Nix wie raus – auch im Winter …
Brrr, jetzt wird es kalt und ungemütlich. Also zu Hause bleiben, Tee oder Kakao trinken, Hüttenschuhe an und auf den Frühling warten?
Bei Klexikon.de, Wikipedia für Kinder, finde ich unter dem Stichwort „Winter“: Der Winter ist eine der vier Jahreszeiten. Im Winter sind die Tage kurz, und die Strahlen der Sonne fallen nur schräg auf die Erde. Darum ist es im Winter kalt, oft sinken die Temperaturen sogar unter Null Grad Celsius. Für die Wetterforscher beginnt der Winter auf der Nordhalbkugel am 1. Dezember und dauert bis zum 28. oder 29. Februar. Wintermonate sind also der Monat Dezember, der Januar und der Februar.
Für die Astronomen jedoch beginnt der Winter zur Wintersonnenwende, wenn die Tage am kürzesten sind. Das ist immer am 21. oder 22. Dezember, also kurz vor dem Weihnachtsfest. Der Winter endet bei der Tag-und-Nacht-Gleiche, wenn der Tag genauso lang ist wie die Nacht. Das ist am 19., 20. oder 21. März, und damit beginnt dann der Frühling. Also, der Winter steht vor der Tür, jetzt bloß nicht mehr raus in die Natur, da ist ja sowieso nichts los, es gibt nichts mehr zu entdecken …
Stimmt? Von wegen …
Rausgehen bei frostigen Temperaturen ist und bleibt wichtig, tut Leib und Seele gut. Wie oft habe ich als Kind gehört, „es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung“. Manchmal hat mich dieser Spruch genervt, aber gerade im Winter stimmt er wirklich ziemlich oft. Dann mal los, wärmende Kleidung rausgesucht, die lange Unterwäsche, den Wollpullover, eine winddichte Winterjacke, Schal, Mütze, wasserdichte Handschuhe.
Länger draußen sein? Vielleicht noch eine Creme auf die Lippen, eine Thermoskanne mit warmem Tee in den Rucksack, Proviant. Und schon kann es losgehen, dem Abenteuer Winter steht so gut wie nichts mehr im Wege.
Wann gab es zuletzt richtig viel Schnee bei uns in Aachen und in der Umgebung? Ich freue mich jedenfalls darauf, wenn bei der Kälte der Schnee unter den Winterschuhen knirscht. Unter unserem Gewicht brechen die Schneekristalle auseinander und erzeugen dieses besondere Geräusch.
Wie schon gesagt, wir ziehen uns warm an und gehen raus, bei fast jedem Wetter, bei fast jeder Temperatur. Aber was machen eigentlich unsere Wildtiere, wenn es so richtig kalt wird? Da gibt es ganz unterschiedliche Überlebensstrategien. Ich suche mal ein paar davon raus … Einfach in wärmere Gegenden fliegen, das machen die Zugvögel und die sogenannten Wanderschmetterlinge. Aber die meisten Tiere können das nicht. Also muss es anders gehen. Wenn es kalt wird und wenn es nicht viel zu fressen gibt, dann wird Energie sparen immer wichtiger. Die effektivste Methode dafür ist Schlafen. Winterschlaf, was für eine schöne Vorstellung.
Den ganzen Sommer lang fressen, ein dickes Fettpolster als Nährstoffspeicher anlegen. Und wenn es Winter wird, einen warmen Platz aufsuchen und schlafen, so lange, bis es endlich wieder wärmer wird. Das machen zum Beispiel die Igel für fünf bis sechs Monate, der Siebenschläfer und die Haselmaus für bis zu sieben Monate. Und auch die Bären, aber die gibt es hier bei uns schon lange nicht mehr. Höchstens mal einen Gummibär.
Und wenn doch ab und zu mal der Hunger kommt, wie wäre es dann mit Winterruhe? Das machen zum Beispiel die Eichhörnchen. Sie ziehen sich in ihr gemütliches Nest hoch oben in den Bäumen, den Kobel, zurück. Sieht aus wie ein großes Vogelnest, ist kugelförmig und weich ausgepolstert. Wenn das Eichhörnchen Hunger verspürt, klettert es am Baumstamm hinunter. In Baumhöhlen und im Waldboden hat es im Herbst fleißig Nüsse versteckt, die es nun mit seiner feinen Spürnase erschnuppert. Kurz satt fressen, und schon geht es wieder den Baum hinauf. Weiterschlafen ist angesagt bis zum nächsten Magenknurren.
Dachs, Waschbär, Biber, auch diese Tiere machen es wie die Eichhörnchen. Sie verbringen die Winterzeit mit der Winterruhe.
Winterschlaf, Winterruhe – das könnte ich mir noch ganz gut vorstelle. Das wäre, wie schon gesagt, vielleicht auch was für mich. Ganz anders ist es mit der Winterstarre, die möchte ich eher nicht ausprobieren. Das machen aber manche Tiere ohne schützendes Fell oder Gefieder, zum Beispiel die Fische, Frösche und Schnecken, manche Insekten wie Wespen und Marienkäfer. All diese Tiere suchen sich ein frostsicheres Versteck. Dort verbringen sie den Winter in der sogenannten Winterstarre. Im Gegensatz zu Winterschläfern können Tiere in der Winterstarre auch Temperaturen unter 0 Grad Celsius (unter dem Gefrierpunkt) überleben. Um nicht zu erfrieren, haben die Tiere eine Art Frostschutz im Körper. Der Frostschutz schützt die Flüssigkeiten im Körper, wie zum Beispiel das Blut, davor einzufrieren.
Brrr, das klingt ungemütlich, also versuchen wir doch einfach, die kalte Jahreszeit zu nutzen. Traumhafte Spaziergänge durch die stille Natur oder eisiges Schneevergnügen bei Spielen, für alle ist etwas dabei.
Gut ausgerüstet können wir Menschen auch im Winter viel Zeit draußen verbringen. Wenn es geschneit hat – dann nix wie raus und nach Tierspuren suchen. Das geht im eigenen Garten, im Park, im Wald oder im Feld. Gerade im Neuschnee sind die Wege vieler Tiere gut sichtbar. Wer gelernt hat, Fährten zu lesen, kann erkennen, ob ein Tier auf Futtersuche war, oder vielleicht auf der Flucht. Die häufigsten Spuren im Schnee gehören zu den Vögeln, zu Mäusen, Feldhasen, Eichhörnchen, Wildschweinen, zum Fuchs, Reh oder zum Hirsch.
Mit Händen und Füßen könnt ihr auch ganz einfach eigene Spuren im Schnee machen, beim Rennen, Hüpfen, vorwärts oder rückwärts Gehen – jedes Mal sieht die Spur anders aus. Und wer traut sich, ein kurzes Stück barfuß in den Schnee zu gehen? Eine ganz besondere Spur, andere Spaziergänger und Spurenleser werden sich wundern. Bitte nicht zu lange machen, abtrocknen, Socken und Schuhe wieder an und aufwärmen.
Wenn Schnee gefallen ist, wirkt die Welt wie in dämpfende Watte gepackt. Das Wasser ist zu Eis gefroren und hält in seiner Bewegung inne. Es ist still und die Natur lädt dazu ein, Atem zu schöpfen und den Alltag hinter sich zu lassen.
Schlittenfahren, Schneemänner und Schneefrauen bauen, Schneeflocken auf dunkler Kleidung beobachten, sich auf den Rücken in den Schnee legen, Arme und Beine auf und zu schieben, fertig ist der Schneeengel. Oder ein Schneeadler. Wer schafft es, Schneeflocken mit den Händen oder sogar mit der Zunge zu fangen? Gar nicht so einfach.
Und wenn einmal richtig viel Schnee liegt, wie wäre es mit einem Iglu. Das ist aber ganz schön viel Arbeit. Hier ein Foto von einem besonderen Iglu, das ich mal mit meinen beiden Töchtern gebaut habe. Ein eckiger Eimer war die Form für die Schneesteine, und dann ging es ans Bauen und Mauern. Einen ganzen Tag hat es gedauert. Schön war das Richtfest mit den Nachbarn am Abend. Mit Punsch für die Kinder und Glühwein für die Erwachsenen. Zwei Tage später kam Tauwetter.
Wie auch immer ihr den Winter verbringt, ich wünsche eine wunderbare Zeit, ganz viel Schnee, tolle Abenteuer, Begegnungen und Ausflüge. Und im kommenden Jahr sehen wir uns wieder, oder soll ich besser sagen, in 2022 lest ihr wieder etwas von mir. Eine erfreuliche Zeit wünscht…
… der Waldmeister Michael Zobel.

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