Bei Sonnenschein und knapp 30 Grad führt uns unser Familienausflug zum Gut Entenpfuhl. Wir starten mit einer Runde Minigolf. Es ist das erste Mal, dass wir als Familie Minigolf spielen. Die Jüngste ist drei und wahrscheinlich eigentlich noch zu klein, aber wir wollen sie nicht vom Spiel ausschließen. Sie und ihre fünfjährige Schwester haben ihre ganz eigene Technik und schieben den Ball eher, als ihn zu schlagen. Das erschwert das Zählen ein wenig. Oft notieren wir aber eine Sieben, da der Ball nach sechs oder mehr Versuchen nicht im Loch gelandet ist. Die Jüngste befördert ihn aber notfalls am Ende mit der Hand ins Loch nach dem Motto „Hauptsache, er ist drin“.
Beim siebenjährigen Bruder klappt das Schlagen schon ganz gut und manche Bahn meistert er in weniger Schlägen als ich. Nebenan auf der Wiese grasen einige Schafe. Meine jüngste Tochter stellt sich an den Zaun und beobachtet sie. Das weckt den Beschützerinstinkt ihres Bruders, und er ruft ihr von Weitem zu, dass sie nicht näher herangehen soll, da es ein Elektrozaun sein könnte.
Ein anderer Junge, der nur wenig älter ist, gesellt sich zu ihr und sie schauen gemeinsam den Schafen zu. Gelegentlich kommt ein babyhaftes Blöken aus der Richtung und ich sehe ein Lamm über die Wiese springen. Nach dem Minigolf kommen wir an einem Münzkarussell und einem Autoscooter für Kinder vorbei. Meine Kinder möchten beides ausprobieren, aber da wir lange genug in der prallen Sonne unterwegs waren, gehen wir weiter. Unser Weg führt vorbei an einem Teich, neben dem einige Gänse sitzen, direkt zum Restaurant Gut Entenpfuhl. Es hat neue Betreiber und vor gut zwei Wochen (Anfang Mai) nach längerer Schließzeit wiedereröffnet. Draußen sind alle Tische besetzt. Wir warten ein paar Minuten in der Hoffnung, dass jemand sich erhebt, was aber zunächst nichts bringt. Auch drinnen ist alles voll, wie wir auf Nachfrage erfahren. Also gehen wir erst eine Runde auf den benachbarten Spielplatz. Die Kinder zieht es direkt zur Seilbahn. Auch eine Rutsche und Schaukeln sind vorhanden. Als wir wieder zum Restaurant gehen, werden gleichzeitig einige Tische frei und wir lassen uns auf dem ersehnten, größtenteils schattigen Platz nieder. Kurze Zeit später kommt ein Kellner auf uns zugesteuert. Er fragt freundlich, ob wir neu sind, und räumt die leeren Gläser der Vorgänger ab, übersieht aber den Zettel, auf dem ihre Rechnungsposten notiert sind.
Nach einiger Zeit bringt er die Speisekarte und entschuldigt sich, dass gerade nur eine zur Verfügung steht. Die Kindergerichte zählt er auf: Nudeln, Chicken Nuggets, Wiener Schnitzel sowie Fischstäbchen mit Erbsen und Fritten. Meine Jüngste hat sich ihrem Strahlen nach zu urteilen bereits entschieden, als sie das Wort Nudeln hörte. Die anderen beiden schwanken zwischen den anderen drei Gerichten und entscheiden sich dann beide für die Fischstäbchen. Die kreativen Namen der Kindergerichte wie „Schmeckt mir nicht“ für die Penne oder „Mag ich nicht“ für die Fischstäbchen entdecke ich erst später auf der Rechnung.
Die Speisekarte wirkt durch ihren hölzernen Einband edel. Es gibt einige Salate, Suppen und kleine Gerichte sowie eine Handvoll Hauptgerichte. Während wir auf die Getränke warten, die wir zuvor geordert haben, sind mein Mann und ich schnell fertig mit unserer Auswahl. Nach einiger Wartezeit, was sicherlich auch dem gut besuchten Haus geschuldet ist, erhalten wir unsere Getränke. Dass die bestellte Flasche „Stilles Wasser“ eigentlich Sprudel ist, bemerke ich leider zu spät. Bei der Essensbestellung erfahren wir, dass sowohl die Schweinemedaillons als auch der Spargel mit Lachs bereits ausverkauft sind. Letzteres liegt wohl am Lachs, denn Spargelgerichte kann man sich beliebig zusammenstellen. Und auch die anderen Gerichte lassen sich etwas variieren. So entscheidet sich mein Mann für das Wiener Schnitzel mit der Champignonrahmsauce, die eigentlich zu den Schweinemedaillons gehört, und ich wähle Spargel mit Schinken.
Die Kinder fragen, ob sie noch einmal zum Spielplatz dürfen. Wir erlauben es, sofern sie alle paar Minuten zurückkommen und nachsehen, ob das Essen schon da ist. Das funktioniert glücklicherweise ganz gut. Denn eine Hecke verdeckt die Sicht auf den Spielplatz. Während wir auf das Essen warten, nehme ich die Natur um mich herum wahr. Wohin man sieht, ist es grün und ein benachbarter Wald macht Lust, ihn bei einem Spaziergang zu erkunden.
Immer wenn die Kinder vom Spielplatz zurückkehren, fragen sie ungeduldig nach dem Essen. Auch das lässt länger auf sich warten. Meine Töchter berichten, dass ältere Mädchen sie auf der Seilbahn angeschoben hätten. Mein Sohn erzählt stolz, dass er von der Schaukel gesprungen ist, als sie ganz hoch war. Und nach dem kurzen Einholen unserer Erlaubnis sind sie wieder ganz schnell Richtung Spielplatz unterwegs.
Beim nächsten Mal treffen sie gemeinsam mit dem Essen ein. Die Jüngste stürzt sich direkt auf ihre Nudeln und die beiden Älteren wünschen sich Mayo für ihre Fritten. Wir fragen danach und der Kellner kehrt nach einiger Zeit mit einem Tütchen Ketchup zurück, da die Mayo aus ist. Als Alternative ist auch dieser den Kindern willkommen. Nur darüber, dass sie sich das kleine Tütchen teilen sollen, sind sie weniger begeistert.
Die Gerichte, die vor uns auf dem Tisch stehen, sehen lecker aus. Die Portionen wirken auf mich zum Teil aber eher klein. Der Geschmack ist allerdings sehr gut, und schon bald sind die ersten Teller leer. Sogar die Jüngste hat aufgegessen (was im Restaurant fast nie passiert) und fragt nach weiteren Nudeln. Ihre Schwester möchte ihre Fritten nicht mehr essen, nachdem der Ketchup aufgebraucht ist. Dieses Mal nehme ich ihre Reste gern, da ich vom Spargel mit Schinken und etwas Salat nicht ganz satt geworden bin.
Die Kinder verschwinden wieder zum Spielplatz. Mein Mann, dem die Hitze etwas zu schaffen gemacht hat, und ich haben kurz Zeit für eine ungestörte Unterhaltung. Wir genießen den Moment, ohne dass die Kinder etwas dazwischenfragen, freuen uns aber auch, wenn sie vom Spielplatz zurückkehren.
Ihre Frage, ob es Nachtisch gibt, verneinen wir, denn es ist schon recht spät. Auch wenn die Dame Blanche, die der Kellner zum Nachbartisch trägt, sehr verführerisch aussieht. Als wir den Kindern zu Hause eine Süßigkeit in Aussicht stellen, sind sie zufrieden.
Der Besuch im Gut Entenpfuhl hat uns im Grunde gut gefallen. Die vielen familienfreundlichen Möglichkeiten wie Minigolf oder das Betrachten der Tiere sowie die vielfältigen Spielangebote und die Natur sind ein Pluspunkt für die Location. Im Außenbereich des Restaurants kann man schön sitzen und der benachbarte Spielplatz macht es mit Kindern entspannter. Allerdings waren die Wartezeiten, vermutlich dem vollen Haus geschuldet, eher lang und die Hauptgerichte der Karte eher hochpreisig. Der Preis von 7,50 Euro für die Kindergerichte war völlig in Ordnung.
Kurzübersicht
- Familienfreundlichkeit: Das Restaurant ist auf Kinder ausgerichtet und bietet mit vier unterschiedlichen Gerichten eine kleine Auswahl an Kindergerichten. Hochstühle für die Kleineren sind ebenfalls vorhanden.
- Beschäftigung für Kinder: In unmittelbarer Nähe befindet sich ein Spielplatz, der aber vom Restaurant aus nicht komplett eingesehen werden kann. Außerdem bietet das Restaurant die Möglichkeit zum Malen.
- Preis-Leistungs-Verhältnis: Die Gerichte sind eher teuer angesichts der Portionen, die wir teilweise als klein empfanden. Geschmeckt hat es aber gut und die Kindergerichte sind preislich okay.
- Toiletten/Wickelmöglichkeit: Zum Wickeln gibt es einen separaten Raum mit Mobile und mobilem Wickeltisch. Der Wickeltisch kann auch woanders genutzt werden. Es ist hier also ganz unkompliziert, wenn die Papas wickeln wollen :-) Die Toiletten sind völlig in Ordnung und relativ geräumig.
- Wartezeit: Die Wartezeiten waren bei uns relativ lang. Es war jedoch auch sehr voll und das Restaurant hatte erst gut zwei Wochen vorher wiedereröffnet. Um das Warten auf freie Tische zu vermeiden, ist eine Reservierung empfehlenswert.
- Drumherum: Mitten in der Natur lässt es sich gut aushalten und entspannt sitzen. Das Personal war freundlich. Unser Tisch hätte aber noch besser von den Überbleibseln der Vorgänger befreit werden können.
- Erreichbarkeit: Parkplätze sind vorhanden. Bei der Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln muss man noch circa 14 Minuten Fußweg einrechnen.
Waldrestaurant Gut Entenpfuhl
Entenpfuhler Weg 11
52074 Aachen
gut-entenpfuhl.de
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