Waldmeisters Naturkolumne: Winterruhe, wieder kein Winterschlaf, was stattdessen?

Foto: Michael Zobel

Was tut man so in der langen Winterzeit? Die Tage sind kurz, die Dunkelheit ist lang … Winterschlaf? Viele Kinder und Erwachsene in Aachen denken immer noch, dass ich den für mindestens drei Monate lang halte, aber mit diesem Gerücht muss ich wieder mal aufräumen.

Nein, kein Winterschlaf. Gibt es eine Alternative? Ja klar, die Winterruhe, das wäre doch was. So ähnlich, wie viele unserer Tiere das auch machen. Viel ausruhen, viel schlafen, ab und zu ordentlich essen … Dagegen spricht gar nichts. Eichhörnchen, Dachse, Waschbären tun das – und ein wenig auch der Waldmeister Michael Zobel.
Zum Jahresanfang war ich noch zweimal unterwegs, erst Neujahr, von der Karlshöhe zum Dreiländerpunkt, und zwei Tage später rund um Gut Entenpfuhl. Da war das spannende Thema Tierspuren und die unterschiedliche Art und Weise, wie die heimischen Tiere den Winter verbringen: Winterschlaf, Winterruhe, Winterstarre …
Darüber habe ich hier schon mal geschrieben, lange ist das her, erinnert sich noch wer an die Kolumne 4? Schön wäre auch, einfach in den warmen Süden fliegen, wie viele Vögel das machen. Ich habe mal beschlossen, nicht mehr zu fliegen, also muss es anders gehen. Verreisen finde ich nach wie vor toll, und das geht ja bekanntlich auch ganz gut mit dem Zug. Und wenn man genug Zeit einplant, dann können auch ein paar Verspätungen die gute Laune nicht trüben.
Während ich das hier schreibe, liegt draußen ganz schön viel Schnee. Es ist kalt, brrr … Auf dem Schreibtisch liegen schon diverse Zugfahrkarten, der Rucksack steht da und wartet auf seinen Inhalt, die Vorfreude steigt, in wenigen Tagen geht es los. Diesmal tatsächlich in den Süden, erst zu Aachener Freunden nach Ligurien (Italien), dann zu den Eltern meiner Partnerin, die gerne wie die Störche und Kraniche in Spanien überwintern. Sicherlich werde ich in der nächsten Kolumne erzählen, wie es war.

Ach ja, ich wollte noch was über meine Winterruhe schreiben. Dazu gehört, dass dieser Text ein wenig kürzer wird, Energiesparen gehört für die entsprechenden Lebewesen zur Winterruhe.
Also kürzere Kolumne, Reisevorbereitungen. Und natürlich bereite ich mich auf die kommende Saison als Naturführer vor, ich werde auch in diesem Jahr wieder ganz viel in der näheren und weiteren Natur unterwegs sein, mit Kindern und Erwachsenen, zu ganz vielen spannenden Themen, mit ganz vielen Entdeckungen und Abenteuern. Schön, dass es gerade ein wenig ruhiger ist, aber ich freue mich auch, dass es ab Mitte Februar wieder so richtig losgeht.

Wer schon mit mir unterwegs war, kennt vielleicht meinen großen Rucksack. Immer dabei, immer ganz schön voll. Viele staunen, ich auch manchmal, was daraus alles zum Vorschein kommt. Jetzt ist Zeit, das alles mal zu sortieren und auch auszumisten. Zum Glück könnt ihr mein „Waldregal“ nicht sehen, so groß war das Durcheinander. Seit ein paar Tagen ist es allerdings ein wenig besser geworden. Es sieht richtig (na ja, fast) ordentlich aus. Es gibt ganz viele kleine Holzkisten, früher waren da mal Mandarinen drin, jetzt steht was drauf, zum Beispiel „Schnüre“, „Schnitzmesser“, „besondere Steine“, „Tierspuren“ und vieles mehr. Und tatsächlich, in jeder Kiste ist nun auch das drin, was draufsteht, eben Schnüre, Schnitzmesser, Steine, angeknabberte Zapfen. Kennt ihr das? Lange haben wir so gar keine Lust zum Aufräumen. Aber wenn wir es dann doch endlich gemacht haben, geht es uns eigentlich viel besser.
Weggeworfen habe ich auch ganz viel, ich brauche nicht jede Haselnuss, jede Kastanie, jeden Kiefernzapfen, jeden Feuerstein, jede Versteinerung gleich fünfmal oder öfter. Und schon ist wieder Platz für neue Fundstücke. Davon wird es auch in diesem Jahr reichlich geben.

So, jetzt könnt ihr euch so ungefähr vorstellen, wie meine Winterruhe aussieht oder aussah. Ich freue mich auf den Frühling und auf viele tolle Begegnungen in der tollen Natur in Aachen und Umgebung.

Ganz viele Grüße vom
Waldmeister Michael Zobel

 

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