„We can no longer save the world by playing by the rules. It’s time to rebel to save the future.“ – Mit dieser Aussage begründet Greta Thunberg die Proteste von Fridays for Future, einer globalen Schüler- & Studenteninitiative für den Klimaschutz.
Gestartet hat das Projekt die 16-jährige schwedische Schülerin, indem sie seit August 2018 jeden Freitag vor dem Schwedischen Reichstag in Stockholm demonstriert, statt zum Unterricht zu gehen. Ihr Ziel: Schweden soll die Treibhausgasemissionen um 15 Prozent pro Jahr reduzieren. Laut Greta verhalten sich Politiker unverantwortlich – wie kleine Kinder, also muss die junge Generation die Zukunft selbst in die Hand nehmen und das Chaos der älteren aufräumen. Niemand sei zu unbedeutend, um etwas Großes zu bewegen. Dabei bindet sich Fridays for Future weder an eine Partei noch an eine Organisation, sondern ist ein gemeinsames Projekt von tausenden individuellen, jungen Menschen. In Deutschland gibt es mittlerweile mehr als 160 Ortsgruppen, die hauptsächlich über das Internet und soziale Medien miteinander kommunizieren. Mit Hilfe von bundesweiten und lokalen WhatsApp-Gruppen sowie Twitter, Instagram und Facebook tauschen sich alle Beteiligten aus oder bestimmen die nächsten Demonstrationstermine. Das Ziel in Deutschland heißt: mehr Klimaschutz und der Kohleausstieg in weniger als zehn Jahren.
Die Reaktionen auf die Aktion in der Politik und den einzelnen Schulen sind unterschiedlich. Momentan gibt es noch keine einheitliche Regelung bezüglich des Fernbleibens vom Unterricht, denn jede Schule bestimmt die Konsequenzen für die Schüler erst einmal selbst, doch die nordrhein-westfälische Landesregierung zeigt bisher nur wenig Verständnis für das Projekt. Ministerpräsident Armin Laschet hält das Schuleschwänzen für den leichteren Weg und meint, für mehr Ernsthaftigkeit und Seriosität sollten Schüler ein größeres Opfer bringen, indem sie ihre wertvolle Freizeit und nicht die Schulzeit für solche Treffen nutzen. Außerdem seien die Schulen die falschen Gegner, die Proteste richteten sich ja nicht gegen sie, sondern gegen die Regierung. Auch Schulministerin Yvonne Gebauer verweist erneut auf die allgemeine Schulpflicht, das Ministerium verschickte sogar einen Brief an alle Schulen, der jedoch keine „Dienstanweisungen“ beinhaltet, sondern nur nochmal an den gesetzlichen Rahmen der Schulform erinnern soll. Laut AfD würden mit den Demonstrationen nur linksgrüne Klimaschutzpositionen vertreten, sie lehnt das Projekt entschieden ab und fordert Strafen fürs Schwänzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hingegen sagt, die Proteste seien ein wichtiges Anliegen, das Engagement der Schüler fürs Klima findet sie ausdrücklich gut. Positives Feedback gibt es auch von den Grünen; sie zeigen Solidarität und Unterstützung und verlangen für die Schüler und Studenten Toleranz statt Bestrafung.
Ob ziviler Ungehorsam oder nur eine Möglichkeit, dem Unterricht fernzubleiben – die Meinungen über Fridays for Future gehen weit auseinander. Viele behaupten, Schüler haben ihr Ziel (gehört zu werden) erreicht, sollten in Zukunft jedoch keine Schule schwänzen, sondern besser entsprechende Berufe anstreben, um dort Klimaprobleme anzugehen. Andere nehmen die politisch engagierte Jugend sehr ernst und finden, dieser Tabubruch sei notwendig, um auf den Ernst der Lage aufmerksam zu machen.
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