Einen Platz ganz für sich alleine, ohne nervige Eltern oder kleine Geschwister – diesen Traum wollen sieben Jugendliche aus der KOT Kings Club und dem Jugendzentrum Regenbogen Wirklichkeit werden lassen. Konkret geht es um die Umgestaltung der freien Flächen an der Straße Am Kirschbäumchen. In den Herbstferien wurden Ideen gesammelt.
Der Fokus liegt besonders auf einem Jugendplatz, der eben kein gewöhnlicher Spielplatz für Kinder, sondern ein extra Treffpunkt nur für Jugendliche sein soll.
In den vergangenen Herbstferien haben sich die 12 bis 15-Jährigen drei Nachmittage lang zusammengesetzt, um gemeinsam alle Ideen und Wünsche zu sammeln und einen passenden Plan zu erstellen. Schnell kamen dabei Vorschläge auf wie ein Basketballplatz, Trampoline, Beleuchtung für abends, Fitnessgeräte oder eine Ausleihmöglichkeit für Bälle.
Besonders wichtig sei außerdem WLAN, betont die 14-jährige Gülcan. Auch würden sie sich über spezielle Jugendbänke freuen, denn ehrlicherweise sitzen die Teenager bei normalen Bänken eh meist nur auf den Lehnen.
Gülcan erzählt sehr begeistert über die Arbeit und Planung in den Ferien. Richtig ehrgeizig und konzentriert haben sich die Jugendlichen Gedanken gemacht und nur aufgeschrieben, was auch wirklich unbedingt zu dem neuen Platz dazu gehören soll.
Hundehaufen, wie es sie in dem Gebiet derzeit in Mengen gibt, passen da so gar nicht ins Bild. Um auf die lästigen Verunreinigungen aufmerksam zu machen und Fußgänger vor dem Reintreten zu bewahren, haben sie sogar Fähnchen zur Erkennung hingestellt. Das eigentliche Problem wird damit allerdings nicht gelöst, bestätigt auch Silke Gärtner vom Stadtteilbüro Aachen-Nord.
2021 sei jedoch eine Hundekot Aktion geplant, bei der ein Kontakt zu den Hundebesitzern aufgebaut werden soll. Durch gemeinsame Spaziergänge oder auch einen Hundestammtisch könne das Thema sensibilisiert und die Problematik in den Fokus gerückt werden. Bei allgemeinen Austauschwünschen können sich Bürger aber auch jederzeit gerne im Stadtteilbüro melden.
Hoffentlich baldige Umsetzung
Die Zukunft des neuen Jugendplatzes ist hingegen noch nicht ganz so klar. Die Jugendlichen sind aber nach wie vor motiviert und wollen auf jeden Fall an der weiteren Planung beteiligt sein. Schließlich wäre so ein Platz nur für sie etwas wirklich besonderes und nicht alltäglich. „Keine Erwachsenen und nervige Kleinkinder, keine Bestimmung und Kontrolle, einfach ein Platz wo wir komplett frei sind und Abstand haben können.“ – so sähe für Gülcan der perfekte Jugendtreff aus.
Um diese konkreten Forderungen festzuhalten, haben die Jugendliche am zweiten Planungstag in den Ferien dann noch Graffitibilder angefertigt. Auf denen kann nun jeder Passant in der Straße ganz genau nachlesen, was dort demnächst entstehen soll.
Bis es dann soweit ist, kann es allerdings auch noch etwas dauern. Die Ausschreibung des Platzes sei für nächstes Jahr angesetzt, die konkrete Umsetzung wird wohl nur in kleinen Schritten möglich sein. Immerhin ist das Land als Förderer schon involviert und alle Beteiligten, die Jugendlichen vorne weg, sind voller Motivation und Vorfreude. Mit leichtem Sarkasmus fällt dann schließlich noch der Satz: „Es wäre schön, wenn die Jugendlichen auch noch Jugendliche sind, wenn das Projekt dann mal abgeschlossen ist.“
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