Wie ein blaues Blatt die Welt bereiste – zwei Geschichten von Kindern aus Aachen sind im Buch vertreten

in Kultur, Musik, Theater für Kinder, Medien

Ein blaues Blatt, elf Länder, mehr als 100 Kinder und ein Buch, das sie alle miteinander verbindet. Ein blaues Blatt hat dieses Jahr die Fantasie von Kindern rund um die Welt beflügelt. Dank 16 Schülerinnen und Schülern aus der Region Aachen wirbelte das Blatt auch über unsere Dächer und Straßen und begegnete dabei so manch seltsamer Gestalt, bevor es sich auf seinen weiten Weg nach Namibia machte. Bei „Das blaue Blatt“ handelt es sich um einen Schreib-Wettbewerb, welcher vom Schulverbund Pustertal (Südtirol) ins Leben gerufen wurde. Am Montag, den 20.11.2023 wurde das fertige Buch mit den ausgewählten Geschichten der Jury im Städteregionshaus vorgestellt. Die Geschichten von Aaron Königschulte (10) und Aylin Berber (10) aus Aachen haben es sogar ins Buch geschafft.

Auf große Papierbögen gedruckt präsentieren sich an Stellwänden im Foyer des Städteregionshauses die 16 Geschichten der Kinder welche in Aachen an dem Schreibprojekt „Das blaue Blatt“ teilgenommen haben. Hier wird die feierliche Präsentation des fertigen Buches welches die Geschichten von Kindern aus elf Ländern vereint stattfinden. Kurz bevor das Publikum begrüßt wird, wandert fröhlich ein Stift durch die Reihen der anwesenden Kinder und jedes signiert sorgfältig die von ihm verfasste Erzählung. Man merkt: nicht nur die beiden Gewinner, deren Geschichten es ins Buch geschafft haben, sind stolz auf die von ihnen erschaffenen Werke.

Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier zeigt sich bei der Präsentation des fertigen Buches am Montag begeistert von der schriftstellerischen Leistung und Kreativität der Schülerinnen und Schüler aus 11 verschiedenen Modellgrundschulen der Region.
Auch Malies Schiefer, welche die Projektleitung für „Das blaue Blatt“ in der Städteregion Aachen übernahm und die Veranstaltung moderierte, ließ es sich nicht nehmen, ihrer Freude über die entstandenen Kunstwerke Ausdruck zu verleihen.
„Ihr habt geschafft, wovon viele Erwachsene nur träumen können.“ Meint sie und wendet sich damit direkt an die beiden 10-jährigen Gewinner des Wettbewerbs Aaron Königschulte und Aylin Berber deren Geschichten in dem Buch „Das blaue Blatt“ veröffentlicht wurden. Jeder der beiden schickte das Blatt auf eine abenteuerliche Erkundungstour durch Aachen.
In ihrer Geschichte stellt Aylin dem neugierigen Blatt einen Wasserdrachen zur Seite, welcher diesem dabei hilft, sich in Aachen zurechtzufinden und die neue Umgebung zu erkunden. Bei Aaron hingegen muss das Blatt mit einem schweren Schicksalsschlag kämpfen, als es bei seiner Ankunft in Aachen seine blaue Farbe verliert. Nun setzt es alles daran, diese wieder zurückzubekommen.

Auch die Geschichten der Kinder aus den anderen Ländern befassen sich intensiv mit deren heimischen Region.

Das Buch erschien im Oktober dieses Jahres und wurde erstmals in Südtirol vorgestellt. Die Geschichten wurden in Deutsch, in der Muttersprache der Kinder und auch auf Englisch abgedruckt. Ergänzt wurden die Geschichten durch die lebhaften Zeichnungen einer Grafikdesignerin.

„Das blaue Blatt“ ist bereits das dritte internationale Projekt, an dem das Aachener Modell zur frühen Förderung von individuellen Begabungen teilnimmt. Es entstand unter der Federführung der Abteilung der Begabungs- und Begabtenförderung des Schulverbundes Pustertal mit dem Projektleiter Hermann Rogger. Das blaue Blatt ist ein Kunstwerk des Österreichischen Malers Manfred Bockelmann, der 2022 in der Ausstellung „Wunder Baum – wunder Wald“ (Rudolf Stolz Museum, Sexten, Südtirol) ein blaues Blatt ausstellte. So entstand die Idee zu der Frage: Was wäre wohl passiert, wenn eines seiner Blätter an einem stürmischen Herbsttag aus seinem Atelier entkommen wäre?

Das Aachener Modell

Zum Aachener Modell gehören 27 Grundschulen aus der Städteregion Aachen. Um die individuellen Begabungen von Kindern zu fördern und zu entdecken, die in der allgemeinen Schulbildung sonst gerne vernachlässigt werden, entstand es vor rund 20 Jahren. Und es scheint zu funktionieren wie man nicht nur an den vielen ideenreichen Geschichten erkennen kann. So habe die Siegerin des Wettbewerbs, Aylin, schon immer gerne geschrieben, doch seit dem blauen Blatt könne man sie kaum noch dazu bewegen, den Stift wieder aus der Hand zu legen, weiß die Mutter von Aylin zu erzählen.

Bis zum 30.11. werden die Wettbewerbsbeiträge der Kinder aus Aachen noch im Foyer des Städteregionshauses ausgestellt, wo sie jeder lesen und die von ihnen dazu passend gestalteten Kunstwerke bewundern kann. Und wer weiß, vielleicht ist unter ihnen ja der nächste große Schriftsteller oder die nächste große Schriftstellerin. Genug Fantasie und Ausdauer bringen sie dafür auf jeden Fall mit.

Weitere Informationen zum Aachener Modell unter https://www.aachener-modell.de

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