Gesellschaftsspiele ausprobiert: Dream Runners, Krasserfall und Tucano

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Foto: Ingemar Reimer

KingKalli-Spieleredakteur Ingemar Reimer hat wieder drei analoge Gesellschaftsspiele ausprobiert.

Dream Runners – wer sammelt die meisten Traumpunkte?

Bei Dream Runners erwartet die Spieler ein flottes Puzzlespiel, das mit jeder Runde kniffliger wird. Es müssen Albträume vertrieben, Schatztruhen geöffnet und Sternensplitter gesammelt werden. Mit zusätzlichen Puzzleteilen, sogenannten Fragmentplättchen, verschaffen sich die Spieler mehr Möglichkeiten beim Puzzeln. Wer am Ende die meisten Traumpunkte gesammelt hat, gewinnt das Spiel.

Die Traumwelten rufen

Dream Runners wird über insgesamt acht Runden gespielt. Zu Beginn jeder Runde wird eine Traumkarte aufgedeckt. Jede Traumkarte zeigt ein 3×3-Raster mit unterschiedlichen Albträumen und weiteren Symbolen. Mit jeder Runde erscheinen mehr Albträume auf den Karten und die Anordnung der Albträume wird herausfordernder. Die Symbole auf den Traumkarten sind Bonusfelder, die den Spielern Sternensplitter, Münzen, Schlüssel oder Schatztruhen bringen. Albträume müssen vertrieben und Bonusfelder müssen eingesammelt werden. Das machen die Spieler mit ihren Puzzleteilen. Jeder Spieler erhält am Anfang die gleichen Puzzleteile, auf denen sich Symbole zum Vertreiben von Albträumen und zum Sammeln von Bonusfeldern befinden. Alle starten gleichzeitig mit dem Puzzeln und müssen jetzt so schnell wie möglich versuchen, ihre Puzzleteile in einem 3×3-Raster anzuordnen. Hierbei sollten sich die Symbole zum Vertreiben von Albträumen dort befinden, wo auch die Albträume auf der Traumkarte abgebildet sind. Entsprechendes gilt für die Symbole zum Einsammeln von Bonusfeldern. Der erste Spieler, der fertig ist, dreht die Sanduhr. Damit läuft für die übrigen Spieler der Countdown und sie müssen bis zum Ablauf der Sanduhr fertig werden.
Dann wird die Runde für alle Spieler gewertet. Zu Beginn des Spiels verfügt jeder Spieler über ein Punkteguthaben von 20 Punkten. Für jedes Feld, das in dem 3×3-Raster freigelassen wurde oder darüber hinausragt, verliert der Spieler Punkte. Ebenso verliert man Punkte für Albträume, die nicht vertrieben wurden. Dort, wo man ein Einsammeln-Symbol erfolgreich platziert hat, erhält man den entsprechenden Bonus. Sternensplitter bringen Zusatzpunkte, wenn man ein Set aus vier verschiedenen Splittern gesammelt hat. Schatztruhen, die man mit Schlüsseln öffnen muss, enthalten zusätzliche Boni. Die Münzen ermöglichen es, weitere Puzzleteile aus der Auslage zu kaufen.
Danach wird die nächste Traumkarte aufgedeckt und der Puzzlewettlauf startet von vorne.

Ein Spiel mit viel Dynamik

Bei Dream Runners muss einiges beachtet werden. Man benötigt Schlüssel und Sternensplitter, um Punkte zu sammeln. Mit Münzen kann man sich die so wichtigen Puzzleteile kaufen, um die schwerer werdenden Traumkarten zu meistern. Natürlich will man auch keine Punkte durch nicht abgewehrte Albträume verlieren. Alle legen gleichzeitig und es kommt keine Langeweile auf. Die Herausforderung wird jede Runde größer und das macht den Reiz aus. Die Taktik kann auch eine wichtige Rolle spielen. Wer schnell puzzelt und evtl. auf einen Bonus verzichtet, kann die Mitspieler zeitlich unter Druck setzen. Bei Dream Runners kommt garantiert keine Langeweile auf, da alle gleichzeitig spielen. Die zunehmende Herausforderung durch die Traumkarten bringt einen Spannungsbogen ins Spiel. Hat man die richtigen Puzzleteile gekauft und die richtige Idee für die Anordnung der Teile? Wer Legespiele mag und auch unter Zeitdruck Nervenstärke beweist, ist bei Dream Runners genau richtig.

Titel: Dream Runners
Verlag: Board Game Box
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Spieleranzahl: 2-4 Spieler
Autor: Joan Dufour
Preis: ca. 30 Euro

Krasserfall – jeder will der Letzte sein!

Vier Boote treiben auf einem Fluss in Richtung Wasserfall. Mit jedem Würfelwurf kommt eines der Boote dem Wasserfall immer näher. Mit Glück und etwas Taktik müssen die Spieler versuchen, ihre Figuren auf möglichst sicheren Booten zu platzieren. Wer schafft es, seine Figuren in Sicherheit zu bringen und die meisten Punkte zu holen?

Los geht die wilde Bootsfahrt

Der Spielaufbau von Krasserfall ist sehr innovativ. Das Spielbrett stellt den Fluss dar, der in Wellenabschnitte eingeteilt ist. Am Ende befindet sich eine große rechteckige Öffnung, unter die ein Netz montiert wird. Dies stellt den Wasserfall dar. Vor dem Netz befinden sich vier kleine Öffnungen, die nebeneinander angeordnet sind. Durch diese Öffnungen werden transparente Kunststoffstreifen geführt, an deren Ende jeweils ein Boot aufgedruckt ist. Am anderen Ende befindet sich ein kleines Gewicht. Das Spielbrett wird jetzt so auf dem Tisch platziert, dass die Öffnungen über die Tischkante hinausragen und die Kunststoffstreifen mit den Gewichten frei in der Luft hängen. Man zieht dann die Streifen nach oben, sodass sich die Boote am Anfang des Flusses befinden.

Alle gehen an Bord

Jetzt ist alles zum Start der ersten Runde bereit und die Spieler setzen reihum ihre Figuren auf die verschiedenfarbigen Boote. Jedem Spieler stehen dabei zwei kleine und eine große Figur zur Verfügung, die am Rundenende unterschiedlich viele Punkte wert sind. Sind die Boote bestiegen, startet der wilde Ritt auf dem Fluss, indem der Startspieler würfelt. Würfelt der Spieler eines der vier Boote, muss er es bis zur nächsten Welle in Richtung des Wasserfalls schieben. Natürlich wählt man hier ein Boot, auf dem nicht die eigenen Figuren an Bord sind. Ein weiteres Symbol auf dem Würfel erlaubt das Versetzen einer beliebigen Figur von einem Boot auf ein anderes. Das letzte Symbol zeigt einen Rettungsring, den man als Zusatzgewicht auf ein beliebiges Boot legen darf.

Die Boote werden Runde für Runde näher an den Wasserfall geschoben und somit nimmt das Gewicht, das an den Booten zieht, immer mehr zu. Wenn jetzt noch Figuren von einem Boot entfernt werden, passiert es schnell, dass das Boot Richtung Wasserfall saust und die Insassen im Netz landen. Diese Figuren sind für diese Runde ausgeschieden. Die Runde endet, wenn nur noch ein Boot übrig ist. Wer jetzt noch eine Figur im Boot hat, darf sich über Medaillen freuen. Wer sechs Medaillen gewonnen hat, hat auch das Spiel gewonnen.

Etwas Glück, etwas Taktik und viel Spaß

Das Spiel ist sehr zugänglich, da sofort klar ist, worum es geht. Spätestens wenn das erste Boot den Fluss hinabgerauscht ist, beginnt das Taktieren. Jeder versucht, seine Figuren auf möglichst sicheren Booten zu platzieren, und hofft auf entsprechendes Würfelglück. Aber natürlich haben die Mitspieler ihre eigenen Interessen. Es wird gewürfelt, taktiert und schon sind nur noch zwei Boote auf dem Fluss und die Runde steuert auf ein spannendes Finale zu. Krasserfall spielt sich locker leicht und bringt kleine und große Spieler gemeinsam an den Tisch.

Titel: Krasserfall
Verlag: Ravensburger
Alter: ab 6 Jahren
Spieldauer: ca. 25 Minuten
Spieleranzahl: 2-4 Spieler
Autor: Bernhard Weber
Preis: ca. 30 Euro

Tucano – Südfrüchte in Hülle und Fülle

Bei diesem flotten Kartenspiel liegen drei Reihen Karten in der Tischmitte und der aktive Spieler nimmt sich alle Karten einer Reihe. Er legt sie in seine Auslage und es werden drei Karten an die Reihen in der Tischmitte nachgelegt. Schon ist der nächste Spieler dran. So schnell lässt sich Tucano den Mitspielern erklären. Aber natürlich hat das Spiel mehr zu bieten als nur einfache Regeln. Es geht um das Sammeln von Früchten und natürlich darf der Namensgeber des Spiels – der Tukan – nicht fehlen.
Ein bunter Obstsalat auf dem Tisch
Die ansprechend gestalteten Karten, die man sammelt, zeigen 13 tropische Früchte, z. B. Avocados, Bananen, Kokosnüsse, Feigen oder Limetten. Für jede Fruchtsorte punktet man unterschiedlich. Im Spiel gibt es beispielsweise fünf Litschis. Wenn man am Ende eine Litschi-Karte in seiner Auslage hat, bekommt man drei Punkte dafür. Gelingt es allerdings, alle fünf zu sammeln, wird man mit 15 Punkten belohnt. Jede Frucht wird anders gewertet. Die Orange gibt es viermal im Spiel. Für drei Orangen erhält man 12 Punkte. Hat man aber alle vier Orangen in der Auslage, bekommt man null Punkte. Bestimmte Früchte bringen auch Minuspunkte. Die Punkteregeln für alle Obstsorten sind auf jeder Karte leicht verständlich dargestellt und schnell zu erfassen. Wenn man an der Reihe ist, schaut man natürlich, was die Mitspieler sammeln und was einem noch fehlt. Jeder Zug ist eine kleine taktische Entscheidung und das macht den Spielreiz aus.

Der Tukan stellt alles auf den Kopf

Neben den Obstkarten tauchen später im Spiel auch Tukane auf, die den Spielern Sonderaktionen ermöglichen. Beispielsweise darf man eine Karte aus seiner Auslage einem anderen Spieler geben – eine exzellente Möglichkeit, um Minuspunkte loszuwerden. Eine andere Aktion erlaubt das Klauen einer Karte beim Mitspieler. Hat man sich zu Beginn des Spiels gute Karten gesichert, kann durch die Tukane alles auf den Kopf gestellt werden. Wenn der Nachziehstapel erschöpft ist und alle Karten verteilt wurden, beginnt die große Schlussabrechnung. Wer konnte sich welche Früchte sichern und entsprechende Punkte ergattern?
Während des Spiels sollte man immer seine Mitspieler im Blick halten, um sich für die richtige Kartenreihe zu entscheiden. Manchmal lohnt es sich z. B. auch, eine Reihe mit Minuspunkten zu nehmen, wenn dort besonders viele Karten liegen. Tucano ist ein kleines, aber feines Kartenspiel mit taktischer Raffinesse, das zu mehr als nur einer Runde einlädt.

Titel: Tucano
Verlag: Helvetiq
Alter: ab 6 Jahren
Spieldauer: ca. 15 Minuten
Spieleranzahl: 2-4 Spieler
Autor: Théo Rivière
Preis: ca. 10 Euro

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