Wir testen Forsthaus Schöntal: Essen gehen in der Natur

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Es ist ein sonniger Tag im Frühling und draußen in der Sonne fühlt es sich direkt nach Sommer an. Genau das richtige Wetter für einen Biergartenbesuch. Wir haben das Forsthaus Schöntal dafür ins Auge gefasst. Da ich befürchte, dass bei diesem schönen Wetter viele die gleiche Idee haben, rufe ich kurz an, um einen Tisch zu reservieren. Der freundliche Mann am Telefon erklärt, dass sie draußen keine Tische reservieren. Dies hätten sie aufgegeben, da die Reserviert-Schilder auf den Tischen „hin und her geworfen“ wurden. Wir sollten aber einfach vorbeikommen und bekämen sicherlich einen Platz.

Einige Zeit später erreichen wir den Parkplatz des im Wald gelegenen Forsthauses. Er ist bereits gut gefüllt. Zum Forsthaus gehört auch der Ponyhof Meisel, der Ponys verleiht, auf denen Kinder begleitet von Erwachsenen für 20 Euro pro Stunde einen Ritt durch den Wald machen können. Bei den Ponys stehen einige Kinder und Erwachsene. Ein Mädchen, das gerade von ihrer Ponyrunde zurückzukommen scheint, sitzt stolz auf ihrem braunen Pony, den Kopf mit einem schwarzen Reiterhelm bedeckt.

Nach einer kurzen Begutachtung der Ponys gehen wir weiter Richtung Biergarten. Obwohl einiges los ist, ergattern wir einen Tisch direkt am Spielplatz. Dieser ist vom Biergarten durch eine niedrige Hecke getrennt, die an einigen Stellen offen ist und so Durchgänge von den Tischen zum Spielplatz bietet. Meine Kinder rennen direkt auf den großen Spielplatz. Neben einigen Rutschen, Wipptieren, Schaukeln, Häuschen und Klettermöglichkeiten gibt es auch Kettcars, einen Traktor zum Draufsitzen und einen kleinen Trettraktor, was dem Ganzen ein noch landwirtschaftlicheres Flair verleiht. Mein Sohn, sechs Jahre, setzt sich direkt auf das große grüne Wipptier, dessen oranger Kopf an ein Pferd erinnert und das Platz für insgesamt drei Kinder bietet, und „reitet“ mit viel Schwung los. Die Vierjährige klettert die Holzleiter zur Plattform hoch und ruft stolz „Hallo Mama“, als sie oben steht. Unter der Plattform befindet sich der Sandkasten, der gut gefüllt ist mit diversen Sandspielzeugen und der einzige Ort, der an diesem Nachmittag auf dem Spielplatz etwas Schatten bietet. Meine zweijährige Tochter möchte gerne schaukeln und signalisiert, dass sie Hilfe benötigt. Ich unterstütze sie beim Klettern auf die Schaukel und gebe ihr einen leichten Schubs. Von der Schaukel fällt aus fällt der Blick auf das dahinterliegende Feld, auf dem auch ein paar Pferde stehen. Während des Schwunggebens muss ich etwas aufpassen, nicht von dem Ball getroffen zu werden, den ein Junge auf das ebenfalls auf dem Spielplatz befindliche Tor schießt, während sein Vater die Rolle des Torwarts übernimmt.

Dann kehre ich zurück zum Tisch, an dem noch mein Mann sitzt. Tisch und Spielplatz liegen in der prallen Sonne, im Sommer spenden hier allerdings Sonnenschirme Schatten. Kurz darauf erscheint der Kellner im waldgrünen Poloshirt mit dem Logo des Forsthauses. Einen Blick auf die Speisekarte haben wir bereits zu Beginn geworfen. Es gibt vorwiegend Salate, Schnitzel und Tagliatelle. Die Kinder haben die Wahl zwischen Pommes, Chicken Nuggets mit Pommes, einem kleinen Schnitzel mit Pommes oder einer Bockwurst mit Kartoffelsalat. Nudeln stehen für Kinder leider nicht auf der Karte, was meine Jüngste als großer Nudelfan etwas schade findet. Aber auch die Aussicht auf ein Würstchen kann sie begeistern. Der Kellner ist freundlich und vermutlich neu, denn er wirkt noch ein wenig unerfahren. Die große Flasche Wasser, die wir für die Kinder mit drei Gläsern geordert haben, lässt auf sich warten, nachdem wir Erwachsenen unsere Getränke schnell serviert bekommen haben. Auf Nachfrage stellt der Kellner fest, dass sie nicht gebucht wurde. Das Wasser wird dann aber sofort gebracht: ein großes Glas mit Wasser, in dem drei Strohhalme stecken, und drei Gläser. Große Flaschen gibt es wohl nicht.

Als kurze Zeit später das Essen kommt, fällt es den Kindern nicht schwer, ihr Spiel auf dem Spielplatz zu unterbrechen, auch davor sind sie vereinzelt immer mal wieder zum Tisch zurückgekehrt. Der Hunger scheint zunächst größer zu sein. Die Schnitzel, die mein Mann und ich bestellt haben, sind sehr groß und sehen ansprechend aus, was den nicht ganz günstigen Preis rechtfertigt. Die Kinder haben sich alle für Pommes entschieden, die für meinen Geschmack etwas zu salzig sind, aber ansonsten lassen wir uns das Essen schmecken. Nachdem bei den Kindern der erste Hunger gestillt ist, wollen sie erst einmal nicht weiter essen. Das liegt daran, dass der Spielplatz mit seinen vielen Möglichkeiten lockt. Denn da wollen sie nun doch schnell wieder hin.

Mein Mann und ich essen in Ruhe weiter und haben dabei die Kinder auf dem Spielplatz im Blick. Wir genießen die Sonne und den herrlichen Blick auf das Feld und den Wald, die hinter dem Spielplatz liegen. Ein bisschen fühlt es sich an wie Urlaub.

Das Forsthaus Schöntal eignet sich gut als Ziel nach einem ausgedehnten Waldspaziergang oder einer Radtour. Geöffnet ist es Mittwoch bis Freitag von 15 bis 20 Uhr und an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von 12 bis 20 Uhr. Darüber hinaus bietet es aber auch einen Festsaal und eine Grilllaube, die für Feierlichkeiten wie Taufen, Kommunion, Konfirmation, Geburtstage oder Firmenfeiern mit bis zu 100 bzw. 120 Personen gemietet werden können. Auch für Einschulungsfeiern können die Räumlichkeiten mit Buffet für Gruppen ab 25 Personen gemietet werden. Für eine kleine Gruppe bis zwölf Personen ist ein klassischer Restaurantbesuch und das Essen à la carte möglich.

forsthaus-schoental.de

Text & Fotos: Julia V.

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