Verunsicherung in Baesweiler und Alsdorf: Kinder werden von Fremden angesprochen

in Aktuelles um die Ecke, Familienleben

„Geh nicht mit Fremden mit“ – das lernen Kinder schon sehr früh von ihren Eltern und in der Schule oder dem Kindergarten. Dass es wirklich dazu kommt, hofft dabei niemand.

In den vergangenen Wochen soll in Baesweiler und Alsdorf mehrmals jedoch genau das fast passiert sein. Grundschulkinder wurden auf ihrem Schulweg aus einem schwarzen Auto heraus angesprochen und aufgefordert einzusteigen. Diese Ereignisse sorgen natürlich bei vielen Eltern für Verunsicherung und wurden in den letzten Tagen viel in den sozialen Medien thematisiert. Die Polizei weist darauf hin, bitte keine Spekulationen oder Mutmaßungen in den sozialen Medien zu verbreiten. Relevante Hinweise müssen unverzüglich der Polizei unter der Notrufnummer 110 gemeldet werden. Die Polizei geht den Hinweisen aus der Bevölkerung nach und steht dabei im Kontakt mit den Schulen. Bislang gebe es keine konkreten Hinweise auf Straftaten, es werden jedoch alle Hinweise intensiv geprüft.

In diesem Zusammenhang verweist die Polizei auf ihre Broschüren mit Handlungshilfen. Unter dem Titel „Verdächtiges ansprechen von Kindern“ werden online Informationen zum Herunterladen für Eltern und Lehrer geboten. Dort werden Tipps für den Akutfall und zur Prävention gegeben. Wenn ein Kind davon berichtet von Fremden angesprochen worden zu sein, gilt es Ruhe zu bewahren und das Kind zu loben, dass es damit zu einem Erwachsenen gekommen ist. Manche Kindern denken vielleicht, dass sie etwas falsch gemacht haben oder schämen sich. Einen Vorfall anzusprechen kann ein große Überwindung darstellen. Wichtig ist das Kind in seiner Aussagen ernst zu nehmen, und keine Vorwürfe zu machen. „Ich habe dir doch schon 1.000 mal gesagt, du sollst nicht zu fremden Autos gehen“ ist wenig hilfreich und führt vielleicht eher dazu, dass Kinder ihre Sorgen nicht mehr offen teilen. Kinder haben häufig ein gutes Gedächtnis und können Fragen zum Aussehen der Person oder dem Auto abgeben, es gilt aber eher aufmerksam zuzuhören, anstatt mit zu vielen Fragen zu löchern. Wenn das Kind von einem Vorfall berichtet, in dem es von Fremden angesprochen wurde, sollte sofort der Notruf 110 informiert werden, um der Polizei die Möglichkeit zu geben, schnell Ermittlungen aufzunehmen.

Um es gar nicht erst zu solchen Situationen kommen zu lassen gilt es verschiedene Punkte zu beachten und mit den Kindern zu thematisieren.

Wenn Kinder die Schule oder den Spielplatz zu Fuß erreichen können, ist das ein wichtiger Schritt dabei selbstständiger zu werden und nicht immer auf die Eltern angewiesen zu sein. Um dennoch sicher zu sein sollten Kinder, wenn möglich, in kleinen Gruppen und nicht alleine unterwegs sein.

Auf dem Schulweg können gemeinsam „Rettungsinseln“ gesucht werden, die das Kind aufsuchen kann, wenn es sich unsicher oder bedroht fühlt. Das können Cafés, Bäckereien oder eine Arztpraxis sein, die bei Bedarf aufgesucht werden können.

Wichtig ist zu thematisieren, dass man Distanz zu Autos halten sollte und Personen die einen Ansprechen auch ignorieren darf, ohne das es unhöflich ist.

Kinder sollten lernen um Hilfe zu rufen und die Nummer vom Notruf für einen Notfall kennen.

Tägliche Gespräche über den Schultag geben das Gefühl, mit Sorgen und Problemen zu Erwachsenen kommen zu können und bei ihnen ein offenes Ohr zu finden.

Da eine Situation, in der es von einer fremden Person angesprochen wird, für ein Kind überfordernd sein kann, ist es sinnvoll das Verhalten in einem solchen Fall vorher mit den Eltern einzuproben und eine mögliche Situation, in der Fremde ein Kind ansprechen, nachzustellen.

Bei alldem sollte dennoch beachtet werden, dem Kind keine unnötige Angst einzuflößen. Wenn man sich richtig verhält ist man auch auf dem Schulweg sicher, vor allem wenn man nicht alleine unterwegs ist.

Die Broschüren finden sich online unter: aachen.polizei.nrw/artikel/verdaechtiges-ansprechen-von-kindern-0

Außerdem stehen die zuständigen Bezirksdienstbeamten den Schulen und Kitas als Ansprechpartner zur Seite. Persönliche Beratungstermine lassen sich beim Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz unter der Telefonnummer 0241 957734491 vereinbaren.

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