Lou ist 13, hochbegabt, eine Einzelgängerin, die zwei Klassen übersprungen hat. Sie liest Unmengen von Büchern und hat einen starken Gerechtigkeitssinn, sie ist eine Person, die alles hinterfragt und gewagte Theorien aufstellt. Als Lou in Sozialkunde ein Referat über Obdachlosigkeit halten soll, trifft sie auf die 18-jährige No, die nach Aufenthalten in Pflegefamilien und Internaten jetzt obdachlos durch die Pariser Straßen zieht, bettelt und jeden zweiten Abend einen neuen Schlafplatz sucht. Lou lädt No für das Referat zu Gesprächen in ein Café ein. Doch es bleibt nicht beim Referat allein, denn Lou will die Welt verändern. Und so bittet sie ihre Eltern, No bei sich aufzunehmen.
Ein aktivierender Roman für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene, geschrieben aus der Ich-Perspektive einer 13-Jährigen, der sich der Frage widmet, ob es zum Erwachsenwerden gehört, die Tatsache zu akzeptieren, dass viele Dinge sind, wie sie sind, und man dagegen nichts tun kann oder das eigene Tun machtlos bleibt. Der frühe Roman einer französischen Autorin, schon seit 2010 im Taschenbuch, dem viele weitere gute folgten („Dankbarkeiten“, „Kinder sind Könige“). Stichwort „Schullektüre“!
Delphine de Vigan: No und ich
Knaur, August 2010
9,99 Euro
ab 14 Jahren
vorgestellt von Martin Hungenbach, Inhaber und Buchhändler beim Worthaus in Aachen-Burtscheid
Hinterlasse einen Kommentar