Integration mit dem „Flüchtlingsacker“

in Aktuelles um die Ecke, Im Beet mit KingKalli

Mangold und Erbsen, Spitzkohl und diverse Salate – über 20 einheimischen Gemüse lernen die Hobby-Öko-Gärtner auf Gut Hebscheid kennen, die sich hier ein Beet oder eine Folienhausparzelle mieten können. Manche Gemüsesorte ist einem da fremd und Rezepte werden im Internet gegoogelt.
Wie fremd müssen einem diese Gemüse dann sein, wenn man aus einer komplett anderen Klimazone kommt, in der ganz andere Pflanzen gedeihen und auf dem Speiseplan landen? Manni Paul, ehemals Schulleiter der Hauptschule Aretzstraße hat es sich nach seiner Pensionierung zur Aufgabe gemacht, jungen Flüchtlingen zu helfen hier heimisch zu werden. Seit drei Jahren betreibt er auf Hebscheid neben seinem eigenen Familienbeet noch einen zusetzlichen 400 qm großen „Flüchtlingsacker“. Diesen bewirtschaftet er mit jungen Flüchtlingen ab 18 Jahren. Diese jungen Menschen sind zu alt, um von den Projekten für „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ zu profitieren. Genau deswegen möchte er auch sie fördern und ihnen bei der Gartenarbeit die deutsche Sprache und einheimische Gemüsesorten näherbringen. Das Gemüse wird im Anschluss auch gemeinsam verarbeitet, oder den Organisationen gespendet, die die Flüchtlinge betreuen. Auf Hebscheid sollen außerdem Kontakte zu den anderen Gärtnern entstehen. Außerdem werden drei Wohnwagen ausgebaut, in denen es eine kleine Werkstatt, eine Küche und einen Raum zum Lernen geben soll.
Die jungen Flüchtlinge sind begeistert von dem Projekt. Den Namen „Flüchtlingsacker“ haben sie selber ausgewählt.

FlüchtlingsackerSie engagieren sich auch gerne für die Gemeinschaft vor Ort, – so haben sie einen kleinen Kräutergarten für alle angelegt und um das Gerätehaus herum Bohnen gepflanzt.

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