Vier Gesellschaftsspiele für Familien im April 2021

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Dali the Fox – der Fuchs im Hühnerstall

Wer schnelle Würfelspiele mag und gerne sein Glück herausfordert, ist beim Kinderspiel Dali the Fox genau richtig. Dali der Fuchs bemalt gerne Eier. Damit er immer genug Nachschub hat, muss er sie aus dem Hühnerstall von Bauer Salvador klauen. Aber Achtung – wenn er sein Glück zu sehr herausfordert, geht er schnell mit leeren Händen nach Hause. Wer zuerst zehn Eier aus dem Stall geklaut hat, gewinnt das Spiel.

Die Hühner sind los
Wenn man den Deckel vom Spiel abhebt und die Vorderseite herunterklappt, kommt sofort der Hühnerstall zum Vorschein. Sechs Hühner mit unterschiedlichen Eierfarben sitzen im Hühnerstall. Jedes Huhn verfügt über einen Klappmechanismus, mit dem man die jeweiligen Eier aus dem Hühnerstall klauen kann. Ganz rechts im Hühnerstall befindet sich noch der Rauchfang, der als Würfelturm dient. Der Startspieler bekommt alle drei Würfel und würfelt. Zwei Würfel zeigen Eier in den Farben Gelb, Rot und Blau. Der dritte Würfel zeigt den Bauern Salvador mit allen sechs Eierfarben, die im Spiel vorkommen. Nach dem Wurf kann der Spieler ein Ei der gewürfelten Farbe aus dem Stall klauen, indem er den Klappmechanismus des jeweiligen Huhns betätigt. Bauer Salvador beschützt seine Hühner. Die Farbe, die mit seinem Würfel gewürfelt wurde, darf nicht ausgewählt werden. Danach entscheidet der Spieler, ob er aufhört oder weiterwürfelt. Beim nächsten Wurf darf eine bereits geklaute Farbe nicht mehr gewählt werden, sodass Wurf für Wurf immer weniger Möglichkeiten, ein Ei zu klauen, übrig bleiben. Sollte es für den Spieler nach dem Würfeln nicht möglich sein, ein Ei zu klauen, muss er alle in dieser Runde erspielten Eier zurück in den Stall geben und geht leer aus. Wenn der Spieler aufhört, darf er alle erspielten Eier zu sich nehmen und diese sind sicher.

Die Mischung macht’s
Im Spiel gibt es Eier in den sechs Farben Gelb, Blau, Rot, Grün, Orange und Lila. Die Würfel zeigen nur die Grundfarben Gelb, Blau und Rot. Um die verbleibenden drei Farben zu erwürfeln, müssen die Grundfarben der beiden Würfel gemischt werden. Wenn man Gelb und Blau würfelt, kann man also ein grünes Ei aus dem Stall klauen.

Wie viel Risiko will man eingehen?
Das Spiel richtet sich natürlich in erster Linie an Kinder, und diese sind von dem Hühnerstall sehr begeistert. In manchen Runden wurde das Glück schon einmal sehr herausgefordert, Hauptsache, man durfte noch ein Ei aus dem Hühnerstall klauen. Durch die Möglichkeit, Farben zu mischen, kommt etwas zusätzliche Taktik in das Würfeln. Wenn man das Spiel den Kindern das erste Mal erklärt, sollte man nebeneinandersitzen. Durch seinen Aufbau ist der Stall nicht von allen Seiten einsehbar, sodass man zwangsläufig anfängt, den Stall immer zum aktiven Spieler zu drehen. Wenn die Spielabläufe gelernt sind, stellt dies kein Problem mehr dar.

Dali the Fox ist ein Spiel, bei dem man sein Glück gerne herausfordert und das die ganze Familie zum Spielen zusammen an den Tisch bringt.

Titel: Dali the Fox
Verlag: Pegasus Spiele
Alter: ab 6 Jahren
Spieldauer: ca. 10-20 Minuten
Spieleranzahl: 2-4 Spieler
Autoren: Vincent Bonnard
Preis: 19,95 Euro


Das perfekte 
Wort – jeder 
Buchstabe zählt!

Für alle, die gerne Wortspiele spielen, ist „Das perfekte Wort“ eine spannende Neuerscheinung. In jeder der neun Spielrunden muss möglichst das perfekte Wort gefunden werden. Dadurch, dass es für die unterschiedlichsten Dinge Punkte gibt, ist bis zum Ende offen, wer gewinnt.

Neun Runden – jede Menge Punkte
Der Ablauf ist schnell erklärt. Zu Beginn jeder Runde wird eine Karte vom Buchstabenstapel aufgedeckt und somit festgelegt, mit welchem Buchstaben das Wort beginnen muss und wie viele Zeichen das perfekte Wort haben muss. Auf dem Spielblock gibt es für jede Runde eine separate Zeile, in die das Wort eingetragen wird. An bestimmten Stellen sind in den Zeilen noch Buchstaben hinterlegt. Die Sanduhr wird umgedreht und die Spieler haben ca. eine Minute Zeit, ein passendes Wort zu finden. Am Ende der Runde gibt es jeweils fünf Punkte, wenn man ein Wort mit dem richtigen Anfangsbuchstaben und der richtigen Länge gefunden hat. Zusätzlich gibt es jeweils fünf Punkte, wenn man die vorgegebenen Buchstaben in den Zeilen nutzen konnte. Diese Punkte trägt jeder Spieler direkt nach der Runde ein, und nach neun Runden endet das Spiel.

Bonuspunkte sorgen für Spannung
Am Spielende bekommen die Spieler noch reichlich Bonuspunkte. Zu Beginn des Spiels wird über Zusatzkarten festgelegt, wie viele Punkte man für die unterschiedlichen Vokale erhält. Ein Vokal ist immer fünf Punkte, ein anderer vier Punkte und der Rest zwei Punkte wert. Wenn das O also fünf Punkte einbringt, hat man hoffentlich viele Wörter mit einem O gefunden. Alle Vokale werden am Ende gezählt und die entsprechenden Punkte zum Gesamtergebnis hinzuaddiert. Als letztes gibt es noch Bonuspunkte für die Verwendung von bestimmten Buchstaben (z. B. Ä, Ö, W oder Z) oder Buchstabenkombinationen (z. B. CH, NT oder CK). Die Bonuspunkte hierfür bekommt nur der Spieler, der sie zuerst in einem Wort verwendet hat. Wenn alles zusammengerechnet wurde, steht der Sieger fest.

Schnell erklärt und schnell 
gespielt
Der Einstieg in „Das perfekte Wort“ ist sehr einfach und das Spiel ist schnell erklärt. Durch die Zeitbegrenzung der Runden spielt sich das Spiel sehr zügig. Man freut sich gerade noch über ein besonders gelungenes Wort mit vielen Punkten, da startet schon die nächste Runde. Durch die vorgegebenen Buchstaben hat man zumeist auch eine erste gute Idee für ein Wort. Es bleibt immer noch etwas Zeit, um ein Wort für mehr Punkte zu finden. Durch die vielen Möglichkeiten zu punkten muss man auch nicht der große Wortakrobat sein, um das Spiel zu gewinnen. Das Zählen der Vokale zieht sich am Ende etwas, aber durch die kurze Spieldauer bietet sich immer noch eine weitere Runde an. Für geübte Spieler bietet die Rückseite des Spielblocks noch eine Variante für Fortgeschrittene an, sodass so schnell keine Langeweile aufkommt und das Spiel sehr gerne öfter auf den Tisch kommen darf.

Titel: Das perfekte Wort
Verlag: Moses Verlag
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: ca. 15 Minuten
Spieleranzahl: 1-6 Spieler
Autor: Moritz Dressler
Preis: 14,95 Euro

Dragomino – erkunde die Insel und entdecke Drachen

Beim Kinderspiel Dragomino werden die Spieler zu Entdeckern. Jeder Spieler erkundet seine eigene Insel, indem er diese mit Dominosteinen aufbaut, um dann mit etwas Glück dort Drachenbabys zu entdecken. Gewonnen hat am Ende der Spieler, der die meisten Drachenbabys gefunden hat. Dragomino bietet eine gute Mischung aus Taktik und Glück, sodass jeder Spieler, egal ob jung oder alt, die gleichen Chancen hat zu gewinnen. Die Regeln sind sehr einfach und schnell erklärt, sodass der Einstieg für Kinder sehr leicht fällt.

Wer die Drachenmutter hat, beginnt
Der jüngste Spieler am Tisch bekommt die Drachenmutter und darf das Spiel beginnen. Jeder Zug besteht aus zwei Teilen. Wenn man an der Reihe ist, nimmt man sich einen von vier ausliegenden Dominosteinen und legt ihn an seine Insel an. Die Dominosteine haben eine passende Größe und hohe Qualität, wie auch das übrige Spielmaterial. Die Steine lassen sich auch von Kindern gut greifen und anlegen. Auf jedem Dominostein sind immer zwei von insgesamt sechs verschiedenen Landschaftstypen abgebildet. In unseren Spielrunden hat es den Kindern besonders die rote Vul-kanlandschaft angetan. Werden beim Anlegen zwei gleiche Landschaften miteinander verbunden, darf der Spieler im zweiten Teil seines Zuges ein Drachenei der entsprechenden Landschaft auswählen und umdrehen. Auf dem Spieltisch liegen zu allen Landschaften unterschiedlich viele Dracheneier, die auf der Rückseite entweder ein Drachenbaby oder eine leere Eierschale zeigen. Das umgedrehte Drachenei legt der Spieler dann auf die Verbindung zwischen den passenden Landschaften, und der nächste Spieler ist an der Reihe. Jedes Drachenbaby ist am Ende einen Punkt wert. Wenn alle Spieler ihren Zug gemacht haben, werden übrige Dominosteine aus der Mitte entfernt und vier neue Steine ausgelegt. Das Spiel endet, wenn keine Dominosteine mehr nachgelegt werden können.

Ein guter Einstieg in die Brettspielwelt
In den Spielrunden hat sich gezeigt, dass die Kinder je nach Alter sehr unterschiedlich an das Spiel herangehen. Die jüngeren Spieler haben Spaß beim Aufbau der Insel, sind stolz auf ihre Vulkanlandschaft und freuen sich über jedes Drachenbaby. Die älteren Kinder spielen schon deutlich taktischer. Sie versuchen so zu bauen, dass direkt mehrere Landschaften passen und somit auch mehr Dracheneier umgedreht werden können. Zudem wird geschaut, bei welcher Landschaft man die beste Chance auf ein Drachenbaby hat. Das Spiel bietet sowohl für jüngere als auch ältere Kinder viel Spielspaß. Dragomino ist auch ein sehr guter Einstieg, um später mit den Kindern Kingdomino (Spiel des Jahres 2017) und Queendomino zu spielen. Auch als Erwachsener hat man Freude beim Spielen, wenn man mit den Kindern zusammen die Insel erkundet. Durch die schnelle Spielweise dauert ein Spiel auch nicht sehr lang und für die Kinder kommt keine Langeweile auf. Verdient hat Dragomino im Februar den AS d’Or 2021 (wichtigster französischer Spielepreis) gewonnen und kann als Kinderspiel empfohlen werden.

Titel: Dragomino
Verlag: Pegasus Spiele
Alter: ab 5 Jahren
Spieldauer: ca. 15-20 Minuten
Spieleranzahl: 2-4 Spieler
Autoren: Bruno Cathala, Marie und Wilfried Fort
Preis: ca. 21 Euro

Silent Planet – gemeinsam gewinnen, ohne zu sprechen

Silent Planet ist ein kooperatives Kartenspiel, bei dem die Spieler Alienteams zusammenstellen müssen. Die große Herausforderung dabei ist, dass das ganze Team nicht miteinander sprechen darf und sich nur per Zeichensprache verständigt. Wenn die Spieler sich untereinander kennen, ist das sehr hilfreich, aber auch keine Garantie dafür, dass man das Spiel auf Anhieb gewinnt.

Gute Vorbereitung ist wichtig
Im Spiel gibt es Alienkarten mit den Zahlen von eins bis fünf sowie einige Joker. Jeder Spieler erhält zu Beginn neun Karten und hat dann die Aufgabe, diese zu sortieren und vor sich verdeckt auszulegen. Dann darf jeder beliebig viele Karten umdrehen, um seinen Mitspielern Hinweise auf seine Sortierung und die verdeckten Karten zu geben. Nach der Vorbereitung beginnt das eigentliche Spiel. Der Startspieler darf in seinem Zug nichts machen. Die anderen Spieler beraten durch Zeigen, Kopfschütteln, Kopfnicken oder andere Gesten, welche verdeckte Karte des aktiven Spielers aufgedeckt werden soll. Offen liegende Karten dürfen nicht gewählt werden. Wenn sich alle einig sind, wird die Karte aufgedeckt und in die Tischmitte gelegt. Dann ist der nächste Spieler an der Reihe, und aus seiner Auslage wird eine Karte von den Mitspielern bestimmt.

Jedes Alienteam bringt die Spieler dem Sieg näher
Die Spieler müssen Alienteams bilden, die entweder aus den Zahlen von eins bis fünf oder fünfmal der gleichen Zahl bestehen. Wenn am Anfang noch keine Karten offen in der Mitte liegen, ist jedes Alienteam möglich. Aber spätestens mit der zweiten Karte wird klar, ob man Aliens mit gleichen oder unterschiedlichen Zahlen sammeln muss. Um das Spiel zu gewinnen, müssen so viele Alienteams wie Mitspieler zusammengestellt werden. Die Schwierigkeit besteht aber darin, dass bei einem Fehler alle Karten aus der Mitte abgeräumt werden und von neuem begonnen werden muss. Ein Fehler ist z. B., dass in der Mitte schon drei Aliens mit einer 1 aufgedeckt wurden und sich dann die Spieler für eine Karte entscheiden, die einen Alien mit einer 2 zeigt.

Joker können das Alienteam retten
Im Spiel gibt es insgesamt neun Joker, die ein Alienteam retten können. Wenn ein Joker aufgedeckt wird, kann er beliebig in das Alienteam eingebaut werden. Zu viele Fehler dürfen sich die Spieler nicht erlauben, da ihnen sonst die Karten ausgehen. Das Spiel hat zwei große Herausforderungen. Jeder Spieler muss seine Karten so sortieren und Hinweise geben, dass die Mitspieler verstehen, was unter den verdeckten Karten liegt. Es kann schon einmal die ein oder andere Runde brauchen, bis die Mitspieler die Hinweise verstehen. Die zweite Herausforderung ist die nonverbale Absprache untereinander, insbesondere wenn man unterschiedlicher Meinung ist.
Silent Planet ist kein Spiel, das man automatisch in der ersten Runde gewinnt. Vielmehr ist es der Weg zum Sieg, wenn man sich gemeinsam Runde für Runde verbessert und dem Ziel immer näher kommt. Wer Spiele wie The Mind, Die Crew oder Hanabi mag, wird mit Silent Planet viel Freude haben.

Titel: Silent Planet
Verlag: Amigo
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 15 Minuten
Spieleranzahl: 2-6 Spieler
Autoren: Klaus Altenburger
Preis: ca. 10 Euro


Text und Bilder: Ingemar Reimer

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