Paddington der Bär entstammt den dunkelsten Ecken von Peru und ist als zielloser Wanderer unterwegs, als ihn eine englische Familie am Londoner Bahnhof aufliest und ihn aufnimmt. Ungewöhnlich distinguiert für einen haarigen Gesellen wie ihn, ist der Liebhaber von Bitterorangen und süßer Marmelade eindeutig ein Nachfahre von Winnie Puuh.
Seit den späten Fünfzigerjahren stapft er gemütlich und nachdenklich durch eine bunte Reihe von illustrierten Kinderbüchern, zahlreiche Zeichentrick- und Puppenfilmadaptionen erblickten bereits das Licht der Welt. In dieser ersten großbudgetierten Verfilmung für die große Leinwand tritt er abermals in animierter Form auf, agiert als CGI-Wesen gemeinsam mit realen Schauspielern vor einer freudig alle britischen Trademarks ablichtenden Kamera. Paul King, der bislang größtenteils für Kinderfilmprojekte aller Art verantwortlich zeichnete, nimmt seine Aufgabe ernst: Er weiß offensichtlich, mit welchem Nationalheiligtum er es zu tun hat, auch wenn die Bücher außerhalb des Vereinten Königreiches ein Schattendasein führen. „Paddington“ beschwört eine mythologische Atmosphäre und ein unruhiges, windiges, unbeschreiblich schattenhaftes Feeling zieht sich durch die idyllischen Bilder. Es verbirgt sich eine melancholische Schwere hinter diesem liebevoll flanierenden Herbstspaziergang durch die englische Hauptstadt.
GB 2014 | Regie: Paul King | mit Nicole Kidman, Sally Hawkins | ca. 99 Minuten | FSK: ohne Altersbeschränkung
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