Da ich immer etwas Respekt davor habe, mit meinen drei Kindern allein schwimmen zu gehen, kommen wir leider nicht sehr oft dazu. Allerdings ist es entspannter, seit mein Ältester, inzwischen sieben Jahre alt, schwimmen kann. Darum wagen wir vier es noch einmal und besuchen die Südhalle, in der wir uns ganz gut auskennen.
Die Halle hat heute noch nicht lange geöffnet und somit ist auch der Parkplatz noch relativ leer. In der Familienumkleidekabine sind wir zunächst allein, bis eine weitere Mutter mit drei Kindern hereinkommt. Wir stellen im Gespräch fest, dass unsere Kinder ziemlich im gleichen Alter sind. Sie erzählt, dass sie auch gestern schon in der Südhalle waren und dass die Kinder das Schwimmen bzw. das Verhalten in der Schwimmhalle am besten lernen, wenn man oft mit ihnen in Schwimmbäder geht. Sie berichtet auch von einer Kita, bei der zwei bis drei Erzieherinnen mit 15 Kindern schwimmen gehen.

Als wir nach dem Duschen die Schwimmhalle betreten, wollen meine Töchter (3 und 5 Jahre alt) zunächst ins Babybecken. Nachdem ich ihnen Schwimmflügel, die sich in einer Kiste neben dem Lehrschwimmbecken befinden und die man ausleihen kann, angezogen habe, ist die Kleinste schon ein paar Sekunden später im Wasser. Zum Babybecken führt eine Art längerer mit Wasser gefüllter Gang. Meine Kinder kriechen diesen Gang durch das flache Wasser entlang und spielen dabei, sie seien Robben, bis sie an seinem Ende im Babybecken ankommen. Dort befinden sich eine Rutsche in Form eines Elefanten, eine Schildkröten- und eine Robbenfigur, die durch Pumpen Wasser spucken können, sowie ein Fliegenpilz, aus dem Wasser wie bei einer Dusche von oben herausläuft. Außerdem gibt es ein kleines Wasserrad am Rand und eine Kiste mit diversen Spielzeugen. Auf den Liegestühlen am Beckenrand kann man sich niederlassen, falls die Wasserratten mal eine Pause brauchen. Die große Fensterfront gibt den Blick auf das trübe Winterwetter frei. Meine beiden Mädels stürmen zunächst zur Rutsche, von der sie gemeinsam ins Wasser gleiten. Die Ältere rutscht direkt noch einmal und lässt sich dabei unsanft auf die Rutsche fallen, scheint aber viel Spaß zu haben. Meine jüngste Tochter entdeckt währenddessen die Spielzeuge. Mit einer Schaufel füllt sie einen Eimer mit Wasser und erzählt, dass sie Suppe koche. Mein Sohn fragt, ob ich seine Taucherbrille mit Schnorchel dabeihätte. Die kam nämlich bisher nur in der Badewanne zum Einsatz. Als ich bejahe, drängt er immer mehr darauf, ins Lehrschwimmbecken zu gehen. Das machen wir dann auch und ich hoffe, dass es noch so leer ist wie bei unserer Ankunft. Ein wenig hat es sich aber schon gefüllt. Wir holen die Taucherbrille aus der Schwimmtasche und mein Sohn schnorchelt direkt los. Die Mädchen haben sich eine Poolnudel genommen und bewegen sich mit Poolnudel und Schwimmflügeln auf ihre Art im Wasser vorwärts. Poolnudeln sowie Bälle, Schwimmbretter oder Ringe zum Tauchen stellt auch die Südhalle. Die Mutter, die wir bereits mit ihren Kindern in der Kabine getroffen hatten, spielt mit ihrem jüngsten Kind Ball. Meine kleine Tochter möchte auch gern Ball spielen. Ich schubse einen zu ihr, aber schon bald verliert sie das Interesse und läuft aus dem Wasser Richtung Babybecken. Die Absprache, dass wir immer alle zusammenbleiben, hat bei ihr wohl noch nicht so ganz funktioniert. Da aber meine größere Tochter auch zum Babybecken möchte, wechseln wir dorthin. Die Kinder stürmen durch das flache Wasser im besagten Gang. Da es Gegenverkehr gibt, habe ich etwas Mühe hinterherzukommen, aber die Kinder zum Glück noch gut im Blick. Vom Gang geht etwa auf der Hälfte eine Art kleiner runder Pool ab. Jedes Mal, wenn wir den passieren, werden schöne Erinnerungen wach, wie ich die Babyzeit mit meiner jüngsten Tochter hier genossen habe, indem wir am liebsten in diesem kleinen Pool badeten.
Angekommen am Babybecken testen die Kinder zunächst das Wasserrad und gießen Wasser darauf, sodass es sich bewegt. Dann stellt sich meine Jüngste unter die Fliegenpilzdusche. Ein etwa einjähriges Kind sieht ihr fasziniert dabei zu. Das Kind sitzt mit einer Frau, die ich für die Mutter halte, im Becken und spielt. Meine beiden Töchter, die jüngere Kinder sehr interessant finden, versuchen vorsichtig, Kontakt zu dem Mädchen aufzunehmen. Dieses beobachtet sie weiter sehr interessiert. Einige Zeit später schlägt die Begleiterin des Mädchens vor, noch einmal das Becken zu wechseln, auch „damit die Oma schwimmen kann“. Für eine Oma hätte ich sie wirklich nicht gehalten, da sie geschätzt kaum älter ist als ich. Sie berichtet, dass sie jung Oma geworden sei, und spielt noch ein paar Minuten weiter angeregt mit ihrer Enkelin, bis sie das Becken wechseln.
Auch mein Sohn liegt mir wieder in den Ohren, wann wir denn endlich nochmals zum Lehrschwimmbecken gehen, er wolle weiter tauchen. Nach kurzer Zeit wechseln auch wir erneut das Becken. Meine Jüngste entdeckt die bunten Ringe zum Tauchen und sammelt so viele, wie sie finden kann. Mein Sohn möchte gern einen Ring von ihr haben, was zunächst zu Streitigkeiten führt, aber schließlich gibt meine Tochter nach. Mein Sohn nimmt einen Ring mit und sagt, er lasse ihn jetzt irgendwo im Becken fallen und ich solle ihn suchen. Das funktioniert in der Praxis leider nicht ganz so gut, wie er sich das vorstellt, da ich ja seine beiden Schwestern und auch ihn im Auge haben muss. Letzteres ist manchmal gar nicht so einfach, wenn nur der Schnorchel aus dem Wasser guckt. Als ich sage, dass wir nun gehen, weil die Haut schon schrumpelig sei und es kalt werde, sind die Kinder natürlich nicht begeistert. Mein Sohn taucht wieder unter und tut so, als hätte er nichts gehört, und die Jüngste würde am liebsten wieder zum Babybecken rennen. 15 Minuten später finden wir uns dann aber doch frisch geduscht in der Umkleide wieder, in der meine Jüngste in den Laufstall klettert, den ich früher sehr praktisch fand, als die Kinder tatsächlich Babys waren und man sie dort ablegen konnte, wenn man sich selbst anzog. Meine Tochter spielt gern Baby und ist nicht begeistert, als ich sie aus dem Laufstall hebe, um sie fertig anzuziehen. Die beiden Großen sind da schneller als sie und gehen auch selbstständig zum Föhnen vor.
Der Ausflug hat uns gut gefallen. Wir sind immer wieder gern in der Südhalle, die viel Abwechslung durch verschiedene Becken und die Spielzeuge bietet. Allerdings ist das Lehrschwimmbecken zu den Hochzeiten wie Wochenenden oft sehr voll, sodass das Schwimmenüben hier nicht immer ganz gelingt. Es gibt außerdem noch ein großes Becken mit Nichtschwimmer- und Schwimmerbereich sowie der Möglichkeit, aus verschiedenen Höhen ins Wasser zu springen. Da dieses Becken deutlich kälter ist, habe ich mich mit den Kindern noch nicht hineingewagt, freue mich aber darauf, wenn alle hoffentlich in ein paar Jahren sicher schwimmen, dass wir dort gemeinsam unsere Bahnen ziehen können.
Schwimmhalle Süd
Amyastraße 8, 52066 Aachen
0241 61528
Text: Julia V.
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