Historische Flakons und zeitlose Kronleuchter – die aktuellen Ausstellungen im Couven-Museum

Flakons sind doch wirklich etwas Schönes! Sie sehen nicht nur schön aus, sondern beinhalten auch gut riechende Parfüms. Das fand Ilse Sommer aus Erkelenz auch und begann in den Achtzigerjahren, sie zu sammeln. Ihre Sammlung umfasst über 3.000 Parfümfläschchen, viele kamen aus der Region, einige aber brachte sie von Reisen mit. Solche Flakons konnten klein oder groß, alt oder neu, europäisch oder von weit her sein, Ilse Sommer hat sie alle gesammelt!


Heute ist ein Teil von Ilse Sommers Sammlung im Couven-Museum in Aachen ausgestellt – und das nicht zum ersten Mal! Bereits in den Jahren 2011, 2013 und 2014 wurden sie ins Couven-Museum gebracht. In der Ausstellung „Eine dufte Sammlung! Flakons in allen Facetten“ lassen sich nun die kleinen Gefäße bis zum 18. Mai bewundern. Von berühmten Parfüms, die wir alle kennen, wie „Chanel Nº 5“ oder „Eau de Cologne“ bis zu lustigen kleinen Fläschchen in Formen, wie man sie bisher vielleicht noch nie gesehen hat, zum Beispiel als kleine Porzellanfigürchen getarnt, finden sämtliche Flakons einen Platz in den Vitrinen des Museums.


Parfüms sind von großer geschichtlicher Bedeutung, denn ihre Entstehung reicht weit zurück! Schon im Mittelalter benutzte man Parfüms, um besser zu riechen, und oft sogar als Arzneimittel. Damals wurden sie von den Parfümeuren mit Waagen und Mörsern hergestellt – Originalutensilien befinden sich in der ehemaligen Adler-Apotheke im Couven-Museum. In der Ausstellung können Interessierte mehr über die Herstellung von Parfüm lernen.
Die Ausstellung bietet ein schönes Erlebnis für Groß und Klein; man kann die eigene Nase auf die Probe stellen, indem man an der „Riechstation“ bekannte Gewürze erschnuppert. An einem interaktiven Bildschirm im alten Apothekenzimmer kann man etwas über historische Arzneimittel erfahren.

Ein Winter ohne Strom: Wärme- und Lichtquellen der Vergangenheit

Auch eine zweite Ausstellung findet Platz im Couven-Museum – über Wärme und Licht in vergangenen Zeiten. Passend zur kalten Jahreszeit zeigt uns „Winterleuchten. Ein Museum zeigt, was in ihm steckt!“, wie die Menschen früher ihre Wohnräume geheizt und für Licht gesorgt haben. Damit bildet die Ausstellung noch bis zum 28. Februar das Finale der Jahreszeitenreihe des Couven-Museums. Das schöne, alte Haus, das jetzt das Zuhause des Museums ist, ist natürlich der richtige Schauplatz für solch ein Thema. Die eindrucksvollen Räume beherbergen bis heute originale Küchenausstattung, Gemälde und Möbel aus dem 18. und 19. Jahrhundert. In sämtlichen Zimmern ist nach wie vor ein alter Kamin vorhanden, der früher sicherlich zum Heizen genutzt wurde.


Im Winter ist es nicht nur kalt, sondern auch früher dunkel. Heute benutzen wir in dem Fall elektrische Lampen, früher ging das natürlich nicht. Petroleumlampen, Fackeln oder Kerzen wurden oft verwendet, um Räume zu beleuchten. Gegen Ende der Renaissance schmückte die reiche Bevölkerung ihre Häuser mit prunkvollen Kronleuchtern. Solche lassen sich auch in den Räumen des Museums betrachten. Sie erzeugen ein schönes Lichtspiel an den Wänden.
Der wärmste Ort in jedem Haus war schon immer die Küche, wo der Herd stand. Wärmflaschen und Wärmpfannen kannte man damals jedoch auch schon und nutzte sie gerne, um die Wärme auch an andere Orte zu tragen. Auch über die Entwicklung unserer heutigen Heizsysteme kann man sich in der Ausstellung weiterbilden lassen. Ein animiertes Video zeigt den Aufbau einer Wärmepumpe, wie wir sie heute kennen.
Ein Besuch im Couven-Museum in der Aachener Altstadt ist auf jeden Fall eine gute Idee! Auch für die Kleinen gibt es viel zu entdecken, wie altes Spielzeug oder Guckkästen. Guckkästen zeigen eine lebhafte Szene, wenn man hineinschaut. Im 18. Jahrhundert waren sie beliebte Attraktionen, für die die Leute gerne Geld bezahlten. Heute sind sie im Couven-Museum ausgestellt.

Das Puppenhaus ist auch ein beliebtes Anschauungsobjekt. | Foto: Magdalena Wunsch

Dienstags bis sonntags kann man das Museum von 10 bis 17 Uhr besuchen. Bis einschließlich 21 Jahre ist der Eintritt kostenlos, regulär kostet er 6 Euro und ermäßigt 3 Euro.

Hühnermarkt 17, 52062 Aachen
couven-museum.de/ausstellungen

Text & Bilder: Magdalena Wunsch

Weitere Bilder der Ausstellungen:

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