Wenn man mit Kindern auf dem Rad unterwegs ist, werden aus den sprichwörtlichen Siebensachen gerne mal acht oder neun. Klar, eingefleischte Radwanderer packen auch die Radtasche für ihre Kinder im Schlaf. Weniger erfahrene Familien werden sich jedoch schnell in einem Dilemma sehen: „Wie sind wir für alle Eventualitäten gerüstet, ohne die Kapazitäten von Satteltasche und Rucksack zu sprengen?“
Um Quengeleien und Rückenschmerzen vorzubeugen, sind Vorausschau sowie eine gesunde Einschätzung von Ausdauer und Temperament der eigenen Sprösslinge hilfreich – und die Praxiserfahrungen anderer. Während selbst radelnde Kinder im Grundschulalter meistens ebenso froh sind wie ihre strampelnden Eltern, wenn sie sich zwischen den Etappen etwas ausruhen können, haben Kleinkinder im Hänger oder Kindersitz viel Zeit, um auf der Fahrt Bewegungsenergie für die Pausen zu sammeln. Der ADFC empfiehlt deshalb, neben dem Kuscheltier für das Nickerchen im Hänger auch Bewegungsspielzeug (z. B. einen Ball) einzupacken. Ein Muss sind außerdem die sorgfältige Planung der Route und gutes Kartenmaterial. Schon für Erwachsene ist es frustrierend, wenn sie nach einem anstrengenden Wegstück feststellen, dass die richtige Abzweigung zehn Kilometer zurückliegt; für Kinder kann die Aussicht darauf, noch eine Stunde länger als versprochen auf das verdiente Pauseneis warten zu müssen, die Stimmung für den gesamten Tag kippen. Ältere Kinder freuen sich oft, wenn sie in die Streckenfindung einbezogen werden (z. B. durch eine eigene Karte mit selbst eingezeichneter Route oder die Aufgabe, nach den relevanten Wegsymbolen Ausschau zu halten); das dient nicht nur der Beschäftigung, es nimmt auch Druck aus dem Kessel, wenn doch einmal alle das entscheidende Hinweisschild übersehen haben. Der ADFC rät außerdem, Kindern nach Möglichkeit etwas leichtes Reisegepäck anzuvertrauen, damit sie das Gefühl haben, selbst zum Gelingen der Tour beizutragen. Besonderes Augenmerk sollten Eltern auf die Kleidung ihrer Kinder legen. Kinder, die schon selbst radeln, kommen meist mit ähnlicher Garderobe aus wie Erwachsene; hier hat sich ein Zwiebelsystem aus mehreren dünnen Lagen bewährt (T-Shirt, wärmende Zwischenschicht, je nach Wetterprognose und Gegend Wind- und/oder Regenschutz). Kinder, die „passiv“ mitradeln, frieren hingegen schneller und brauchen unter Umständen mehr warme Kleidung, um sich wohlzufühlen. Zum Wetterschutz gehört natürlich auch der Schutz vor Sonne; Lichtschutz in Form von Sonnenmilch, Sonnenbrille und Kopfbedeckungen sind Pflicht. Bank- bzw. Kreditkarten und etwas Bargeld sollten auch unbedingt mit, denn irgendwas fehlt meistens doch – und in manch kleiner Eis- oder Würstchenbude gibt es keine Möglichkeit, elektronisch zu zahlen. Last but not least: Die beste Grundausstattung für radreisende Familien ist eine Portion Gelassenheit und Anpassungsfähigkeit.
Hier die Checkliste im Überblick:
Proviant. Auch wenn Rast in Restaurants oder Cafés eingeplant ist, ist immer mit dem kleinen Hunger zwischendurch zu rechnen. Durstlöscher sind natürlich auch ein Muss.
Sonnenschutz. Sonnenmilch mit hohem Lichtschutzfaktor, Kappe oder Sonnenhut für die helmfreien Fahrtpausen und Sonnenbrillen – auch für Kinder!
Spielzeug. Oder andere adäquate Beschäftigungsmöglichkeiten (z. B. Rätsel mit Ortsbezug).
Kartenmaterial. Egal ob in Papierform oder als App: Das gute Gefühl, gut orientiert zu sein, ist unbezahlbar.
Wetterschutz. Frierende, durchnässte Kinder haben ebenso wenig Spaß an einer Radtour wie ihre Eltern.
Bargeld und Bank- oder Kreditkarte. Für alle Fälle.
Ggf. Mückenschutz. Vor allem bei Touren durch Wald, Wiese und entlang von Gewässern hilfreich.
Weitere Infos:
Der Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V. (ADFC) hat viele Infos speziell für Familien parat. Hier finden Interessierte auch Infos zu Lastenrädern, Radanhänger, Helmen etc.: adfc.de/im-alltag/#familie-und-kinder
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