Seit meinem letzten Bericht im Januar sind nun schon über zwei Monate vergangen, und die fast schon alltäglichen Schneeballschlachten, Schlittenfahrten und das Schneeschippen gehen allmählich zu Ende (auch wenn immer noch ein wenig Schnee liegt). In dieser Zeit fanden wieder viele verschiedene Events statt, von denen ich nun mit Freude berichten möchte.
Jedes Jahr ist es in meiner Einsatzstelle Tradition, nach Neujahr seine Wünsche, Ziele oder Vorsätze in Form von Kanji-Zeichen mit Kalligraphie aufzumalen. Mit ein wenig Hilfe und Anleitung hat das auch bei mir sehr gut geklappt. Ist jeder mit seinem Ergebnis zufrieden und ist alles getrocknet, so wird anschließend alles an einer Wand aufgehängt.
Außerdem ist es bei uns üblich, dass in jedem Monat für alle, die in dem Monat Geburtstag haben, an einem Tag gefeiert wird. Für diese ausgewählten Tage wird jedes Mal eine detailreiche Torte vorbereitet, alle kochen und dekorieren gemeinsam und wir bekommen Besuch von außerhalb. Dieses Jahr gab es bereits drei Geburtstagsfeiern, jeweils mit verschiedenen Themenschwerpunkten, letztens war es zum Beispiel das Eintreffen des Frühlings. Dieser Wechsel von einzigartigen Themengebieten und die Zusammenarbeit bei der Vorbereitung machen die Feiern immer zu etwas Besonderem.
Ein weiteres Highlight war ein Ski-Tagesausflug. Da ich seit der siebten Klasse nicht mehr auf Skiern gestanden hatte, war es umso abenteuerlicher und ein wenig mit Adrenalin verbunden. Fast alle kamen mit und wir fuhren in ein kleines Skigebiet mit vier Pisten. Insgesamt hat es als Gruppe riesigen Spaß gemacht.
In den letzten Wochen haben Mateo (Mitfreiwilliger) und ich außerdem an einem Softvolleyball-Turnier teilgenommen. Dafür haben wir mit dem Team, bestehend aus zwei Schülern, zwei Mitarbeitern und uns Freiwilligen, über einen Monat hinweg wöchentlich trainiert. Das Turnier war in zwei Blöcke unterteilt, jeder Block bestand aus vier Teams, und jeder spielte gegen jedes andere Team im Block. Die Plätze 1 und 2 aus jedem Block trafen sich dann im Halbfinale. Am Ende der Spiele innerhalb unserer Gruppe haben wir uns mit einem anderen Team den ersten Platz geteilt und sind ins Halbfinale eingezogen. Dort haben wir unser nächstes Match auch souverän gewonnen, sodass das Finale bevorstand: Unser Gegner war ein Team ehemaliger Schüler aus Suisumura (Einsatzstelle), die bei uns vorher bereits zu Besuch waren. Es war also am Ende ein Duell Suisumura A gegen Suisumura B. Das Spiel war sehr knapp, aber im dritten Satz konnten wir es doch noch für uns entscheiden und somit das Finale gewinnen!
Ein weiteres Highlight war zuletzt meine Teilnahme am Zwischenseminar mit allen IJGD-Freiwilligen. Es fand in Hiroshima statt und war eine tolle Möglichkeit, alle wiederzusehen, sich über die jeweiligen Einsatzstellen auszutauschen und über das bisher Erlebte zu reflektieren.
Geprägt war das Ganze natürlich nicht nur von Gesprächen, sondern auch von Ausflügen. So war ein Ziel zum Beispiel Miyajima, eine Insel, die für ihre schöne Natur und das berühmte Torii-Gate im Meer bekannt ist.
Sehr hängen geblieben ist außerdem der Besuch des Friedensmuseums, auf den ein Vortrag einer Überlebenden des Atombombenabwurfs 1945 folgte. Diese ist jetzt Teil von „Nihon Hidankyō“, einer japanischen Friedensorganisation, die sich für eine atomwaffenfreie Welt einsetzt. Die Organisation erhielt letztes Jahr für ihren Einsatz den Friedensnobelpreis.
Mittlerweile zurück in der Einsatzstelle freue ich mich schon auf den Frühling und das, was mich erwarten wird!
Euer Jean Marck Omari
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