Kulturelle Annäherung durch kulinarischen Austausch – Multikultifest lockt viele in den Kennedypark

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Foto: Lasse Falter

Der Aachener Juni hat es in sich. Kimiko, Lothringair, ab Ende des Monats Stadtglühen und dann noch das 23. Multikultifest am 18. Juni im Kennedypark in Aachens Ostviertel. Wer sich nichts davon entgehen lassen wollte, hat dementsprechend einen vollen Terminkalender. Bisher spielen die sommerlichen Temperaturen bei allen Veranstaltungen mit, und so wird jeder Anlass zum Feiern ausgiebig genutzt. Und so ist auch das Multikultifest ein großer Erfolg geworden. Wen es am Sonntag ins Aachener Ostviertel verschlagen hat, der konnte schon von weitem den Rauch und vor allem Geruch der Grills in den Ecken des Kennedyparks wahrnehmen. Wer sich von diesem Geruch auf das Fest locken ließ oder ohnehin geplant hatte zu kommen, wurde nicht enttäuscht.

Sehr beliebt: Cevapcici | Foto: Lasse Falter

Günstig durch alle erdenklichen Leckereien probieren

An diversen Ständen, die über den gesamten Park verteilt waren, konnte gegessen, getrunken, geredet oder getanzt werden. Dabei waren Stände der verschiedensten Nationen und Kulturen vertreten. Von polnischen Pierogi, Cevapcici aus Bosnien und Herzegowina, einer deutschen Bratwurst bis hin zu afrikanischem Fisch, Hähnchenkeulen oder türkischem Döner gab es ein breites Angebot verschiedenster Speisen zu fairen Preisen. Wer Preise von anderen „hippen Foodmärkten“ gewohnt ist, kann hier froh sein, sich günstig durch alle erdenklichen Leckereien probieren zu können. Vor allem die Cevapcici vom Balkan waren sehr beliebt, wie eine durchgehend lange Schlange unschwer erkennen ließ. Bei der Menge an Fleisch und Fisch könnte der Eindruck entstehen, dass Vegetarier hier leer ausgehen würden. Dennoch hatten einige Stände auch für sie etwas zu bieten. Ein Highlight darunter waren Samosa aus Pakistan, Teigtaschen, gefüllt mit Kichererbsen und Kartoffeln, für zwei Euro.

Um den Durst an diesem heißen und ziemlich schwülen Sonntag zu stillen, gab es neben Wasser, Softdrinks und Bier auch einige Spezialitäten, die dem gemeinen Gaumen bisher eher unbekannt sein dürften. Drei Frauen aus dem Sudan verkauften an ihrem Stand Saft aus Hibiskus, Baobab und Tamarinde, Getränke, die es auf jeden Fall wert waren, probiert zu werden.

Beim Probieren der bisher häufig unbekannten Landesspezialitäten kommt man ins Gespräch, lacht gemeinsam

Auch für den Nachtisch war auf dem Fest reichlich gesorgt: Baklava, Zuckerwatte, Turkish Delight, oder Mikate – frittierte süße Teigbällchen (sehr zu empfehlen) – lassen sich hier an den Ständen genießen. Dass kulturelle Annäherung über den Gaumen ausgezeichnet funktioniert, beweist das Fest in Aachens Kennedypark seit vielen Jahren. Beim Probieren der bisher häufig unbekannten Landesspezialitäten kommt man ins Gespräch, lacht gemeinsam und lernt die Kultur anderer wertzuschätzen.

Foto: Lasse Falter

Doch nicht beim Essen und Trinken allein soll hier ein kultureller Austausch gefördert werden. Auf zwei Bühnen im Park begeisterte ein breites Programm aus Musik und Tanz viele Zuschauer. Vor allem die Bühne im hinteren Teil des Parks, vor der in einem Halbkreis auf mehreren Ebenen gesessen werden kann, war gut besucht. An anderen Ständen konnten Schmuck, Perücken oder türkische politische Bücher gekauft werden. Wer wollte, ließ sich für fünf Euro Rasta-Zöpfe und für sechs Euro sogar solche mit Glitzer flechten. Auffällig war an diesem Sonntag die Menge an Familien und Kindern, die sich auf dem Fest vergnügt haben. Viele Kinder trieben sich auf dem Spielplatz im Park herum, spielten auf dem Bolzplatz Fußball oder Basketball, standen beim Torwandschießen an oder waren auf einer der beiden Hüpfburgen. Auf dem Volleyballfeld spielten eher Jugendliche und junge Erwachsene. Ganz hinten im Park waren viele Kinder, die den Teich und Springbrunnen zum Planschen und Abkühlen nutzten. Insgesamt war hier eine Menge an Kindern unterwegs, wie man sie sonst nur selten in Aachen antrifft.

Das Multikultifest 2023 schien nicht im schier unerschöpflichen Sommerprogramm in der Stadt unterzugehen, sondern erfreute sich großer Beliebtheit und war sehr gut besucht. Die Auswahl an Speisen, Getränken, Musik und Tanz macht jetzt schon Vorfreude auf das nächste Jahr kulturellen Austauschs im Kennedypark.

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