Mittlerweile ist bereits die Hälfte meines FSJ beim Stadtsportbund um. Und neben allen außergewöhnlichen Dingen, die passieren, den Seminaren, den Bildungstagen, großen Veranstaltungen und so weiter, ist es auch immer schön, sich an kleinen und alltäglichen Dingen zu erfreuen. Ich werde fast täglich daran erinnert, warum es mir gerade der Sport so angetan hat. Denn es ist so leicht, Menschen und besonders Kindern mit Bewegung eine Freude zu machen.
Der Stadtsportbund Aachen unterstützt und organisiert Sportangebote in Kitas und Schulen. Und von Anfang an war klar, dass das ein großer und wichtiger Teil unseres FSJ werden wird. Zu Beginn meines FSJ hatte ich noch gar keine Erfahrungen damit, Gruppen anzuleiten. Und um bei den ersten Schritten ein wenig an die Hand genommen zu werden, haben die beiden anderen FSJler und ich eine Übungsleiterausbildung absolviert. An zahlreichen Wochenenden trafen wir uns mit einer bunt gemischten Gruppe sportinteressierter Menschen, um uns Fragen zum Thema Übungsleiterin- oder Trainersein beantworten zu lassen. Mithilfe vieler Spiele, Wettkämpfe und Anekdoten haben wir einiges gelernt: Wie präsentiere ich mich vor Gruppen? Wie sollte die Ansprache sein? Was ist der Unterschied zwischen Kinder- und Erwachsenensport? Wir haben die Möglichkeit bekommen, uns auszuprobieren. Im einen Moment ist man also die strenge Anleiterin eines Zirkeltrainings und im nächsten Moment die freundliche Trainerin beim Kinderturnen. Und nach zwei Monaten und zahlreichen spannenden Lehrgangstagen waren wir nun endlich ausgebildete Übungsleiter und -leiterinnen. Heute gehen wir täglich in Turn- oder Schwimmhallen, um gemeinsam mit Kindern Sport zu treiben. Als Übungsleiterin bewege ich ca. 70 Kinder in der Woche und erlebe entsprechend viel. Egal ob beim Fußballangebot, beim Schwimmkurs oder bei Spiel- und Spaßstunden, jede Stunde hat ihre ganz eigenen Besonderheiten.
„Die Spiel- und Spaßstunde hat sich ihren Namen wirklich verdient.“
Ein Highlight jeder Woche sind die Spiel- und Spaßstunden. Bei jeder dieser Stunden, die ich anleite, merke ich, dass vor allem die Freude an der Bewegung im Vordergrund steht. Und auch mir und garantiert fast allen Übungsleitungen macht es selbst einen Riesenspaß, bei all den Spielen mitzuspielen oder die aufgebauten Parcours selbst zu überqueren. In einer Spiel- und Spaßstunde organisieren wir Turniere und Wettkämpfe bis hin zu Teamspielen. Oder man verwandelt die Halle in einen Dschungel. Baut aus zwei Bänken einen mitreißenden Fluss. Aus ein paar Seilen Lianen, mit denen dieser Fluss überquert werden muss. Und mit Matten gefährliche Seen, die keiner betreten darf. So entsteht für eine Stunde eine kleine Fantasiewelt.
Als ich einmal nach einer Spiel- und Spaßstunde die Kinder aus der Halle begleitet habe, blieb ein Junge stehen und sagte: „Annika, die Spiel- und Spaßstunde hat sich ihren Namen wirklich verdient.“ Und hat mich so wieder daran erinnert, warum Sport für Kinder, Erwachsene, Jugendliche und jeden Menschen so wertvoll ist. Für eine kurze Zeit, auch wenn es nur eine Stunde ist, konzentrieren wir uns darauf, was direkt vor uns liegt, und auf das, was wir können. Wir probieren aus, ohne groß zu zweifeln, und freuen uns über alles, was wir erreichen mit denen, die dabei sind. Und es lohnt sich für jeden, ein Teil davon zu sein.
Text: Annika Lemke
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