Aachen: Ticket-Trouble beim School&Fun-Ticket

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In der StädteRegion Aachen scheint es eine Gesetzeslücke zu geben, die für einige Eltern sehr ärgerlich ist. Und teuer.

Bruder und Schwester besuchen die Klassen 8 und 10 derselben Gesamtschule. Wenn sie von Eilendorf zur Schule fahren, nehmen sie den Bus. Für das Schülerticket der Schwester werden die Schülerfahrtkosten übernommen, sodass der Eigenanteil der Eltern nur noch 12 Euro pro Monat beträgt, für den Sohn müssen die Eltern nun den vollen Preis, also monatlich 30,30 Euro, bezahlen. Klingt unlogisch? Ist es auch.

Die Eltern der beiden haben sich vor einigen Jahren getrennt, sie teilen sich das Sorgerecht und haben sich auf das Wechselmodell geeinigt. Das heißt, die Kinder wohnen wochenweise abwechselnd bei Mama in Eilendorf und bei Papa im Frankenberger Viertel. Damit beide Eltern Kindergeld bekommen, ist der Bruder beim Papa gemeldet, die Tochter bei der Mama.
Als die Mama nun wie jedes Jahr die Übernahme der Schülerfahrtkosten für das School&Fun-Ticket beantragte, wurde diesmal die Erstattung für den Sohn abgelehnt. Begründung: Die Meldeadresse beim Papa sei ja nur 0,75 Kilometer von der Schule entfernt, dafür gebe es kein ermäßigtes Busticket. Dass natürlich auch der Sohn in jeder zweiten Woche von Eilendorf zur Schule kommen muss – egal.
Es folgte ein sehr, sehr langer Telefon- und Schriftverkehr der Mama mit dem Fachbereich Kinder, Jugend und Schule. Umsonst, das Ersuchen wurde abgelehnt. Sie könne ja klagen, hieß es, aber das Geld für einen Anwalt hat die Mama nicht.

Auf dem Serviceportal der Stadt heißt es: „Eine Verpflichtung zur Übernahme der Schülerfahrkosten besteht, wenn der Schulweg zur nächstgelegenen Schule für Schüler/innen […] für Schüler der Sekundarstufe I (Klasse 5 bis 10) mehr als 3,5 km … beträgt.“ Die Entfernung von Mama bis zur Schule beträgt 5,5 Kilometer. Von Meldeadresse steht da nichts. Egal.
Auf die Nachfrage der Mama bei Frau Burda vom zuständigen Fachbereich, ob es denn nicht einige Eltern mit dem gleichen Problem gebe, hieß es: „Ja, aber die zahlen halt.“ Wahrscheinlich haben sie weder die Nerven noch den Mut, sich mit der Stadtverwaltung anzulegen. Da das Wechselmodell bei getrennten Eltern immer öfter gewählt wird, ist abzusehen, dass immer mehr Familien von dieser ungerechten Preisregelung betroffen sind.
Höchste Zeit für eine Anpassung der Bestimmungen an die Realität, findet die Mama.

Text & Foto: Sike Schneider

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