FSJ-Erfahrungsbericht: Dem Sport treu bleiben

in Von und für Jugendliche
Foto: Annika L.

„Das Jahr geht schneller vorbei, als man denkt“ ist, glaube ich, einer der Sätze, die ich in meinem FSJ am häufigsten gehört habe. Auch wenn ich es am Anfang nicht so richtig geglaubt habe, stehe ich jetzt kurz vor dem Ende meines Freiwilligendienstes und weiß nicht so recht, wie diese zwölf Monate so schnell vorbei gehen konnten.

Ich bin mit dem Ziel in das FSJ gegangen, alles an Erfahrungen mitzunehmen, was irgendwie möglich ist. Wenn ich jetzt zurückblicke, ist mir das wirklich gelungen. Obwohl es „nur“ ein Jahr war, habe ich so viel gelernt wie in keinem anderen Jahr zuvor. Ich ging am ersten Tag beim Stadtsportbund ins Büro, ohne zu wissen, was mich erwartet. Wie wird das Jahr aussehen? Wie werden meine Kolleginnen und Kollegen sein? Wie sehr wird mich dieses Jahr prägen? Bald gehe ich mit unzähligen neuen Erfahrungen nach Hause, die man so in seinem Leben nie wieder machen kann.
Definitiv ein FSJ-Highlight war für mich die Fahrt nach Berlin mit 20 Freiwilligen aus dem Sport. Besonders für uns Sportbegeisterte gibt es dort etliche Dinge zu sehen. Neben einem Besuch im Olympiastadion stand der Besuch im Reichstag auf dem Programm, wo wir unter anderem die Möglichkeit hatten, uns eine Stunde mit dem Bundestagsabgeordneten Ralph Edelhäußer über Freiwilligendienste und Sport auszutauschen. In diesem Moment habe ich gemerkt, was für eine große Entwicklung man im FSJ durchläuft. Zu Beginn im September wusste ich in etwa gar nichts über Freiwilligendienste. Acht Monate später konnte ich mit einem erfahrenen Politiker sachlich fundiert darüber diskutieren.
Für mich persönlich ist das eine der größten Errungenschaften im letzten Jahr. Nicht das Gespräch allein, sondern zu merken, dass man über sich hinauswächst. Man wird selbstbewusster und mutiger. Grund dafür ist sicherlich, dass man von Anfang an regelmäßig in neue, ungewohnte und am Anfang echt herausfordernde Situationen geworfen wird. „Leite doch einfach mal die Stunde“ oder „Fahr doch allein auf das Seminar“.

Jetzt, ein Jahr später, komme ich nochmal auf die Fragen zurück, die ich am Anfang hatte. Dazu, wie das Jahr aussah, habe ich bereits viel erzählt und geschrieben, aber um das Ganze etwas zusammenzufassen: Ich habe pro Woche circa 80 Menschen als Übungsleiterin in Kursen begleitet, war auf sechs Seminaren und habe bei all dem ungefähr 300 neue Leute kennengelernt – vom OGS-Kind bis hin zum Bundestagsabgeordneten.
Ich war sehr gern Mitglied im Team des SSB Aachen. Allein durch den Umgang miteinander, aber auch die Einstellung zum Arbeiten habe ich gemerkt, dass ich mich mit Sportlerinnen und Sportlern immer wohlfühlen kann. Ich weiß, dass ich dem Sport und dem Stadtsportbund in Zukunft erhalten bleiben möchte. Der SSB hat viele freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die OGS-Angebote, Sport-im-Park-Stunden und Sport- und Schwimmkurse anleiten. Ich habe fest vor, während des Studiums beim SSB weiterhin als Übungsleiterin aktiv zu bleiben. Und auch als Sprecherin werde ich noch bis circa Dezember aktiv sein, da erst nach ein paar Monaten im neuen FSJ-Jahrgang die nächsten Sprecher gewählt werden.

Und was ich noch ganz sicher weiß, ist, dass ich dieses Jahr nie vergessen werde.

Text: Annika Lemke

Der Text ist zuerst in KingKalli 136, August/September 2026 erschienen.
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