Aachener Sozialpreis für das Gedenkfeierteam des Bethlehem-Krankenhauses

Der Aachener Sozialpreis ist eine Auszeichnung für gelebte Menschlichkeit. Die beiden Kinderkrankenschwestern Angela Petrow und Dorothée Ratz nahmen ihn am 14. Mai stellvertretend für das gesamte Gedenkfeier-Team des Bethlehem-Krankenhauses entgegen. Der renommierte Ehrenamtspreis wurde im Rahmen eines Festaktes im Aachener Krönungssaal überreicht und ist mit 5.000 Euro dotiert.

Foto: Bethlehem | Eisenmenger

Seit über einem Vierteljahrhundert kümmert sich das hoch engagierte Team um Mütter und Väter, die ihr Kind vor, während oder kurz nach der Geburt verloren haben. Das tun sie mit großer Hingabe, Empathie und einem feinen Gespür für das, was trauernde Familien brauchen.
Was einst als interne Fortbildung vor über 25 Jahren in der Kinderklinik begann, ist heute eine feste Institution im Bethlehem: Jedes Jahr werden die betroffenen Eltern und deren Angehörige zur Erinnerung an ihre Sternenkinder eingeladen. Das Team hat damit einen geschützten Raum für Trauer, Erinnerung und Begegnung geschaffen.
Bereits auf der Station gestalten die Mitarbeitenden individuelle Abschiedsrituale, fertigen Erinnerungsstücke und stehen den Familien in ihrer schwersten Zeit zur Seite.

Trost Spenden

Die Feier ist konfessionsfrei und jedes Jahr einem Symbolthema gewidmet. Musikalisch begleitet wird die Gedenkfeier von Sänger Fabian Schmelcher, der sich seit Jahren ehrenamtlich engagiert. All das spendet ein wenig Trost. Jedes Detail ist mit Liebe durchdacht: von der Einladung bis zur Dekoration. „Das ist richtige Teamarbeit“, erzählt die Fachgesundheits- und Kinderkrankenschwester Angela Petrow. „Jede bringt ihre Stärken ein, und am Ende fügt sich alles zusammen.“
Das Verlesung der Namen der Sternenkinder ist dabei ein ganz besonders emotionaler Moment und zeigt, wie wichtig das gemeinsame Erinnern ist. „Die Familien haben ein Anrecht darauf, traurig zu sein und sich zu erinnern“, betont Dorothée Ratz, ausgebildete Trauerbegleiterin.
Mit dem Preis wurde nicht nur das Engagement gewürdigt, sondern auch ein Zeichen gesetzt – für Sichtbarkeit und einen offenen Umgang mit Verlust. Geplant ist auch, einen „Garten der Erinnerung“ auf dem Krankenhausgelände zu realisieren.

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