Grashaus: Neu-Eröffnung und Tag der Offenen Tür am 9. und 10. Mai 2015
Ein gelber Wellensittich hat sich zu dem altehrwürdigen Adler über dem Eingangsportal des Grashauses gesellt. Was hat er zu bedeuten? Mit dem neuen Maskottchen, das Andree Volkmann gezeichnet hat, begeben sich Schüler im außerschulischen Lernort „Grashaus“ in Zukunft auf die Suche nach der Antwort auf die Frage „Europa – Was hat das mit mir zu tun?“.
Als erstes Rathaus Aachens und ehemaliges Stadtarchiv ist das Grashaus von großer historischer Bedeutung. Es stellt die letzte Station der Route Charlemagne dar und repräsentiert Europa. Das Haus wurde um 1260 erbaut und ist somit eines der ältesten Gebäude der Stadt. Ab dem 14. Jahrhundert wurde es als Gericht und Gefängnis genutzt. Vor allem Schwerverbrecher stellte man hier öffentlich vor Gericht. Anschließend wurden die Verurteilten im Hof enthauptet.
Jetzt tritt das Grashaus seinen neuen Dienst an. Es wird zum außerschulischen Lernort für Kinder und Jugendliche ab der Sekundarstufe 1. Im „Europäischen Klassenzimmer“ wird historisches, aktuelles sowie zukunftsorientiertes Wissen über Europa vermittelt. Schüler tragen Exponate aus ganz Europa zusammen, beispielsweise Tickets und Souvenirs aus dem Urlaub. So können sie an dem Aufbau einer Europa-Sammlung mitarbeiten. Im Dialog soll anschließend ein aktiver Austausch stattfinden. Das pädagogische Angebot ist nicht als klassische Ausstellung konzipiert, sondern als spielerische Erforschung des europäischen Kontinents, dafür wurden einige interaktive Elemente in die historischen Räume integriert und dadurch neu und alt geschickt kombiniert. Auch der Wellensittich taucht im Museum immer wieder auf, zum Beispiel ist er als Bildschirmschoner im Europäischen Klassenzimmer zu sehen. Eine Erklärung zu der Bedeutung bleibt das Grashaus aber schuldig. Vielmehr ist auch hier eine eigene Interpretation der Schüler möglich.
Die Kinder und Jugendlichen bekommen im Grashaus viele Anregungen, sich von allen möglichen Seiten dem Thema Europa zu nähern. Laut Susanne Schwier, Beigeordnete für Bildung und Kultur sollen sie „Europa zu ihrem Ding machen“ und ein Bewusstsein dafür entwickeln, was der Kontinent mit jedem von uns zu tun hat.

Das Grashaus ist kein Museum und daher nicht frei zugänglich.
Dennoch sollen die Bürger aus Aachen und auch Besucher am kommenden Wochenende die Gelegenheit erhalten, sich das neue Konzept anzuschauen.
Gefeiert wird die Neu-Eröffnung mit gleich zwei Tagen der Offenen Tür. Von 11:00 bis 18:00 Uhr findet am 9. Mai auf dem Fischmarkt ein vielfältiges Bürger- und Straßenfest für Kinder und Erwachsene statt, mit Aktionen rund um das Thema Europa. In kostenlosen Führungen stellt sich das Grashaus erstmals vor. Neben der Vorführung von europäischen Kurzfilmen und Infoständen sorgen Dudelsäcke und Kastagnetten sowie Tanzdarbietungen für musikalische Unterhaltung. Für das leibliche Wohl ist natürlich gesorgt.
Auch am Tag der Offenen Tür am 10. Mai finden von 12:00 bis 18:00 Uhr alle 15 Minuten Kurzführungen durch das Grashaus statt. Zudem wird es ab dem 16. Mai jeden Samstag eine öffentliche Führung geben. (Anmeldung erforderlich)
Wer in Zukunft an einer Führung für Schulklassen interessiert ist oder an einer bauhistorischen Führung teilnehmen möchte, kann sich unter 0241 432-4998 oder museumspaedagogik@mail.aachen.de anmelden.
Weitere Infos: www.grashaus-aachen.eu
Hinterlasse einen Kommentar