Während mein Mann mit zwei unserer Kinder zu einem Termin fährt, beschließe ich, mit meiner fünfjährigen Tochter schwimmen zu gehen. Einen Schwimmkurs hat sie bereits besucht. Mein Gedanke dabei ist, dass sie das Gelernte so wieder anwenden kann, um es nicht zu verlernen. Aber ein bisschen Planschen und Spaß im Wasser müssen natürlich auch sein.
Unser Weg führt zur Osthalle, die wir bisher noch nicht kennen. Sie ist das einzige öffentliche Schwimmbad in Aachen, das nicht städtisch ist. Die Osthalle beschreibt sich selbst als „Freizeiteinrichtung und Vereinsstützpunkt“. Ich bin positiv überrascht, als wir auf den Parkplatz fahren. Er ist groß und bietet auch viele Schattenplätze. Im Vorbeifahren wirkte er meist eher klein auf mich. Wir gehen in die Halle und ich löse ein Ticket. Meine Tochter braucht mit ihren fünf Jahren noch nicht zu zahlen. Mit der Familienkarte der StädteRegion Aachen zahlt man übrigens den ermäßigten Preis. Nachdem meine Tochter zweimal das Drehkreuz mit meinem Ticket aktiviert und doch nicht hindurchgeht, funktioniert dieses leider nicht mehr. Über die Gegensprechanlage hilft uns ein freundlicher Mitarbeiter und öffnet schließlich die Gruppentür für uns.
Die Familienumkleidekabine ist ziemlich groß und wir haben sie ganz für uns. An der einen Seite sind abschließbare Schränke und an der anderen zwei Wickelunterlagen für kleinere Kinder. „Ich möchte den Schrank“, sagt meine Tochter und deutet auf den Schrank neben dem, den ich ausgewählt hatte. Sie wirft den Pfandeuro hinein und wir verstauen nach dem Umziehen unsere Sachen. Leider ist das Armband etwas ausgefranst, sodass ich es nicht zubekomme. Das Armband am Nachbarschrank, auf den wir ausweichen, sieht besser aus. Auf dem Weg zur Dusche stelle ich fest, dass es etwas locker sitzt. Erst jetzt fällt mir auf, dass der Pin zum Verschließen fehlt. Aber ein Knoten reicht fürs Erste auch.
Die Duschen empfinden wir als sehr angenehm von der Temperatur (in den städtischen Schwimmbädern sind sie mir oft zu heiß). Frisch geduscht geht es endlich zur Schwimmhalle. Zuerst sehe ich nur das Schwimmerbecken und frage mich kurz, ob es das einzige ist. Aber ein Blick nach rechts gibt Aufschluss. Hinter einer Glasscheibe, die mit gelben Enten verziert ist, erspähen wir das Lehrschwimmbecken. Kurze Zeit später versuche ich, mit meiner Tochter schwimmen zu üben. Das Becken ist noch angenehm leer, obschon es Samstagvormittag ist. Ich stelle mich einige Meter entfernt von meiner Tochter an den Rand, während sie sich eine der am Rand liegenden Poolnudeln nimmt, und bitte sie, mit Schwimmversuchen zu mir zu starten. Sie sagt, ich solle näher kommen, und schon ist sie mit einem großen Schritt bei mir und behauptet geschwommen zu sein. Wir probieren es noch ein paarmal, aber wieder ist es eher gehen als schwimmen. Kurze Zeit später werden wir auf die andere Seite des Beckens gebeten. Es findet ein Schwimmkurs statt. Das erklärt auch die Begrenzung, die das Lehrschwimmbecken längs teilt. Nun haben wir natürlich etwas weniger Platz. Trotzdem zeige ich meiner Tochter die Schwimmbewegungen zur Erinnerung. Gelegentlich tauscht sie ihre Poolnudel durch ein ebenfalls am Rand liegendes Schwimmbrett. Als sie beides zusammen nutzen möchte, merkt sie schnell, dass das nicht klappt und ihr entweder Poolnudel oder Schwimmbrett entgleitet. Aber nun hat sie ohnehin keine Lust mehr auf Schwimmversuche.
Neben uns wirft eine Mutter einen Ball ins Wasser und das Kind schwimmt zu der Stelle, an der er im Wasser landet. Die Idee, so zum Schwimmen zu motivieren, finde ich gar nicht schlecht. Nebenbei sehe ich zum Schwimmkurs hinüber, um zu erfahren, was gängige Methoden sind, um Kindern das Schwimmen beizubringen. Die Kinder schwimmen nacheinander durch einen Reifen und tauchen später unter einer Poolnudel durch. Das merke ich mir für die Zukunft, wenn meine Tochter etwas sicherer ist.
Ins Wasser führt auch eine Rutsche, die die Form eines Elefanten hat. Da meine Tochter gerne rutscht, frage ich sie, ob sie sie ausprobieren möchte, und biete an, sie aufzufangen. Aber sie lehnt ab und schnappt sich stattdessen zwei Ringe, die am Rand liegen. Statt nach ihnen zu tauchen, drapiert sie sie aber lieber auf meinem Kopf. Als ich höre, dass ein Kind neben uns seine Mama nach Ringen fragt, gebe ich sie dankbar ab. „Guck mal, da kann man springen“, ruft meine Tochter. Am Schwimmerbecken stehen drei Sprungtürme in unterschiedlicher Höhe. An der einen Längsseite gibt es auch eine Tribüne mit bunten Sitzen. Gegenüber liegt die Fensterfront, die eine schöne Aussicht auf den St. Josefs-Platz mit der zugehörigen Kirche bietet.
Die Wand am Lehrschwimmbecken ist mit unterschiedlichen Tieren liebevoll und kindgerecht gestaltet. Es sind zwar einige größere Säugetiere dabei, aber hauptsächlich Wassertiere wie Fische oder Vögel, die sich gerne in Wassernähe aufhalten. Erst jetzt bemerke ich, dass eines der spielenden Kinder neben uns in dieselbe Kita geht. Ich komme mit der Mutter ins Gespräch und meine Tochter spielt mit dem Jungen, der allerdings eine andere Gruppe in der Kita besucht als sie, wodurch die beiden in der Kita eher wenig Berührungspunkte haben. Als er und seine Mutter gehen, will meine Tochter zur Unisex-Toilette. Eigentlich möchte ich danach wieder zurück ins Becken, aber als der Bekannte aus der Kita dann endgültig geht, gebe ich dem Wunsch meiner Tochter nach, auch nach Hause zu fahren. Auch wenn es mit den Schwimmversuchen nicht ganz geklappt hat wie erhofft, war es ein schöner Vormittag in einer nett gestalteten, nicht zu überlaufenen* Schwimmhalle mit freundlichem Personal. Zum Schwimmenüben kommen wir sicherlich wieder.

Osthalle Aachen
St. Josefs-Platz 8, 52068 Aachen
osthalle.de
Öffnungszeiten (können bei Veranstaltungen abweichen):
Mo 06:30-08:00 Uhr und 14:00-18:00 Uhr
Di 06:30-08:00 Uhr und 14:00-18:00 Uhr
Mi 06:30-08:00 Uhr und 14:00-22:00 Uhr
Do 06:30-08:00 Uhr und 14:00-18:00 Uhr
Fr 06:30-08:00 Uhr und 14:00-18:00 Uhr
Sa 07:00-17:30 Uhr
So 08:00-13:30 Uhr
Eintrittspreise: Erwachsene 3,50 Euro, Kinder und ermäßigt 2,30 Euro, Frühschwimmer 2,30 Euro (es gibt auch 10er- und 20er-Karten, durch die es günstiger wird), Kinder unter 6 Jahren frei
Kursangebote: Schwimmkurse, Aqua-Fitness & Aqua-Power, Eltern-Kind-Schwimmen
Besonderheiten: Spielstunde samstags zwischen 11:00 und 16:00 Uhr
* laut Personal ist es auch in der Osthalle schon zu Engpässen gekommen, als die anderen Aachener Bäder wegen Personalmangel schließen mussten.
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