Aachener Feuerwehr muss Kinderfinger aus Sitzbank eines Bushäuschens befreien

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Was für ein Schreck! Als Alex E. mit seiner sechsjährigen Tochter Ella im Bushäuschen an der Normaluhr auf den Bus wartet, steckt plötzlich der Finger der Kleinen in der Sitzbank aus Edelstahl fest. Zunächst versucht Alex E., den Finger herauszudrehen, verwendet Spucke, um ihn flutschiger zu machen – jedoch vergeblich: Der Finger lässt sich nicht befreien. Ella reagiert zunehmend verängstigt und steigert sich langsam in Richtung Panik. Schließlich schreit sie nach mehreren Minuten ihren Vater an, er solle den Rettungswagen rufen. In seiner Not tut der Vater genau dies und wählt die 112.

Genau richtig, bestätigt Bernd Geßmann, Abteilungsleiter Operativer Dienst der Feuerwehr Aachen, schließlich habe es sich um eine Notlage gehandelt. Feuerwehrzug und Krankenwagen rückten aus und nach wenigen Minuten an der Normaluhr an. Laut Alex E. war schon am Telefon abgefragt worden, wie sich die Situation genau darstelle. Den Verlauf der Rettungsaktion schildert er heute schon wieder mit einer gehörigen Portion Humor. „Gefühlt zehn Männer“ beruhigten Ella, erklärten sehr kindgerecht, was jeweils gemacht wurde. Kühlen der Fingerspitze und Flüssigkeit, um den Finger besser herauszubekommen.

Ging aber nicht. Der beunruhigte Vater bekommt mit, dass darüber debattiert wird, dass der Finger langsam blau anläuft. Mit viel Seife und auch Kraft wird der Finger schlussendlich herausgedreht. Das tat weh, aber Ella war darüber durch die Einsatzkräfte informiert worden. Im Krankenwagen wird der Finger untersucht, und als keine schwerwiegenden Verletzungen ausgemacht werden, darf Ella mit ihrem Vater – und dem Hinweis, bei Komplikationen erneut den Arzt aufzusuchen – den weiteren Heimweg antreten. Mit dem Taxi diesmal, denn aufs Busfahren ist beiden für heute die Lust vergangen. Der nette Taxifahrer spendiert sogar Bonbons, als er von der Geschichte erfährt. So weit, so glücklich der Ausgang.

Ganz so schnell wollte Alex E. die Sache jedoch nicht auf sich beruhen lassen. Denn ein Aspekt hatte ihn nachdenklich gestimmt. Bei der Befreiungsaktion hatte ein Feuerwehrmann angemerkt, das sei wohl schon öfters passiert und nicht ungefährlich. Da die Bänke ja auch im ganzen Stadtgebiet stehen, sei von weiteren Einsätzen auszugehen. Die Männer feixten noch darüber, die Löcher könnten ja größer gebohrt werden, was dann aber nur das Alter der Kinder erhöhe, die sich dort verfangen.

Weitere Fälle in Aachen?

Der Hinweis hat uns veranlasst, einmal bei der Feuerwehr nachzuhören, wie es sich mit dem Thema Finger in Bushäuschensitzbankblech verhält. Feuerwehrmann Geßmann versprach umgehende Aufklärung, zumal er nicht nur Feuerwehrmann sei, sondern auch interessierter Vater. Nachforschungen ergaben schließlich laut Presseamt, dass die der Vorfälle „noch im einstelligen Bereich“ liege, man sich jedoch direkt veranlasst sah, bei dem Betreiber der Citylights und Bushäuschen vorzusprechen, der RBL – Reclamebureau Limburg B.V., die die Häuschen seit 2016 betreibe. Dort wurde wiederum versichert, die Bänke seien EU-konform und entsprächen allen Normen. Man wolle jedoch dranbleiben, so das Presseamt Aachen, denn „jeder Fall ist einer zu viel“.

Finger steckt fest – was tun?

Ein paar Tipps hat Feuerwehrmann Bernd Geßmann noch für ähnliche Fälle für uns im Gepäck: Wichtig sei allem voran, das Kind zu beruhigen und es zum Weiteratmen anzuhalten. Wenn möglich den Finger kühlen und versuchen, ihn herauszudrehen. Klappt dies nicht, bestehen starke Schmerzen und/oder der Finger verfärbt sich: nicht zögern, den Notruf 112 zu wählen.

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