Spontan beschließen wir, heute bei La Fabrik essen zu gehen. Auf meine kurzfristige telefonische Anfrage bekommen wir noch einen Tisch, es klingt aber so, als wäre ansonsten schon vieles reserviert.
Auf dem großen Vorplatz zum Restaurant, das sich in der Nähe der Rosenquelle befindet, rennt meine dreijährige Tochter zielstrebig auf den Eingang zu. Drinnen werden wir an unseren Tisch geführt und die Bedienung besorgt noch direkt einen Kinderstuhl, den wir zuvor telefonisch angefragt hatten. Das Ambiente der ehemaligen Fabrik wirkt gemütlich. Die Außenbeleuchtung kommt im Dunkeln gut zur Geltung und weckt Erinnerungen an Weihnachten. Innen reihen sich dunkle und beige gepolsterte Stühle um Holztische, und in der Mitte des Raumes befindet sich eine große Theke, über der die Gläser von der Decke hängen. Das Licht ist gedimmt, während einige Lichtakzente für eine einladende Atmosphäre sorgen.
Die Karten werden uns schnell gebracht. Darin finden sich für Kinder drei verschiedene Gerichte: Hähnchenschnitzel mit belgischen Fritten, Fischfilet mit belgischen Fritten und Spaghetti mit Tomatensauce. Meine dreijährige Tochter äußert sofort, dass sie Nudeln haben möchte. Ihre zwei Jahre ältere Schwester hat den gleichen Wunsch und der siebenjährige Bruder möchte „auf jeden Fall“ Fritten und entscheidet sich dann für das Hähnchenschnitzel. Die Gerichte für Erwachsene sind abwechslungsreich. Man kann zum Beispiel zwischen verschiedenen Burgern, Aachener Spezialitäten wie Sauerbraten oder Puttes, diversen Fleischgerichten, aber auch Kleinigkeiten wie belgischen Fritten oder Süßkartoffelpommes wählen. Während mein Mann sich für das Rumpsteak entscheidet, nehme ich das Backhähnchen in die engere Wahl.
Spiele zu Hause vergessen: die Wartezeit überbrücken
Als die freundliche Bedienung kommt, um die Bestellung aufzunehmen, lässt sie zwei Karten auf dem Tisch liegen, was ich gut finde, um später noch einmal nachschlagen zu können. Gerade als ich die Bestellung für die Kinder aufgeben möchte, ruft die Dreijährige der Bedienung laut zu, dass sie Nudeln haben möchte. Die Wartezeit auf das Essen ist eigentlich im normalen Rahmen, aber für die Kinder zieht sie sich, zumal wir aufgrund unserer sehr spontanen Entscheidung vergessen haben, Spielzeug für ebendiese Wartezeit einzupacken. Mein Sohn, im Sommer eingeschult, versucht, die Tafel über der Theke zu lesen, was ihm auch zum Teil gelingt. Dort sind Veranstaltungen wie Konzerte, Forró oder Musikquiz aufgelistet, die im separaten Veranstaltungsraum des großen Gebäudes stattfinden. Unsere jüngste Tochter hält es nicht lange auf ihrem Stuhl und dreht ein paar Runden um den Tisch, bis wir sie bitten aufzuhören. Ich sehe den Zusammenstoß mit der Bedienung schon vor meinem geistigen Auge. Als sie wieder sitzt, ahmt sie die Frau am Nachbartisch nach und sagt: „Die macht so“, während sie Grimassen schneidet. Ich bin froh, dass die Frau das nicht mitbekommt, zumal ich nichts Auffälliges an ihrem Gesichtsausdruck finde. Mein Mann spielt währenddessen mit der Lampe auf dem Tisch und findet heraus, dass sie in verschiedenen Farben leuchten kann. Das wollen die beiden größeren Kinder natürlich auch direkt ausprobieren, doch immerhin kann er sie davon überzeugen, es nicht zu tun.
„Schöne Nudeln!“

Als einige Zeit später das Essen kommt, freut sich die Dreijährige und ruft begeistert: „Oh, schöne Nudeln!“ Ich binde ihr ein Lätzchen um. Bei Spaghetti mit Tomatensauce ist das auf jeden Fall sicherer. Aber als meine Tochter zum Besteck in der Tischmitte greift, hängt sie bereits mit ihrem Pulli im Essen. Als sie das Lätzchen anhat, erklärt sie mir ihr Ziel: Das Lätzchen möglichst viel einzusauen. Das gelingt ihr auch, ohne dass sie groß darauf hinarbeiten muss. Und das, obwohl ich ihr die Spaghetti zum Missfallen meines Mannes schon etwas kleingeschnitten habe.
Das Essen schmeckt uns allen sehr gut. Die Kinderportionen sind sehr groß. Mein Sohn möchte von seiner Schwester, dass sie gegenseitig ihr Essen probieren. Bereitwillig füllt sie eine Gabel mit Spaghetti und hält sie ihm direkt vor den Mund. Sie selbst möchte aber nichts von ihrem Bruder. Sie hatte vorher schon die ganze Zeit immer nur eine Nudel vom Teller genommen und gesagt, dass sie danach satt sei. Mein Sohn isst den kompletten Teller leer. Die Mädels schaffen es nicht ganz, aber das ist meistens der Fall. Und viel lassen sie dieses Mal auch nicht übrig. Gerade bei der Dreijährigen wundert es mich nicht, dass Reste übrigbleiben, denn sie hatte sich zu Hause unerlaubterweise eine Waffel vom Teller stibitzt und komplett in den Mund gesteckt, damit Mama und Papa es nicht merken. Das haben wir auch leider zu spät registriert und gestaunt, wie eine ganze Waffel in einen kleinen Kindermund passt.
Nach dem Essen möchten meine Töchter mit mir zur Toilette. Neben einigen Standardtoiletten gibt es eine Behindertentoilette kombiniert mit Wickelraum, in der es auch einen Kinderaufsatz für Toiletten gibt, was mich positiv überrascht. Als wir an den Tisch zurückkehren, erblicken die Mädchen einen riesigen Pudel am Nachbartisch, den sie fasziniert ansehen. Sein Herrchen bemerkt dies und bietet ihnen beim Gehen an, den Pudel zu streicheln. Das Angebot nehmen alle drei Kinder sehr gerne an, auch wenn der Pudel sogar größer als meine jüngste Tochter ist.
Uns hat es in La Fabrik sehr gut gefallen. Wir wurden sehr freundlich bedient, und das Essen hat allen gut geschmeckt, wenn es auch teilweise etwas höherpreisig (108 Euro für unsere Familie) war.

La Fabrik
Bachstraße 20, 52066 Aachen
0241 40046424, la-fabrik.de
Text & Foto: Julia V.
Der Text ist zuerst in der Printausgabe April/Mai 2026 erschienen.
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