Stimmt alles bei den Reibekuchen? Ist genug Alkohol im Glühwein? – Lebensmittelkontrolle auf dem Aachener Weihnachtsmarkt

in Von und für Jugendliche

Wer auf dem Weihnachtsmarkt Glühwein oder frische Reibekuchen genießen möchte, hat sich vielleicht schon mal Gedanken gemacht, ob vor Ort hygienische Standards eingehalten werden und alles unbedenklich ess- und trinkbar ist. Wir haben heute die Lebensmittelkontrolleure der StädteRegion Aachen auf dem Aachener Weihnachtsmarkt begleitet und ihnen bei der Arbeit zugeschaut. Entwarnung für alle besorgten Leser, auf dem Aachener Weihnachtsmarkt geht alles mit rechten Dingen zu, die Stände sind alle sehr professionell und halten sich an die Vorgaben.

Schrauben auf der Pizza – das haben die Kontrolleure andernorts wirklich schon einmal vorgefunden – gibt es auf dem Weihnachtsmarkt nicht.
Dass wirklich alles stimmt, überprüft alljährlich die Lebensmittelüberwachung der Städteregion Aachen mit ihrem 20 Mitarbeitern. Dies fängt bereits mit der präventiven Abnahmekontrolle an, noch bevor die Stände ihr weihnachtliches Geschäft eröffnen.
Danach sind in der Vorweihnachtszeit täglich Lebensmittelkontrolleure auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs und nehmen – natürlich ohne Vorankündigung – die Stände genau unter die Lupe.

Das Team rund um Dr. Mathias Boese, Chef der Lebensmittelkontrolleure, ist viel unterwegs. Sie führen pro Jahr 5.000 Kontrollen durch und bearbeiten 200 Beschwerden. Neben den Ständen auf dem Markt, Münsterplatz und Katschhof kontrollieren sie auch die anderen Weihnachtsmärkte der StädteRegion.
Jedoch steht der Aachener Weihnachtsmarkt als größter und am meisten frequentierter dabei vor allem im Fokus. Dieses Jahr, wo endlich wieder Weihnachtsmarkt ohne Maske und 2G stattfinden kann, werden auf dem Aachener Weihnachtsmarkt bis zu 1,5 Millionen Besucher erwartet. Wenn da an einem Stand etwas nicht stimmt, können schnell mal über 100 Personen krank werden, das gilt es zu verhindern. Laut Boese geht es aber auf dem Aachener Weihnachtsmarkt hochprofessionell zu, die Betreiber sind sich ihrer Verantwortung bewusst, sind sehr genau und prüfen teilweise schon selbst mit eigenen Gerätschaften.

Wir konnten Ralf Wüstkamp und Hans Lötsch bei der Arbeit beobachten und herausfinden wie Lebensmittelkontrolleure arbeiten. Die Kontrolleure prüfen eine ganze Palette an verschiedenen Aspekten bei den Ständen. Temperatur und Zustand des Fetts in dem gebraten und frittiert wird, Lagertemperaturen, richtige Kennzeichnung von Allergenen und Inhaltsstoffen und noch viel mehr. Dabei sind sie orientiert an EU-Vorgaben, die es einzuhalten gilt.
Sie nehmen vom Wareneingang bis zur Theke alles ab und testen auf Sicherheit und Hygiene. Lötsch und Wüstkamp ziehen sich für ihre Arbeit beim betreten der Stände über ihre Jacken weiße Kittel an.
Dann wird bei Kartoffel Fuhrmann neben der Temperatur der gelagerten Würstchen auch das Fett in dem die Reibekuchen – von denen hier eine riesige Menge verkauft wird – geprüft.

Ralf Wüstkamp und der Hans Lötsch überprüfen die Imbissbuden auf dem Aachener Weihnachtsmarkt | Foto: Lasse Falter

Der Weg zum Lebensmittelkontrolleur

Während Hans Lötsch sich nochmal für die Presse, die reichlich beim Termin vertreten ist, in Szene setzt, können wir ein paar Worte mit Ralf Wüstkamp wechseln und ihn dazu befragen, wie man zum Lebensmittelkontrolleur wird.
Er selbst hat zuerst als Fleischer gearbeitet, wollte sich aber noch weiterbilden und entwickeln. So kam er dann auf den Weiterbildungsweg und die Ausbildung zum Lebensmittelkontrolleur. Wer diese Fortbildung machen will, muss vorerst einen Meister in einem lebensmittelorientieren Beruf haben. Es sind viele Fleischer, Bäcker oder ähnliche Berufe dabei. Die Fortbildung dauert zwei Jahre und findet in den regionalen Lebensmittelüberwachungsämtern und in den zentralen Untersuchungseinrichtungen der Länder statt. Dort lernt man dann mikrobiologische Grundlagen, Proben zu entnehmen, aber eben auch die geltenden Rechtslagen. Lebensmittelkontrolleure sind im übrigen nicht nur für die Kontrolle von Essen und Trinken, sondern auch zum Beispiel für Kosmetika zuständig. Es handelt sich dabei um einen verantwortungsvollen Beruf, der, in diesem Fall, den Besuchern des Aachener Weihnachtsmarkt unangenehme Folgen nach dem Besuch erspart und ihnen Sorgen bezüglich der Lebensmittel nehmen kann.

Für die Mittagspause haben wir uns mit Reibekuchen eingedeckt – wer kann nach so einem Termin schon widerstehen? | Foto: Birgit Franchy

Denn, auf dem Aachener Weihnachtsmarkt geht alles mit rechten Dingen zu, hier kann alles ohne Bedenken genossen werden. Beschwerden gibt es also auf dem Weihnachtsmarkt kaum, höchstens ist mal etwas zu heiß erhitzt und etwas zu braun gewesen. Das sind aber Kleinigkeiten.
Während die Reibekuchen bei Fuhrmann kontrolliert wurden, hat Martin Kühn, einer von zwei Weinprüfern in NRW, bereits den Glühwein bei einem anderen Stand geprüft um zu versichern, dass dieser die Temperatur von 70 Grad Celsius nicht überschreitet, da sonst der Alkohol beginnt zu verdampfen und Kunden ein Recht auf mindestens 7% Alkoholgehalt haben. Nach dem Termin haben wir uns frisch geprüfte Reibekuchen von Fuhrmann genehmigt und konnte diese in Ruhe genießen – für einen Glühwein war es dann doch noch zu früh.

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