FSJ-Erfahrungsbericht beim Stadtsportbund: Am Schwimmen kommt man nicht vorbei

Foto: LBS, Sandra Bowinkelmann

Als ich mein FSJ begonnen habe, hatte ich mit Schwimmen nicht viel zu tun. Ich hatte zwar bereits das ein oder andere Abzeichen gemacht, war aber ansonsten nicht sehr schwimmbegeistert. Doch man merkt recht schnell, dass man als Übungsleiterin für Kinder am Thema Schwimmen kaum vorbeikommt.

Laut einer Umfrage der DLRG ist ungefähr die Hälfte der deutschen Bevölkerung unsicher im Wasser. Bei den zehnjährigen Kindern sind es sogar circa 60 Prozent. Was erstmal nur Zahlen sind, kann ganz schnell zu einem echten Problem werden. Aber die gute Nachricht: Wir können etwas dagegen tun. Über das SportBildungswerk im Stadtsportbund Aachen werden über 70 Schwimmkurse in der Woche angeboten, die Schwimmangebote in offenen Ganztagsschulen gar nicht mitgezählt.

Herausforderung Deutsches Rettungsschwimmabzeichen

Als ich mich dazu entschied, bei den Schwimmkursen mitzuwirken, hatte ich meine Übungsleiterlizenz zwar schon in der Tasche, doch um auch im Schwimmen etwas zu lernen, stand noch eine weitere Herausforderung vor mir: das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen in Silber. Also ging es für mich zwei Monate lang jeden Dienstagabend zur DLRG, um dort das Abzeichen zu bekommen. Dafür stehen einige Herausforderungen auf dem Plan: Zeitschwimmen, Streckentauchen, Tieftauchen, Abschleppen und noch einiges mehr.

Wieder fand ich mich in einer bunt gemischten Truppe vor, die sich so sonst wahrscheinlich nie gefunden hätte. Von einer erfahrenen Schwimmerin mit einer Vorliebe für das Eisschwimmen über die Mutter, die in der Schwimmschule unterstützen möchte, bis zum angehenden Polizisten war alles dabei. Am ersten Tag waren alle etwas nervös. Jeder hatte die Anforderungen vorher gelesen, und die meisten waren sich nicht sicher, ob sie alles schaffen würden. Aber von Woche zu Woche konnten wir mehr von der Liste abhaken, wurden selbstsicherer und immer mehr zu einer richtigen Gruppe. Nach einigen Überwindungen, Anstrengungen und Herausforderungen hatten wir es endlich geschafft. Gefeiert wurde das neue Abzeichen mit Crêpes und Pommes auf dem Weihnachtsmarkt.

Wie ein Seestern im Wasser liegen

Nun stand mir nichts mehr im Weg, um selbst als Übungsleiterin in die Schwimmkurse zu gehen. Erstmal als Begleitung einer Kollegin konnte ich die Schwimmkurse etwas kennenlernen. In Gruppen von circa acht Kindern vermitteln wir Arm- und Beintechnik, die Körperlage im Wasser, Atmung, Tauchen und so weiter. Beim Anfängerschwimmen haben wir eine bunte Mischung aus Spielen und Trainieren. Wir nutzen viele Verbildlichungen, um den Kindern das Schwimmen näherzubringen. Wie zum Beispiel die Rakete, die durch das Wasser gleitet, oder den Seestern, der auf dem Wasser liegt.

Das Besondere ist, dass man die Entwicklung der Kinder hautnah miterlebt. Von den ersten Versuchen bis hin zur allerersten Bahn, die sie ohne Hilfe schwimmen. Einer der schönsten Momente war für mich, als ein Junge, der zu Beginn sehr viel Angst vor dem Wasser hatte, sich traute, an meiner Hand die Rutsche hinunterzurutschen.

Quelle: dlrg.de/informieren/die-dlrg/presse/schwimmfaehigkeit/forsa-umfrage-2017

Text: Annika Lemke
Der Text ist zuerst in KingKalli 135, Juni/Juli 2026 erschienen.
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