Wer war Pieter Bruegel der Ältere? Was verrät sein Werk über den Alltag im 16. Jahrhundert? Diesen Fragen können demnächst alle Interessierten im Freilichtmuseum Bokrijk auf den Grund gehen, denn dort findet vom 6. April bis 20. Oktober die Ausstellung „Bruegels Welt“ statt.
Auftakt zur internationalen Reihe anlässlich des 450. Todestages des Künstlers 2019 bildet das Kunsthistorische Museum Wien mit einer Ausstellung von über 90 Werken des flämischen Künstlers. An ihr arbeitete auch das Freilichtmuseum Bokrijk mit und lieferte Forschungsinhalte über die Kultur und Gegenstände aus dem Alltag im Flandern des 16. Jahrhunderts. Zudem erstellten das KHM und Bokrijk gemeinsam das Buch „Voorwerp van gesprek – De wereld van Bruegel“ (Gesprächsgegenstand – Bruegels Welt) mit Fokus auf Objekten aus den Gemälden des Künstlers. Schon bei der Eröffnung 1958 wurde das Freilichtmuseum stark von Bruegel inspiriert, so sollte es fast Bruegelheem statt Bokrijk heißen.
Pieter Bruegel war vor allem für seine eigenwillige Interpretation der Gesellschaft, Politik und Religion bekannt, im Mittelpunkt seiner Werke und nun auch dieser Ausstellung stehen der „einfache“ Mensch und der Alltag von früher, heute und in Zukunft. Dabei werden im Freilichtmuseum Bokrijk keine Gemälde von Bruegel ausgestellt, sondern über 120 historische Gebäude und zahlreiche Gegenstände aus der flämischen Region, die alle den Bildern Bruegels zu entstammen scheinen – oder ihm als Vorlage gedient haben mögen. Den Leitfaden für die ganze Ausstellung stellt das berühmte Gemälde „Der Kampf zwischen Karneval und Fasten“ dar, das ganze Szenario des Bildes wurde mit Realien aus dem 16. Jahrhundert in eine spannende Route umgesetzt. So soll die Ausstellung den Besuchern ein modernes Erlebnis der Bräuche, Normen und Sitten der damaligen Zeit bieten. Das Prinzip der zusammengesetzten Landschaften wurde eindrucksvoll durch den belgischen Künstler Frits Jeturis illustriert. Den aus elf verschiedenen Stationen bestehenden Bruegel-Parcours können auch Kinder spielerisch erleben. Mit Hilfe von moderner Technik haben Besucher die Möglichkeit, buchstäblich ins Gemälde zu treten und selbst zu einem der Akteure zu werden, per Augmented Reality (erweiterte Realität) kann außerdem nach Objekten aus dem Bild gesucht werden.
Infos: bokrijk.be/en
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