Erfahrungsbericht FSJ in Südafrika: „Tierische“ letzte Wochen

in Von und für Jugendliche

Hallo zusammen, langsam neigt sich mein Jahr in Südafrika dem Ende zu. Seit fast acht Monaten lebe ich in Hammanskraal und arbeite hier in einem Kinderheim für unter Dreijährige. In den letzten Wochen hatte ich Unterstützung bei meiner Arbeit, denn es war eine andere Freiwilligengruppe aus Deutschland zu Besuch. Zusammen haben wir eine Wand im Babyhaus neu gestrichen und den Zaun um das Babyhaus neu gebaut. Besonders schön waren für mich aber die nachmittäglichen Ausflüge, zum Beispiel ins nahe gelegene Naturreservat, wo wir eine Safari gemacht haben. Ausgestattet mit Kamera, passender Kleidung und Snacks ging es am späten Nachmittag los, und wir machten uns auf die Suche nach den wilden Tieren. Schon nach wenigen Metern sahen wir Zebras, Impalas (eine Antilopenart) und Gnus. Doch von den großen Tieren wie Elefanten, Büffeln und Nashörnern ließ sich keines blicken, und wir waren schon sehr enttäuscht. Dann fing es auch noch an, wie aus Eimern zu schütten, sodass wir alle klitschnass wurden. Aber nach den ganzen heißen Tagen, die wir vorher gehabt hatten, haben wir uns über die Abkühlung auch ein bisschen gefreut. Auch den Tieren hat der Regen anscheinend nichts ausgemacht, im Gegenteil, denn kurz darauf sahen wir eine Giraffenfamilie ganz in der Nähe. Die Giraffen standen zwischen einigen Bäumen und kauten gemütlich ein paar Blätter. Und es wurde noch besser: Als wir eine kleine Pause mitten im Busch machten, um unsere Snacks zu genießen, sind uns sogar Nashörner begegnet. Während wir aßen, konnten wir in vielleicht 20 Metern Entfernung zwei Nashörner beim Fressen beobachten. Diese so großen Tiere von so nah zu sehen, war sehr beeindruckend!

Auch auf unserer Farm begegnen mir immer wieder besondere Tiere. Einmal ist mir etwas Grünes über den Weg gelaufen. Bei näherem Hinsehen stellte sich heraus, dass es ein kleines Chamäleon war, das sich anscheinend auf dem Weg zum nächsten Baum befand. Meine Gastschwester Mikah meinte, dass das Chamäleon ungefährlich sei und ich es in die Hand nehmen könne. Das habe ich mir nicht zweimal sagen lassen, und kurz darauf saß das kleine Tier auf meiner Hand. Aber so richtig toll fand das Chamäleon das nicht, vor lauter Stress wurde es dunkelgrün. Um es zu beruhigen, haben wir es schnell auf einen schönen Baum gesetzt. Dort hat es sich gleich viel wohler gefühlt, und schon nach kurzer Zeit war das Chamäleon wieder fröhlich grün – und gut im Baum getarnt.

Einen Tag haben wir mit der Ältesten aus dem Babyhaus einen Ausflug gemacht und sind zusammen mit meinen Gastgeschwistern in den Zoo gefahren. Das Erstaunliche war, dass der Zoo so ähnlich aussah wie ein deutscher Zoo, nur dass es eine Art Bus gab, der die großen Gehege abgefahren hat, und zu den kleineren Gehegen gab es Trampelpfade. Anders als ich gedacht habe, gab es in dem südafrikanischen Zoo keine europäischen Tiere, sondern so wie in deutschen Zoos afrikanische Tiere. Milo, das ist die Älteste, saß gemütlich im Kinderwagen, während ich ständig meinen Gastgeschwistern hinterherrannte, um von Gehege zu Gehege zu kommen. Das Highlight für Milo war, einmal richtig verwöhnt zu werden. Sie wurde durch den Zoo getragen, hat von allen Essen abbekommen und durfte Auto fahren. Ich habe mich sehr darüber gefreut, ihr dies zu ermöglichen. (Lieber Carlo, lieber Louis, wenn ich wieder zurück in Aachen bin, flitzen wir zusammen durch den Aachener Tierpark, versprochen!)

Auch die anderen Babys sind im Moment Tierfans. Ein besonderes Highlight jeden Morgen ist, wenn der Farmhund Clappy seine Runde durchs Babyhaus dreht. Zum Glück ist Clappy sehr geduldig und lässt sich gerne streicheln. Sehr zur Enttäuschung der Babys hört er aber noch nicht, wenn sie nachmittags wieder nach ihm rufen.
Das waren meine „tierischen“ letzten Wochen, und ich freue mich, euch bald wieder berichten zu können.

 

Ella Pertuch absolviert ihren Freiwilligendienst in Südafrika und teilt ihre Erfahrungen mit uns. Dies ist der siebte Bericht. Alle vorherigen findet ihr hierkingkalli.de/tag/freiwilliges-soziales-jahr-freiwilligendienst-fsj-bfd-erfahrungen/

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