. In der Kita Herz Jesu gibt es mittlerweile ausschließlich faire Säfte und Kakao für die Kinder sowie Fairtrade-Kaffee für die Erwachsenen. Florian Esser und sein Team denken bereits über weitere Produkte nach, die man austauschen könnte. So beispielsweise Honig oder Textilien. Darüber hinaus ist es Bestandteil des Konzepts, dass faire Themen an die Kinder vermittelt werden sowie im Rahmen von Öffentlichkeit auch andere Kitas oder Familien dazu motiviert werden, sich ebenfalls für faire und nachhaltige Themen einzusetzen und sie möglichst in den eigenen Alltag zu integrieren. „Kinder sollen die Zusammenhänge kennenlernen, ihr Weltverstehen und Gerechtigkeitsempfinden schärfen und die Welt als EINE Welt verstehen“, so Florian Esser. „Das geht weit über den Bereich der Kita allein heraus.“

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