Infos zur Ausbildung in NRW: Erzieher, Kinderpfleger, praxisintegriert, regulär

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Sowohl Erzieherinnen und Erzieher als auch Kinderpflegerinnen und -pfleger arbeiten im Kindergarten und anderen pädagogischen Bereichen gemeinsam. Warum jedoch gibt es zwei verschiedene Ausbildungen und wie unterscheiden sie sich? Und was ist der Unterschied zwischen der regulären und praxisintegrierten Ausbildung? Wir haben es zusammengefasst.

Reguläre Ausbildung Erzieher/Erzieherin
Erzieher oder Erzieherin wird man nach einer dreijährigen Ausbildung, für die eine Fachhochschulreife oder eine abgeschlossene Ausbildung im pädagogischen Bereich Zugangsvoraussetzung ist. Die reguläre Ausbildung beinhaltet zwei Jahre schulische Ausbildung an einer Fachschule für Sozialpädagogik und ein einjähriges Berufspraktikum (Anerkennungsjahr). Die ersten zwei Jahre an der Fachschule sind unvergütet.
Die Ausbildung enthält einen fachrichtungsbezogenen Lernbereich, der wiederum in sechs Lernfelder unterteilt ist. Diese befassen sich mit beruflicher Identität, pädagogischer Beziehungsgestaltung, Eltern- und Teamarbeit, fachtheoretischen Grundlagen etc.
Zusätzlich gibt es einen fachrichtungsübergreifenden Lernbereich mit den Fächern Deutsch oder Politik sowie Wahlfächer, in denen sich intensiver mit einem Bildungsbereich beschäftigt wird, wie zum Beispiel Werken oder Bewegung. Zudem sind Praktika in verschiedenen Arbeitsfeldern fester Teil der ersten zwei schulischen Jahre.
Nach den zwei Schuljahren folgt eine schriftliche Abschlussprüfung, nach dem Berufspraktikum eine mündliche Prüfung (Kolloquium), mit der die Ausbildung dann abschließend beendet wird.
Mit der abgeschlossenen Ausbildung befindet man sich auf dem DQR (Deutscher Qualifikationsrahmen) auf der Stufe 6 von 8. Gleichzusetzen also mit einem Meister, Fachwirt oder Bachelor. Seit neuestem erhält man mit dem Abschluss der Ausbildung den Titel Bachelor Professional. Erzieherinnen und Erzieher sind pädagogische Fachkräfte, können also Gruppen oder Einrichtungen leiten und dort die Hauptverantwortung übernehmen. Das Arbeitsfeld von Erziehern beschränkt sich nicht nur auf den Kindergarten. Sie können auch im Ganztag, in Kinderheimen oder in Jugendzentren oder einer Offenen Tür tätig werden.

Reguläre Ausbildung Kinderpfleger/Kinderpflegerin
Die Ausbildung zum Kinderpfleger oder zur Kinderpflegerin dauert zwei Jahre. Zugangsvoraussetzungen sind der Hauptschulabschluss, die Erfüllung der zehnjährigen Schulpflicht und ein Praktikum im sozialen Bereich. Die zwei Jahre der Ausbildung werden auch an einer Fachschule für Sozialpädagogik oder einer Berufsschule absolviert. Inhalt der Ausbildung ist unter anderem ein bereichsspezifischer Lernbereich, der Sozialpädagogik, Gesundheitsförderung und Pflege, Arbeitsorganisation und Recht umfasst. Zudem gibt es einen bereichsübergreifenden Lernbereich mit Deutsch, Politik etc. sowie einen Differenzierungsbereich, der Kunst/Werken und Musik/Rhythmik enthält. Außerdem sind Praktika ein fester Bestandteil der Ausbildung.
Nach zwei Jahren wird die Ausbildung mit einer schriftlichen Abschlussprüfung beendet. Der damit einhergehende Titel ist Staatlich anerkannter Kinderpfleger und befindet sich auf dem DQR auf der Stufe 4 von 8. Das Arbeitsfeld begrenzt sich dabei vor allem auf Kinder von null bis zehn Jahren.
Kinderpflegerinnen und -pfleger sind auch fester Teil des pädagogischen Teams, jedoch leiten sie keine Gruppen und Einrichtungen und gelten als pädagogische Ergänzungskräfte.

Praxisintegrierte Ausbildung (PIA) Kinderpfleger/Kinderpflegerin oder Erzieher/Erzieherin
Die Zugangsvoraussetzungen, die Ausbildungsinhalte und die Abschlussqualifikation bei der praxisintegrierten Ausbildung sind dieselben wie bei der regulären. Der Unterschied liegt im Ablauf der Ausbildung. Hier steht die enge Verzahnung von Theorie und Praxis im Vordergrund. Für Erzieherinnen und Erzieher bedeutet das, statt zwei Jahre in der Schule und ein Jahr im Berufspraktikum die ganzen drei Jahre sowohl in Schule als auch Betrieb zu verbringen. Kinderpflegerinnen und -pfleger absolvieren ihre zweijährige Ausbildung genauso in Betrieb und Schule. Dabei wird zwei oder drei Tage in der Woche die Schule und den Rest der Woche die Ausbildungsstätte besucht. So können die theoretischen Inhalte sofort auch praktisch umgesetzt und auf die Probe gestellt werden. Der wichtigste Faktor für viele angehende Auszubildende ist, dass diese Form der Ausbildung von Beginn an vergütet ist. Während die praxisintegrierten Ausbildungsplätze immer mehr gefragt sind, geht der Bedarf bei den regulären seit Jahren zurück.

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2 responses to “Infos zur Ausbildung in NRW: Erzieher, Kinderpfleger, praxisintegriert, regulär

  1. Hallo und guten Tag. Können Sie mir sagen , ob die praxisorientierte Ausbildung Kinderpflegerin auch die Berechtigung zur Beschäftigung als Kinderpflegeperson in den Kommunen beinhaltet . Derzeit bilden Träger der Jugendhilfe nach dem QHB l und ll für die Kommunen Kindertagespflegepersonen aus. Nur diese erhalten die Erlaubnis Kinder in der Kommune im Rahmen der Kindertagespflege zu betreuen.
    Oder …dürfen nun die im genannten Programm qualifizierten Personen automatisch in der Kindertagespflege der Kommunen tätig werden.
    Ich danke schon jetzt für eine Antwort.

    1. Hallo Sparka,
      Auf diese Frage kann ich Ihnen leider keine zuverlässige Antwort geben. Ich würde Ihnen deshalb raten sich mit dieser Nachfrage an einen Ansprechpartner des Jugendamtes zu wenden, da diese die Kindertagespflege genehmigen.
      Ansprechperson ist:
      Fachreferentin Kindertagespflege
      Frau Katrin Zimmermann
      Tel: +49 241 5198-2124
      katrin.zimmermann@staedteregion-aachen.de

      Hier ein Link zur Servicestelle Kindertagespflege:
      https://www.staedteregion-aachen.de/de/navigation/aemter/amt-fuer-kinder-jugend-und-familie-a-51/kindertagesbetreuung/kindertagespflege