Aachen: „Willkommen – Familien Zeit schenken“ – Haus für Familien will Eltern entlasten

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„Willkommen!“ Das ist wohl das Schönste, das man einem Neugeborenen zurufen möchte, das gerade das Licht der Welt erblickt hat – wenn der Winzling die jubelnden Angehörigen schon verstehen würde. „Willkommen – Familien Zeit schenken“ ist denn auch der prägnante Titel eines Programms: Damit möchte das Haus für Familien – Evangelische Familienbildung Aachen die zumeist überglücklichen, aber auch übermäßig belasteten Eltern nach der Ankunft ihres kleinen Erdenbürgers kräftig unterstützen und ihnen „etwas Gutes tun“. Denn die Babys stellen den gewohnten Rhythmus ganz schön auf den Kopf.

 Astrid Simons koordiniert für das Haus dieses Angebot. Die gelernte Erzieherin und Elternbegleiterin will jungen Familien eine „moderne, organisierte Nachbarschaftshilfe“ anbieten. Die leisten – bislang ausschließlich – Frauen, die ehrenamtlich engagiert sind. Sie gehen nach Absprache ein- bis zweimal die Woche für jeweils etwa zwei bis drei Stunden in die Familien. Damit wollen sie unterstützend wirken und insbesondere den häufig gestressten Müttern in der Anfangsphase nach der Entbindung kleine „Auszeiten zum Entspannen schenken“.
Die Helferinnen kümmern sich um die Kinderbetreuung, begleiten zu Terminen oder bieten Gespräche und Hilfe bei der Organisation des zumeist völlig umgekrempelten Alltags an. Danach sei „der Akku wieder aufgeladen“, ist Simons, die selbst Mutter zweier Teenager ist, überzeugt. Auf diese Weise „Energie zu schöpfen, das tut der Mutter gut“, fügt sie an.
Eines stellt Astrid Simons klar: Hausarbeit sollte den Begleiterinnen nicht aufgetragen werden. Versicherungsschutz werde über das Haus für Familien geleistet.
Voraussetzung zum Einsatz der Familienhilfe ist, dass zumindest ein Kind im ersten Lebensjahr dort lebt. Auf maximal drei Monate sei die Unterstützung in dieser „ersten schwierigen Zeit“ angelegt, ergänzt Simons. Kostenlos sei das Engagement nicht. Fünf Euro sollten pro Stunde bezahlt werden, plus zehn Euro Vermittlungsgebühr. Doch wen dies finanziell überfordere, für den gebe es auch Lösungen, versichert sie.
Aktuell werden neun Familien in Aachen entsprechend unterstützt. In den Coronazeiten habe die Nachfrage etwas nachgelassen. Jede Familie ist hier willkommen, das gehört zum Konzept. Familie und Helferin müssen natürlich zusammenpassen: „Die Chemie, das Bauchgefühl muss stimmen“, so Simons. Somit gehöre ein beiderseitiges unverbindliches Kennenlernen dazu, um zu wissen, wem man das Baby anvertrauen wolle. Ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis sei für die Helferinnen verpflichtend, zudem ein Nachweis des Impfstatus.

Astrid Simons koordiniert freiberuflich das Programm „Willkommen – Familien Zeit schenken“. Wer auf diese Hilfe zurückgreifen möchte, kann sich hier melden: willkommen@efam-aachen.de oder 0157 88913390. Außerdem direkt beim Haus für Familien – Evangelische Familienbildung Aachen, Martin-Luther-Straße 16,  52062 Aachen, 0241 5152949.

Wer die Arbeit der Evangelischen Familienbildung Aachen und die ihr anvertrauten Menschen finanziell unterstützen möchte, kann hier spenden: IBAN DE42 3905 0000 0000 0002 16, Stichwort „Willkommen“.

Text: Berthold Strauch

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